Ghost (live in Frankfurt, 2016)

Ghost (live in Frankfurt, 2016) © Joy Dana Görig

Beim vielfältigen Frankfurter Nachtleben kann man schnell den Überblick verlieren. Wir haben daher zehn Live-Clubs für Fans rockiger, alternativer und metallischer Klänge in Deutschlands Finanzhauptstadt für euch herausgesucht.

Frankfurt am Main wird häufig nicht primär mit einer ausgeprägten alternativen Livemusik-Szene in Verbindung gebracht. Wer bei der Geburtsstätte des Technos jedoch ausschließlich an hochpreisige Schickimicki-Clubs oder auch Schlager-Schunkelbutzen denkt, liegt weit daneben. Wir stellen euch zehn Clubs vor, in denen gitarrentechnisch häufiger live die Post abgeht.

Batschkapp

Die Batschkapp in der Gwinnerstraße 5 ist sicherlich sowohl der bekannteste als auch der größte der hier genannten Frankfurter Clubs und einer der wichtigsten Konzertveranstaltungsorte der Region für alles, was rockt, auch auf internationaler Ebene. Bereits 1976 gegründet, befand sich die Battschkapp bis zum Jahr 2013 in der Maybachstraße in Frankfurt Eschersheim, sah sich jedoch nicht ohne Wehmut gezwungen, aus Platzgründen und aufgrund von Gebäudemängeln umzuziehen. Seitdem sind bis zu 1500 Personen zu Gast in der einzigen, großen Halle der Batschkapp bei Konzerten, Discos und Bandwettbewerben.

Das Bett

2017 gewann Das Bett den Backstage Clubaward in der Kategorie Beste Nachwuchsförderung. Seitdem ist allerdings einiges geschehen. Der Gründer und langjährige Betreiber Frank Diedrich verkaufte den mittelgroßen Club in der Schmidtstraße 12 im Gallus, dem er allerdings als Booker verbunden bleiben wollte. Doch die Zusammenarbeit mit der neuen Inhaberin Missy Motown ging nach kurzer Zeit in die Brüche. Man kann nur hoffen, dass der Club auch in Zukunft die wichtige Rolle in der Frankfurter Livemusikszene behält. Inbesondere für junge Bands ist der Club eine unverzichtbare Anlaufstelle.

The Cave

The Cave in der Brönnerstraße 11 nahe der Konstabler Wache ist bereits seit 20 Jahren eine exzellente Anlaufstelle für Freunde härterer Gitarrenklänge. Neben dem regelmäßigen Club-Programm, bei dem zu Rock, Alternative, Metal und allem was dazu gehört getanzt und gebangt werden darf, finden in dem Kellergewölbe, das über eine große Bar verfügt, auch gelegentlich kleinere Live-Shows in eben besagten Genres statt. Im Cave darf offiziell geraucht werden.

Dreikönigskeller

Der kultige, recht winzige Dreikönigskeller befindet sich in der Färberstraße 71 direkt am Eisernen Steg in Sachsenhausen. 2016 war der seit 1987 bestehende, aus der Frankfurter Liveszene kaum wegzudenkende Club 12 Wochen lang geschlossen – wurde dann jedoch mit neuem Besitzer wieder eröffnet. Neben der kleinen, aber feinen Bar besonders cool: Als Sitzgelegenheiten dienen unter anderem alte Kino-Sitzreihen. In dem Gewölbekeller finden häufig kleinere Konzerte verschiedenster Genres sowie Jamsessions statt. Bei der Bandsupporter-Reihe treten zudem Bands aus der Region wie etwa David's Noise Crew und Atrio auf.

Elfer Music Club

Der Elfer Music Club ist schon lange eine Institution des Frankfurter Nachtlebens. Früher in der Maybachstraße direkt an die alte Batschkapp angrenzend, hat der Club seit ein paar Jahren im Keller der Klappergasse 5-7 in Alt-Sachsenhausen ein neues Zuhause gefunden. Das Programm des Elfers steht ganz im Zeichen selbstgemachter Musik – ob elektronisch oder rockend. Neben Techno-/Hous-Partys veranstaltet der Elfer immer wieder Konzerte insbesondere im Hardcore-, Metal- und Alternative-Bereich, bei denen Acts wie Born as LionsKyles Tolone und Black as Chalk auf der kleinen Bühne zu erleben sind.

Nachtleben

Das Nachtleben, ein Ableger der Batschkapp, befindet sich in der Kurt-Schumacher-Straße 45 und liegt damit direkt an der Zeil im Herzen Frankfurt. Es besteht aus einem gemütlichen Café im Erdgeschoss sowie einem Club im Keller, der auch über eine kleine Bühne verfügt. Dort treten bei angenehmer, intimer Clubatmosphäre vor bis zu 250 Personen häufig aufstrebende, internationale Acts verschiedenster Genres auf: Von Pop, Rock, Metal, Hip Hop, bis hin zu Folk und Singer/Songwriter ist für jeden etwas dabei. So bekommt ihr hier beispielsweise Acts wie Neocoma, Be My Island und Kids of Adelaide zu sehen. Bei der Veranstaltungsreihe "Heimspiel live" präsentiert das Nachtleben zudem lokale Newcomeracts.

Ponyhof

Genau wie der Elfer befindet sich auch der Ponyhof in der Klappergasse in Alt-Sachsenhausen. Während am Wochenende im kleinen Club häufig Motto-Partys verschiedenster Art stattfinden, wird unter der Woche auch hier live gerockt, wenn auch in der Regel nicht ganz so hart wie zuweilen im Elfer: Der Ponyhof hat einen stärkeren Fokus auf Indie-Bands wie z.B. Keele, Rockbands wie etwa Scherbenwelt, Singer-Songwriter und zudem elektronische Musik. Aber auch Punk wie z.B. von Herzlos findet hier Platz.

Spritzehaus

Auch das Spritzehaus, Frankfurts letzter reiner Live-Club, ist in Alt-Sachsenhausen situiert und Pilgerstätte für all diejenigen, die zu Blues, klassischem Rock oder Metal ordentlich abfeiern wollen.  Während freitags und samstags vor allem Coverbands zum Mitgröhlen bekannter Songs einladen, finden mittwochs und donnerstags insbesondere Konzerte regionaler Newcomer statt, darunter etwa die Band V.E.R.S.U.S. Der sympathische, authentische Rockschuppen in der Großen Rittergasse 41-43 verfügt zudem über eine reichhaltige Auswahl an Getränken und Spirituosen. Clubgänger, die empfindlich auf Zigarettenrauch reagieren, sollten jedoch möglicherweise lieber einen Bogen um den Laden machen.

Tiefengrund

Relativ neu ist der kleine Club Tiefengrund in der Friedberger Landstr. 116 im Frankfurter Nordend.  Der Club wurde 2015 von den beiden Betreibern der unweit gelegenen, etablierten alternativen Musikbar Feinstaub eröffnet und befindet sich in einem Gewölbekeller. Er hat nur unregelmäßig geöffnet, meist für kleine Konzerte auch internationaler Acts. Insbesondere Fans von Rock, Punk, Ska und Indie/Alternative kommen hier voll auf ihre Kosten.

Zoom

Der legendäre Sinkkasten unweit der Zeil (Brönnerstr. 5-9) heißt seit 2012 Zoom. Der Club ist weniger eine Anlaufstelle für regionale Bands als für nationale und internationale Acts zahlreicher Genres, darunter auch viele Vertreter harter Musik. Der charakteristische halbrunde Saal mit seiner tiefen Decke hat schon viele berühmte Acts beherbergt und für unzählige schweißtreibende Abende gesorgt. Es lohnt sich regelmäßig das Programm zu checken, denn das Zoom ist und bleibt eine der wichtigsten Anlaufstellen für Livemusik in Frankfurt.

Alles zu den Themen:

liveszene clubszene

Das könnte Sie auch interessieren