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Das Ende nähert sich. Laut den Maya soll am 21.12. die Welt untergehen. © Paul Bica, CC BY 2.0 (flickr.com/photos/dexxus)

Egal ob glaubhaft oder nicht: Zum drohenden Weltuntergang, laut Maya-Kalender am 21. Dezember 2012, werden reihenweise Partys geschmissen. Wir haben die passenden Tracks, um mit einer Träne im Auge und einem betrübten Gemüt dem Untergang entgegenzublicken.

Soundgarden – Black Hole Sun (Superunknown, 1994)

Chris Cornell, seines Zeichens Frontmann von Soundgarden, schrieb Black Hole Sun 1993 in nur 15 Minuten. Der Text hat für ihn keine wirkliche Aussage. In einem Interview beschrieb er, wie er mit Worten einfach nur ein Bild malte, dahinter aber keine inhaltliche Grundidee stand. Das dazugehörige Video, das ganz klar eine apokalyptische, aber noch viel mehr surreale Szenerie zeigt, die von einem schwarzen Loch aufgesaugt wird, ist da viel deutlicher.

Rolling Stones – Gimme Shelter (Let It Bleed, 1969)

Gimme Shelter zeigt die Rolling Stones auf dem Höhepunkt ihrer musikalischen Kraft. Keith Richards fantastisches Gitarrenspiel verleiht dem Lied eine unheimliche Intensität, während Jagger tatsächlich um sein Leben zu fürchten scheint.

Gimme Shelter gewann schnell eine über den Moment hinausgehende Bedeutung als Endpunkt der "swinging sixities". Vom hoffnungsvollen Aufbruch der frühen 1960er war wenig übriggeblieben, stattdessen schien die Welt in Chaos und Gewalt zu versinken.

Wenige Monate nach der Veröffentlichung von Gimme Shelter veranstalteten die Rolling Stones ein kostenloses Konzert auf dem Altamont Speedway in Kalifornien. Die chaotische, gewalttätige Veranstaltung endete mit der Ermordung des jungen Afro-Amerikaners Meredith Hunter durch als Sicherheitskräfte eingesetzte Hells Angels. Die Ereignisse rund um das Konzert wurden in einem Dokumentarfilm festgehalten. Sein Titel: "Gimme Shelter".

Creedance Clearwater Revival – Bad Moon Rising (Green River, 1969)

Fast gleichzeitig zu Gimme Shelter schrieb John Fogerty für seine Band CCR einen nicht minder energiegeladenen apokalyptischen Song. Bad Moon Rising warnt in düsteren Visionen vor Zerstörung und Tod: "Don't go around tonight / Well, it's bound to take your life / There's a bad moon on the rise." Sprachlich direkter als Gimme Shelter spricht Bad Moon Rising von Erdbeben, Hurrikanen und Überflutungen, um zu konstatieren: "I know the end is coming soon.“

Anders als Jagger agiert Fogerty im Stil eines amerikanischen Wanderpredigers, der vor dem kommenden Weltende warnt (“Hope you got your things together / Hope you are quite prepared to die"). Wie Gimme Shelter vermittelt aber auch Bad Moon Rising das Gefühl von Machtlosigkeit im Angesicht der hereinbrechenden Apokalypse.

Weiter geht's mit einem Song, der auf solch einer Liste auf gar keinen Fall fehlen darf…

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The Doors – The End (The Doors, 1967)

Seinen Platz unter den Weltuntergangssongs verdient sich The End mit der gespenstischen Atmosphäre, die durch sparsame Instrumentierung und die Wechsel von Dynamik und Tempo geschaffen wird sowie durch Morrisons überbordende Theatralik.

The End ist zunächst ein Song über eine fehlgeschlagene Beziehung, den Jim Morrison zu einem ödipalen Drama im Stil einer griechischen Tragödie verwandelte. Seinen Höhepunkt erreicht der Titel in den Zeilen "Father, I want to kill you, Mother, I want to (fuck you)“, wobei das "fuck you" nur in Liveversionen deutlich zu hören ist. Auf einem Tonträger konnte eine solche Obszönität im Jahr 1967 nicht veröffentlicht werden.

Er mag "nur" über eine fehlgeschlagene Beziehung singen, aber es fühlt sich an wie das Ende der Welt. Kein Wunder, dass Francis Ford Coppola The End in seinem Vietnam-Film "Apocalypse Now" einsetzte.

Queens of the Stone Age – The Sky Is Fallin' (Songs For The Deaf, 2002)

Zwei bekannte Gallier aus einem kleinen Dorf am Rande Europas hatten immer Angst, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Hätten sie mal Josh Hommes Song zum Thema gehört, ihre Angst wäre ganz schnell verflogen. Oder noch schlimmer geworden? So oder so wäre es schöner geworden, ein paar Römer zu verprügeln – mit den Queens of the Stone Age im Hinterkopf.

Roger Waters – Folded Flags (aus "Wenn der Wind weht", 1986)

Mehr Weltuntergangsstimmung und ein größeres Drücken der Tränendrüse als in dem animierten Atomhorror-Film "Wenn der Wind weht" scheinen unmöglich. Der Zuschauer folgt dem schleichenden Ende des bis dato glücklichen Lebens der beiden Rentner Hilda und Jim, die in ihrem Haus in einem Dorf in der Nähe von London nach einem Atombombenangriff ausharren. Die Filmmusik stammt von Roger Waters, den Titelsong sang David Bowie. Folded Flags zählt zu den bedrückensten Liedern.

Die Apokalypse wird gerne von religiösen Fanatikern angekündigt. Ein Umstand, dem sich Muse in einem ihrer Lieder angenommen haben…

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Muse – Apocalypse Please (Absolution, 2004)

Laut Schlagzeuger Dominic Howard handelt Apocalypse Please von religiösen Fanatikern, die in ihrem Glauben bestärkt werden, wenn Untergangsszenarien eintreffen. Erdbeben, Flutwellen, Großbrände – davon gab es ja in den letzten Jahren genug. Und wer weiß, was sich in den letzten Tagen des Dezembers noch so abspielt.

Abgesehen vom Thema des Songs trägt auch die Instrumentierung, wie bei Muse gewohnt theatralisch, ihren Teil zur düsteren Stimmung bei.

Metallica – The Four Horseman (Kill 'Em All, 1983)

Sie sind wohl die bekanntesten literarischen Figuren, wenn es um das Ende der Welt geht und sind zahlreich in Kunst, Musik, Film und Literatur umgesetzt, neu interpretiert oder einfach nur veralbert worden. Die Rede ist von den Vier Apokalyptischen Reitern, die im 6. Kapitel der Johannes-Offenbarung als Boten des Jüngsten Gerichts Erwähnung finden.

1983 nahmen sich dann niemand geringere als Metallica dem Thema mit treibenden Drums und peitschenden Gitarrensoli an, sodass man meinen könnte, die Band um James Hetfield sei selbst in die Rolle der vier Reiter geschlüpft.

Matchbox Twenty – How far We've Come (Exile On Mainstream, 2007)

In der Gesellschaft von Metallica, The Doors oder Roger Waters mutet Matchbox Twentys How Far We've Come schon beinahe zu fröhlich an. Dennoch steckt hinter dem Lied die Frage, worauf man zurückblicken kann, wenn die Welt sich dem Ende nähert oder noch entscheidender: Wie behalten uns andere Menschen in Erinnerung?

Bob Dylan – Talkin' World War III Blues (The Freewheelin' Bob Dylan, 1963)

Über Bob Dylans Musik des Jahres 1963 hängt das Damoklesschwert der Auslöschung der Menschheit durch einen mit atomaren Waffen geführten Krieg. Angesichts der kurz vor der Eskalation stehenden Kuba-Krise zwischen der Sowjetunion und den USA war das keineswegs nur eine theoretische Möglichkeit.

Dylan antwortete auf diese Bedrohung mit der ganzen Stilbreite seiner musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten. In Masters Of War verdammt er kriegslüsterne Militärs und Politiker und in A Hard Rain’s Gonna Fall entwarf er ein apokalyptisches Szenario einer untergegangenen Zivilisation. Let Me Die In My Footsteps klagt hingegen eine Welt an, die von Krieg und Vernichtung besessen zu sein scheint.

Talking World War III Blues ist das krasse Gegenteil. Es beschreibt die Erlebnisse des Erzählers in einer absurden post-apokalyptischen Traumwelt. Es zeigt eine Seite Dylans, der generell zu wenig Beachtung geschenkt wird, nämlich die des humorvollen Satirikers. Beide Beispiele zeigen in ihrer Unterschiedlichkeit die ganze Vielfalt seines musikalischen Schaffen: In seinen frühen Jahren konnte Dylan in der Verbreitung seiner Botschaften ebenso aufrichtig und ernsthaft wie albern und humorvoll sein.

Ist euch das alles viel zu traurig? Dann stay tuned… In Kürze liefern wir euch Teil 2 unserer Musikauswahl zur Apokalypse. Dann geht die Party erst richtig los!

Deine Weltuntergangs-Tipps

Welche Tracks drehen sich denn noch ein letztes Mal auf deinem Plattenteller, bevor's dafür endgültig zu spät ist?

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