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RIN (live in Karlsruhe, 2017) © Beatrix Mutschler

Normalerweise shoppt RIN donnerstags bei Supreme. An diesem Tag beehrt der Hype-Rapper auch die Substage in Karlsruhe, wo sich die Fans in pure Ekstase tanzen.

"Damit ihr Bescheid wisst, Jungs: Gras rauchen ist hier drin verboten." Während mehrere Security-Leute versuchen, einen Marihuana rauchenden Übeltäter in der Konzertlocation auszumachen und anschließend rauszuwerfen, kann sich der Türsteher den ironischen Kommentar in Richtung der eintretenden Besucher nicht verkneifen.

Auf Lunge

Im Verlauf des Konzertabends zeigt sich, dass sich die jungen Teens vom Kiffen und Rauchen nicht abhalten lassen. Warum auch, wenn RIN immer wieder damit prahlt, welche ungeheure Menge Zigaretten er zu konsumieren imstande ist: "Komm, wir rauchen 40 Schachteln Kippen, Mann", "Zehn Packungen Marlboro Gold und ein Gin", oder "Zieh es richtig rein, ich will nicht, dass du paffst." Das verstehen nicht wenige als Befehl.

Pures Gold

RIN hat sich innerhalb kürzester Zeit zum Sprachrohr einer neuen Generation entwickelt. Die ausverkaufte Substage liest dem Rap-Jüngling von den Lippen, singt die Texte teilweise lauter als er selbst. Nebenbei bemerkt: Schon nach seinem Debütalbum "Eros" hat der Rapper einen gigantischen Berg goldener Textzeilen angehäuft. 

Was man eben so tut

"Es ist drei Uhr nachts in der Stadt / Bin über 18 und ich mach', was ich mach'" beispielsweise feiert die ungewohnte Freiheit eines jungen Erwachsenen, der mit den großen Problemen des Alltags zu kämpfen hat: "Ich ruf' dich an, du gehst nicht ran, ich bin besoffen und bin allein", aber auch große Erfolge feiern kann: "Ich esse Butter-Chicken, Bitch, ich kann jetzt kochen (Kein Aldi)".

Nichts geht über Supreme

Dass der 23-Jährige ein Faible für coole Kleidung hat, kann er in seinen Songs nicht oft genug betonen: " Gosha Gosha Longsleeve, ich bin real"; "Jeansjacke 'Pream, alle Hoes werden nass". Und donnerstags kauft RIN natürlich immer beim Modelabel Supreme ein.

Kumpel Yung Hurn hat den Werbeslogan RINs bereits rezipiert und ihn in eine konsumkritische Aussage umformuliert: "Es ist Donnerstag und ich kauf mir nix / Es ist Donnerstag und ich fick' ne Bitch".

Kein 2Pac, Junge

Ob in zwanzig Jahren bereits Literaturwissenschaftler über den Texten RINs grübeln, um den tieferen Sinn zu ergründen? Time will tell. Die verschwitzten jungen Menschen in der Substage jedenfalls tanzen, moshen und gröhlen ihre Seele aus dem Leib. Dass die Show bereits nach einer Stunde vorbei ist und die Autotune-verzerrte Stimme des Rappers kaum vom Playback zu unterscheiden ist, spielt dabei keine Rolle.

Was zählt, ist das Feiern und die Verbundenheit mit seinen Fans. Immerhin war RIN in Karlsruhe auf der Grundschule. Und wie er in einem Song selbst sagt: "Ich rapp' nicht wie 2Pac und sing' nicht wie Céline Dion." Vielleicht macht ihn genau das so erfolgreich. 

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