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Metallica (live bei Rock am Ring, 2014) © Tom Teubner

Wie, was ist das denn? Rock am Ring und noch immer kein Regen? Kommt einem fast unheimlich vor. Aber wer wird sich über bestes Sommerwetter beschweren? Es schafft ideale Voraussetzungen, um Rock am Ring an diesem Ort noch ein letztes Mal zu genießen und abzufeiern.

Der Soundtrack dazu ist auf der Centerstage rock- und metal-lastig: Nach Black Stone Cherry spielen Trivium mit dem neuen Drummer Mat Madiro. Am frühen Abend begeistern In Extremo die zahlreichen Ringrocker. Schade nur, dass es noch hell ist und dadurch die Pyro-Show nicht so zur Geltung kommt. Danach treten Alter Bridge auf: Die kurze und knackige Zusammenfassung des Auftritts: einwandfreier Metal, gute Stimme, tolle Resonanz.

Moshen, was das Zeug hält

Die Stimmung vor der Hauptbühne steigt bei Avenged Sevenfold noch weiter: Mit Rauch, Flammen und Feuerwerk beginnen die Kalifornier ihre Show, bei der das Publikum zeigt, was es kann: riesige Circle Pits, rudern und moshen, was das Zeug hält. Dass das aber noch steigerungsfähig ist, zeigt sich beim Headliner Metallica:

Die Zuschauer sind bei Mitsingen teilweise so laut wie die Band und geben dermaßen mit, dass man es nicht beschreiben kann. Man muss es selber gesehen haben.

"Buh"-Rufe für das Voting

Vor dem Gig rufen Metallica zum Voting auf: Das das Publikum soll per SMS abstimmen, ob es lieber "The Day That Never Comes", "And Justice for All" oder "Wherever I May Roam" hören möchte. Auch während des Auftritts wird der Zwischenstand gezeigt, der mit "Buh"-Rufen quittiert wird. Hetfields Antwort. "Wenn Euch das nicht gefällt, dann stimmt für Euren Song ab, so einfach ist das."

"And Justice for All" gewinnt knapp gegen "The Day That Never Comes". "The people have voted – justice is served" (Die Leute haben gewählt – der Gerechtigkeit ist Genüge getan), kommentiert James Hetfield das Ergebnis.

Die gefühlt letzte Band des Festivals

Metallica sehen es als Ehre, die letzte Band des Festivals zu sein (was genau genommen nicht ganz stimmt, denn es geht noch auf den kleineren Bühnen weiter). "Lasst uns nicht traurig sein, sondern froh für die gute Zeit, die wir hatten", ist die Botschaft des Frontmans.

Und Metallica sind froh, nach 32 Jahren immer noch dabei zu sein und die Leute zu unterhalten. Später sagt James: "Das ist kein normales Konzert, das hier ist historisch, einzigartig". Das mag für manche etwas theatralisch klingen, aber recht hat er.

Drei kurze Anmerkungen zu Metallica

  • Das neue Lied "The Lords of Summer" verbindet das Alte mit dem Neuen und hätte auch gute auf das Album "Death Magnetic" gepasst.
  • Eine Gruppe von Fans durfte sich das Konzert direkt vom Bühnenrand aus angucken und drei von ihnen jeweils den nächsten Song ankündigen.
  • Statt auf Pyro setzten Metallica bei dieser Show ganz auf Videotechnik.

Grandioser letzter Tag

Nach Metallica ist das Festival noch nicht vorbei: Auf der Alternastage geht es weiter mit Materia. Sein Alter Ego Marsimoto ist auch mit dabei, genauso wie "der beste Mensch der Welt" (O-Ton Marteria) Campino. Auch nach 1:30 Uhr ist der Platz vor der größten Bühne rappelvoll und die Leute sind immer noch am Feiern.

Fazit: Ein sehr würdiger letzter Tag, der mit Metallica einen klaren Tagessieger hatte, auch wenn Avenged Sevenfold einen grandiosen Auftritt abgeliefert habe. Überhaupt, alle Bands auf der Centerstage waren klasse, was zwei Gründe hat: Zum einen sind sie gut, zum anderen haben sie wohl auch etwas von der Vorfreude auf Metallica profitiert.

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