Fox Named King haben am 30. November 2012 ihr Debütalbum "Feiertage" veröffentlicht. Fotostrecke starten

Fox Named King haben am 30. November 2012 ihr Debütalbum "Feiertage" veröffentlicht. © Antje Behr

Kurz vor der besinnlichsten Zeit des Jahres haben die Stuttgarter Fox Named King ihr Debütalbum "Feiertage" veröffentlicht. Doch mit Frohsinn und Ruhe haben die Songs wenig gemein - dafür gibt es anklagende Worte und laute Gitarren.

Anfang 2011 veröffentlichten Fox Named King ihre zweite EP Mitten ins Herz, jetzt folgt mit Feiertage der erste Langspieler. Mit dem Label Blue Cat Music im Rücken haben die vier Stuttgarter Jungs ihr Debütalbum aufgenommen und vertrauten dabei auf altbewährtes: In der Überwälder Klangdressur, wo auch schon die beiden EPs entstanden, hatten sich Nick, Pierre, Simon und Miroslav wieder verschanzt, um die Lieder fürs Album aufzunehmen.

Sieben mal neu plus fünf mal alt ist gleich Feiertage

12 Songs sind auf Feiertage zu finden, darunter sieben brandneue Titel. Kaufrausch, Pirat, Diese Stadt, Mitten ins Herz und Augen Auf sind fünf Lieder, die schon auf der 2011er EP zu hören waren. Einen Unterschied in der Qualität gibt es nicht: die alten und neuen Titel verschmelzen auf Feiertage zu einer homogenen Einheit.

Ebenso funktionieren die variantenreichen Arrangements, wodurch die Songs gleichermaßen poppige wie punkrockige Elemente enthalten. Getragen werden die Lieder von Sänger Pierre Fugger (der nach der Stimme zu urteilen der jüngste Madsen-Bruder sein könnte): Mit seiner teils rauen, aber dennoch klaren Stimme verpasst er den Texten die nötige Authentizität.

Darin beklagen Fox Names King das heutzutage vorherrschende kapitalistische Denken ebenso wie zuviel Egoimus der Menschen. Doch so hoch thematisch auch gegriffen wird, tief gefallen wird hier nicht, im Gegenteil: in keiner Weise driften die Songs ins Banale ab. Vielmehr könnte gerade Feueralarm als aufrechte Hymne bei linksgerichteten Protesten herhalten.

Spürbare Wut

Das namensgebende Feiertag besteht aus 45 Sekunden instrumentaler Parts mit einer Mundharmonika-Einlage – eine erfrischende Abwechslung zwischen Schwarzer Tag und Schöner Tag und inmitten der Wut, die teils unterschwellig in den Texten, teils laut im Gesang herausgebrüllt wird.

"Man sollte viel öfter was riskieren" aus Schöner Tag oder auch "Denk dir eine Welt, die wir erschaffen und die ewig hält/ Denk dir eine Welt, in der noch Luft zum Atmen bleibt" aus Deine Welt bieten solche Momente.

Wer mit deutschem Punkrock voll ehrlicher, nicht plakativ wirkender Texte etwas anfangen kann, macht mit Feiertage von Fox Named King nichts falsch. Einen kleinen Punktabzug gibt’s lediglich für die dezente Wiederverwertung: Jeder, der bereits die EP Mitten ins Herz hat, besitzt deren Tracks nach dem Kauf von Feiertage doppelt  – ansonsten eine absolute Erwerbsempfehlung.

Wertung: ++++ (von +++++)

Fox Named King sind mit Feiertage auf Tour. Die Termine:

Alles zum Thema:

fox named king

Das könnte Sie auch interessieren