organischer hiphop
The Roots live
Review/Bericht vom 13.07.2007 | Autor: Andreas Margara
Tags: The Roots Talib Kweli ?uestlove Jimmy Page Kirk Douglas
Review/Bericht vom 13.07.2007 | Autor: Andreas Margara
Tags: The Roots Talib Kweli ?uestlove Jimmy Page Kirk Douglas
The Roots stehen für handgemachten HipHop direkt aus Philly, USA. Als Nachschlag auf die vier Deutschland-Konzerte zum Albumrelease von "Game Theory" im letzten Jahr, gibt es jetzt nochmal einige Tourdates. Supported von den Gym Class Heroes aus Geneva bringen die Illadelpher eine echte Power-Leistung auf die Bühnen. Hier lest ihr unser ausführliches Review und seht zwei Fotogalerien der Acts.
Wenn Tourplakate einer Band wie The Roots die Schaufenster der Innenstadt schmücken, dann trifft der unrasierte Alternative-Backpacker von 17 Jahren durchaus auch schon mal auf einen 45-jährigen Vertriebssachbearbeiter aus dem kaufmännischen Bereich, der sich zum Feierabendbier ab und zu auch mal eine Rick James LP aus seiner eingestaubten Plattensammlung auflegt. Und Menschen, die Rapmusik hören, sieht man noch dazu. Game Theory heißt das noch relativ neue Album der legendären Roots Crew und ist der Grund dafür, dass sich ?uestlove und Black Thought zusammen mit ihren Musikern mal wieder auf ausgedehnte Tour begaben.Zum Auftakt des Konzerts in der Alten Feuerwache in Mannheim durfte man den Klängen der Gym Class Heroes aus Geneva in New York lauschen. Durch ihren Charthit Cupid's Chokehold genießen die Indie-Hopper in den Staaten bereits Überflieger-Status. Durchgesamplet von Supertramp über die Beach Boys (Good Vibrations) bis hin zu Jermaine Stewart (We Dont Have To Take Our Clothes Off), lässt sich ihr Sound am besten als „College Alternative“ spezifizieren, der sich optimal dazu eignet, um vor dem eigentlichen Roots Auftritt an der kleinen Bar für alkoholhaltige Erfrischungsgetränke anzustehen. Schade nur, dass in der Pause zwischen den Acts dazu noch mehr als ausreichend Zeit hat – die Umbauphase dauert etwas zu lang.
Vorstellen braucht sich der Mann mit dem Afro nicht mehr: ?uestlove ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten des HipHop und stellt dennoch seine Skills an der Schießbude zur Schau. Beeindruckend. Rapmusik wird schließlich auch noch gespielt: der Welthit You Got Me ist nämlich der nächste Track. Dabei kehrt Captain Kirk seine sanftere Soulseite nach außen. Mit In The Music setzt sich die Show fort, um mit Jungle Boogie in das nächste Cover zu münden. Zur Belohnung bekommen die Quadratestädter mit The Seed und Next Movement noch ein rundes Ende beschert. In einer größeren Location - oder zumindest mit etwas weniger Besuchern - wäre das "Phänomen Roots" sicher noch weitaus besser zur Geltung gekommen. Dennoch: Hut ab (oder Kamm aus dem Afro?) für diese Power-Leistung der Illadelpher.
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