Southside 2008
Foto: Marcel Benoit

Southside 2008 Foto: Marcel Benoit © regioactive.de

Krieger eröffneten den dritten und letzten Tag des Festivals mit ihrem abgehärteten Bluesrock und deutschen Texten über Leid und Leben. Sie leiteten einen würdigen Abschluss des Southside 2008 ein.

{image}Es folgten Apoptygma Berzerk aus Norwegen mit geschmeidig angerocktem Synthpop. The (International) Noise Conspiracy lieferten in ihren lustigen lila Samtanzügen eine schön rockige und gelegentlich wohltuend ins psychedelische tendierende Show ab, was die langsam zahlreicher werdende Zuschauerschaft trotz der immer unbarmherziger werdenden Hitze zu würdigen wusste. Viele waren gespannt auf den nächsten Act, denn in den Charts wurden sie bereits bestätigt und sind in jeder Alternative-Disko ein Knüller: The Wombats. Mit ihrem Hit Let's Dance To Joy Division bekommen sie jedes Publikum zum tanzen. Mit ihrem unverwechselbaren Sound und ihrem Liverpooler Dialekt sorgten sie ordentlich für Stimmung. The Subways kamen direkt danach auf die Blue Stage und man traute seinen Augen kaum. Eine kleine, blonde und zierliche Basserin, die so richtig über die Bühne fegte, heizte die Menge nochmal an. Mit vielen Publikumsspielen haben die drei aus London stammenden Musiker ein gutes Konzert hingelegt, das wegen der Zuschauermenge auch auf der Hauptbühne hätte stattfinden können.

{image}Auf der Red Stage klatschten Blackmail ihr Indierock-Brett in die Menge und ließen mit dicken, schweren Saiten die Luft vibrieren. Wieder einmal bewies das Southside-Publikum Einsatzfreude und Begeisterungsfähigkeit, als von der Bühne aus zur Wall of Death aufgerufen wurde, was hervorragend funktionierte. Die Kaiser Chiefs ließen von der Hauptbühne aus eine Hitmelodie nach der anderen vom Fließband fallen und bewiesen sich als hervorragende Liveband mit einigem Begeisterungspotential. Ein wenig neidisch schielte Sänger Ricky Wilson auf den von der Feuerwehr in die Menge gehaltenen Wasserstrahl, der den völlig überhitzen Köpfen der Fans ein wenig Abkühlung verschaffte, während sich die Band in der prallen Sonne an ihren Instrumenten abrackern musste. Mit buntem Bühnenbild kam am frühen Abend die Band Panic At The Disco auf die Blue Stage. Eine außergewöhnliche Band mit ungewöhlichem Sound, spielte ein musikalisch derart sauberes Konzert, dass man zwischenzeitlich glaubte, irgendwer habe hinter der Bühne den Playback-Button gedrückt. Danach kamen Maximo Park, die gleich ihren Hit Girls Who Play Guitar auspackten. Um 22 Uhr schlossen sie die Blue Stage und entließen die Menge zum finalen Headliner, den Foo Fighters.

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{image}So manch einer wünscht ja nichts sehnlicher, als Dave Grohl endlich wieder hinter den Drums zu sehen, und böse Zungen behaupten gar, er könne keine Songs schreiben. Wer die Foo Fighters einmal live gesehen hat, dem bleiben solche Sprüche schnell im Halse stecken. Mit einem absolut brillanten Konzert zeigten die vier ihre ungeheure Bühnenpräsenz und nahmen damit mühelos den musikalischen Höhepunkt des ganzen Festivals für sich ein. Die Band schien weit mehr als nur Musik aus ihren Instrumenten holen zu können und besonders die von Dave Grohl größtenteils ohne Begleitung vorgetragene, sehr schlichte, aber wunderschöne Version von Everlong sorgte für rückhaltlose Begeisterung. Mit diesem Gig beendeten sie nicht nur ihre eigene Europatour, sondern auch ein wunderbar gelungenes Southside-Festival.

{image}Wer immer noch nicht genug hatte, konnte seine letzten Kraftreserven bis 2 Uhr im Partyzelt verschleudern, bis Armin Teutoburg von den Beatsteaks, der spontan als DJ eingesprungen war, das Southside Festival 2008 offiziell für beendet erklärte. Auf der Landebahn war die Party jedoch noch längst nicht vorbei, wo einige Hundertschaften mit abgebrochenen Pavillon-Stangen auf Mülltonnen, Bierfässern und Campinggeschirr ein spontanes, gigantisches Percussion-Konzert abhielten. Erst Stunden später, als die Sonne bereits wieder aufging, wurden den wie in Trance gespielten Trommlern nach und nach von der Security die Instrumente entzogen und eine lange letzte Southside-Nacht durfte endlich ihr wohlverdientes Ende finden.

 

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