Niemand geringeres als der beste französische Rapper und Superstar der Szene Booba zeigte in der Laiterie in Strasbourg sein Können im Rahmen der Ouest Side-Tour zum gleichnamigen Album. Ein guter Grund mal über die Grenze zu linsen.

{image}Booba hat zwar, mal vom splash! abgesehen, noch nicht den Weg nach Deutschland gefunden, aber diesmal immerhin in zumutbare Nähe. Also ab nach Strasbourg, um den Duc de Boulogne live sehen zu dürfen, was auch in Frankreich nicht alltäglich ist. Fast ein Jahr nach Erscheinen seines letzten Albums begibt er sich nun endlich auf Tour um es zu promoten. Was er jedoch nicht nötig hat, wirft man einen Blick auf seine Verkaufszahlen. Vielleicht umfasst die Ouest Side-Tour 2007 auch deshalb gerade mal 6 Konzerte.

Der Place to be dieses Abends war die Laiterie in Strasbourg. Nachdem der französische Shootingstar Kennedy dem Publikum kräftig einheizte, begab sich Booba pünktlich auf die Minute auf die Bühne um mit Mauvais Garcon, dem Intro der Ouest Side-LP, das Publikum von Beginn an durchdrehen zu lassen. Was die Erwartungen an den Rest des Konzerts extrem wachsen ließ. Doch glücklich ist, wer Booba heißt und ein solches Repertoire hat. Ohne sich mit unnötigen Pausen aufzuhalten, beschoss er das Publikum förmlich mit Hits. Von Au Bout Des Reves über Gun In My Hand bis Reponse En Paix, jedes seiner drei Alben (alle über sein indie-Label Tallac veröffenlicht) wurde untergebracht. Fast zwei Stunden ohne irgendwelche Hänger oder unnötige Längen. Er verzichtete dafür auf Tracks aus seiner Zeit mit Ali als Lunatic und spielte bis auf das Locked Up-Feature nur Solotracks.

{image}So erstaunlich der Erfolg des deutschen Vorzeige-indie-Labels Aggro Berlin ist, ist er doch nichts gegen den Erfolg, den Booba in Frankreich hat. Er wird von allen Seiten respektiert, wenn nicht sogar bewundert und gilt er als der beste Rapper, den Frankreich je hervorgebracht hat. Viele meinen sogar, wäre er Amerikaner, gäbe es keinen anderen Anwärter mehr für den Titel des G.O.A.T., selbst Rakim, Jay-Z oder Nas müssten einpacken. Den ersten Schritt über den großen Teich hat er mit dem Freestyle auf einem Whoo Kid-Tape bereits vollzogen. Jemand der unter anderem Young Jeezy, Styles P., Jay-Z oder Azad auf deren eigenen Beats platt machte, muss niemandem mehr etwas beweisen.

Dass er sich all dem bewusst ist, spürte man deutlich, doch genau diese Einstellung und Attitüde ist es, die seiner Musik diese unglaubliche Magie und Mystik verschafft. Niemand kann düsterer, härter und vielseitiger rappen als Booba. Dies bewies er mehr als nur einmal an diesem Abend. Ob komplett reduziert auf Strasses Et Paillettes, pimp-like auf Baby oder pompös auf Numero 10: stets erhöhte er die Messlatte und übersprang sie problemlos. Die absoluten Highlights waren gegen Ende die beiden Tracks Garde La Peche, bei dem die Beleuchtung bewirkte, dass die Bühne scheinbar in Flammen stand, und der Abschluss-Track und Überhit Boulbi, den er ganze 15 Minuten performte und damit dem Publikum den absoluten Rest gab.

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