Schon beim ersten Song "Avalyn" erzeugen Slowdive eine Atmosphäre, die es 2024 nur selten zu hören gab. Düster und geheimnisvoll lassen sie die Zuschauer im Schlachthof Wiesbaden in ein sphärisches Klanggewitter eintauchen.
Mit "Shanty" greifen sie die eben entstandene Energie auf und feuern mit ihren treibenden Rhythmen noch mehr entfesselte Kraft ins Publikum. Sängerin Rachel Goswell am Keyboard verleiht der hypnotischen Melodie zusätzliche Facetten.
Schwebende Melodien
Der kraftvolle Gesang über den schwebenden Melodien von "Star Roving" ist so hypnotisch, dass schon jetzt viele Zuschauer im Raum mit geschlossenen Augen tanzen und genießen. Das vielseitige "Catch The Breeze" erlaubt ein totales Abtauchen in die Melodie, bevor die energetischen Gitarrenwände aufdrehen und die Zuschauer wieder gebannt hinschauen und sich mitreißen lassen.
Die ausdrucksstarke Ballade "No Longer Making Time" explodiert in der Mitte mit einer krachenden Urgewalt. Die dynamische Melodie wird durch den emotionalen Duettgesang von Rachel Goswell und Neil Halstead sehr berührend. Der echohafte Duettgesang bei "Crazy For Love" durchschneidet in einem kurzen, ruhigen Moment die sonst energetisch treibende Melodie.
Traumhaft schön
Der zuckersüße Gesang von Rachel Goswell ist ein starker Kontrast zu der spannungsgeladenen Melodie von "Souvlaki Space Station", deren Dynamik immer weiter ansteigt. Die aktuellsten Songs "Chained To A Cloud" und "Kisses" aus dem 2023 veröffentlichten Album "Everything Is Alive" passen mit ihrer treibend hypnotischen Energie perfekt zu den Klassikern.
Zum Schweben und Träumen eignet sich "Alison", das zum Schluss aber auch wieder mit seiner Dynamik in einer Urgewalt explodiert. Diese Energie wird durch die treibenden Gitarren in "When The Sun Hits" noch weiter angefeuert. Die visuell gewaltigen Lichtanimationen verstärken den hypnotischen Sound zusätzlich in ihrer Wirkung. Perfekt inszeniert beim Cover "Golden Hair" des ehemaligen Pink Floyd Sängers Syd Barrett mit seinem Gesicht in den pulsiernd flackernden Lichtmustern.
Akustische Klänge in der Zugabe
Während das kraftvoll dynamische "Machine Gun" wieder von den hypnotischen Gitarrenklängen durchzogen ist und Rachel Goswell ihre Stimme zart in die Melodie einwebt, bietet der nächste Song einen totalen Kontrast zu allen anderen Songs des Konzerts.
Die Akustik-Ballade "Dagger" ist ein zartes Duett von Rachel Goswell und Neil Halstead, die sich dabei nur mit ihren Akustik-Gitarren begleiten. Dieser Song berührt und passt trotz des stilistischen Bruchs als Kontrast sehr gut in das Gesamtkonzept des Konzerts. Der Abschluss mit "40 Days" ist wieder pure Energie mit den treibenden Sounds und wird vom Publikum am Ende frenetisch beklatscht und abgefeiert.
Setlist:
Avalyn / Shanty / Star Roving / Catch The Breeze / No Longer Making Time / Crazy For Love / Souvlaki Space Station / Chained To A Cloud / Kisses / Sugar For The Pill / Alison / When The Sun Hits / Golden Hair // Machine Gun / Dagger / 40 Days




