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der Cast von "Game of Thrones" bei der German Comic Con 2019 © Erik Winkes

Mit einer nie da gewesenen Zahl an Schauspielern und Schauspielerinnen aus Filmen und TV-Serien feiert die German Comic Con ihr großes 5-jähriges Jubiläum in Dortmund. Trotz kleiner Defizite ist das Event ein echtes Fanfest.

Das Jubiläumsevent 5 Jahre German Comic Con hat nach der tollen Spring Edition 2019 auch im Dezember am 7. und 8. Dezember 2019 unglaublich viel zu bieten.

Das Panel der Serienstars aus "The Vampire Diaries" und "The Originals" am Sonntag sprengt alle Dimensionen. Geniale Interviews, rührende Momente und viele Überraschungen prägen das ganze Wochenende.

Diskussionswürdig

Trotz vieler positiver Aspekte gibt es ein Thema, dass sich wie ein roter Faden durch sämtliche Events der German Comic Con zieht. Besucher beklagen sich permanent, dass sie ihren Star nicht sehen können, weil er am falschen Tag anwesend ist. Dagegen könnte man als Organisator leicht auf die Wochenendtickets verweisen, die ermöglichen sollen, alle Stars auch außerhalb von gebuchten Photo-Opps und Autogrammstunden sehen und sprechen zu können.

Das würde gehen, wenn, ja wenn alle großen Stars tatsächlich an der Panel Stage teilnehmen würden. Bei Paul Wesley, der wegen kurzfristig angesetzter Dreharbeiten bereits am Sonntag abreisen musste und somit das Panel der "Vampire Diaries" am gleichen Tag verpasst, kann man noch Nachsicht üben. Unverständlich ist dagegen, dass Special Guest Steven Yeun (Glen) von "The Walking Dead" an beiden Tagen an keinem Panel teilnimmt.

Wenn Stars nur für sehr hohe Preise für Fototermine oder Autogrammstunden zugänglich sind, widerspricht das dem eigentlichen Sinn einer Convention und stört das Gleichgewicht zwischen berechtigten kommerziellen Interessen und dem Wunsch nach Nähe und Fanerlebnis.

Game Of Thrones

Der Samstag startet mit dem Mega-Panel von zehn Stars aus "Game Of Thrones". Anwesend sind Nathalie Emmanuel, Jerome Flynn, Gethin Antony, Gemma Whelan, Hafpor Julius Björnsson, Carice van Houten, Liam Cunningham, Donald Sumpter, Kae Alexander und Ross Mullan. Nathalie Emmanuel sagt, dass sie nach ihrer letzten Szene in ihren Trailerbus gegangen ist und geweint hat. Ihr Serientod hat viele Fans und auch ihre Kollegen berührt.

Auf die Frage, wer hätte auf jeden Fall überleben sollen, sagt der riesige Hafpor Julius Björnsson: "Nathalie" und Jerome Flynn pflichtet ihm bei mit den Worten: "Her death was a heart breaker". Das findet Anklang beim Publikum, im Gegensatz zu Carice van Houten, die mit: "König Joffrey" ein großes Raunen im Publikum auslöst.

Schlagfertig antwortet Liam Cunningham auf die Frage nach einem möglichen Prequel zu "Game of Thrones". Er wünscht sich eine Show mit dem Namen: "Better Call Davos", eine nette Anspielung auf das Prequel von "Breaking Bad". Das löst ebenso großes Gelächter aus wie die Frage, wer sich selbst schon mal in einer Synchronsprache gehört hat. Gemma Whelan antwortet: "The Geman version sounds better like me".

David Harbour und Jake Busey

Special Guest David Harbour ist ein Vulkan, er sorgt für tolle Unterhaltung im Publikum. Gefragt nach der Entwicklung seiner Figur in "Stranger Things" antwortet er: Eine Transformation wie Gandalf in "Herr der Ringe" nach dem Kampf mit dem Balrog von Gandalf (dem Grauen) zu Gandalf (dem Weißen) mit neuen Kräften und Fähigkeiten.

Jake Busey ist der coole Typ auf der Bühne. Ihm wurde bei "Stranger Things" schlagartig seine Rolle bewusst: "I'm the guy that everybody hates". Im späteren Einzelgespräch gibt er Auskunft zur neuen Actionserie "L.A.'s Finest", dem Ableger zu den Kinohits von "Bad Boys". Dort trifft er als Drogendealer Bishop Duval auf Gabrielle Union in der Rolle der Sydney Burnett.

Jake Busey hat dabei am Entstehungsprozess von Episode 10 der 1. Staffel maßgeblich mitgewirkt. Die ausgeflippte Drogenparty in der Villa, die coolen Autos und das Zielschießen mit dem Maschinengewehr auf fliegende Drohnen hat er kreativ mitgestaltet.

The Walking Dead

Das erste Panel von "The Walking Dead" bestreiten Melissa McBride, Ryan Hurst, Ross Marquand, Seth Gilliam, Cooper Andrews, Michael Cudlitz, Alanna Masterson, Katelyn Nacon und Avi Nash. Angesprochen auf ihren Serientod sagt Alanna Masterson grinsend: "I'm still alive", während sie sich mit dem Daumen selbst die Kehle durchschneidet. Gefragt, wer sich die fertige Produktion hinterher ansieht, landet Avi Nash den Lacher mit gespielter Angst: "I'm too scared to watch it".

Angesprochen auf die Zukunft der Serie antwortet Melissa McBride: "The Carol-Ezekiel story is not finished".  Außerdem, wenn es ums Überleben geht: "Carol is a survivor". Schließlich hat ihre Figur in der Serie die 10. Staffel erreicht, während Carol in der übersprünglichen Graphic Novel von Robert Kirkman nicht mal die 1. Staffel überlebt hat.

Michael Cudlitz kehrte kürzlich als Regisseur zu "The Walking Dead" zurück, nachdem seine Figur Abraham schon seit Staffel 7 nicht mehr dabei ist. Er sagt: "Coming back to the show is like coming home". Nebenbei macht er noch einen kleinen Spaß mit dem neuen Kollegen Ryan Hurst. Cudlitz: "I loved the show before Ryan came in".

Gefragt nach der härtesten, emotionalen Szene antwortet Ross Marquand: "The dying Jesus". Eine visuell spektakuläre Kampfszene auf dem Friedhof, die Tom Payne trotz all der Tritte und Sprünge ohne Hilfe von Drähten zur Stabilisierung durchgeführt hat.   

Ausblick

Die härteste Szene von Cooper Andrews kommt erst noch. Er sagt: "Physical for Jerry, the next one" und meint damit die noch nicht veröffentlichte Folge 9 der 10. Staffel. Beim zweiten Panel von "The Walking Dead" sitzen auf der kleinen Bühne Madison Lintz, Matt Lintz, Michael Traynor, Brighton Sharbino, Emily Kinney, Joshua Mikel, Cassady McClincy, Nadine Marissa und Call McAuliffe. 

Die Fanfrage, wie "The Walking Dead" einmal enden sollte, beantwörtet Call McAuliffe mit "an alien invasion". Joshua Mikel denkt eher an ein plötzliches Erwachen im Sinne von: "It was all a dream". Nadine Marissa wünscht sich für ihre Rolle der mehrfachen Mutter noch mehr Kinder, mindestens zehn.

Einen Aus- und Einblick abseits von "The Walking Dead" gibt Madison Lintz im Einzelgespräch. Sie spielt seit Jahren in "Bosch" die Serientochter von Hauptdarsteller Titus Welliver. Die Serie ist schon deshalb ungewöhnlich, weil die Geschichten auf den Romanvorlagen von Michael Connelly beruhen. Als "book to TV-show adaption" ist "Bosch" laut Madison Lintz "very classical".

Das Produzententeam von "Bosch" aus Michael Connelly und Eric Overmyer ist dabei so flexibel, dass sie jederzeit neue, auch reale Fälle aufgreifen und adaptieren können. Das Format von Amazon Prime umfasst derzeit fünf Staffeln, die sechste Staffel wird gerade gedreht und Staffel 7 wird definitiv auch noch kommen.  

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The Vampire Diaries

Am Sonntag herrscht absoluter Ausnahmezustand. Die Hauptbühne wird komplett umlagert, warten die Besucher doch auf das Panel von "The Vampire Diaries". Der große Superstar des Wochenendes ist Ian Somerhalder, der am Sonntag auch noch Geburtstag hat. Als Ian gemeinsam mit Michael Trevino, Riley Voelkel und Olga Fonda die Bühne betritt, wird der Kreischalarm ohrenbetäubend.

Die Fanfrage, welches andere Wesen aus der Serie die Stars hätten spielen wollen, bringt lustige Antworten hervor. Ian Somerhalder wollte kein Hybrid sein, Werwolfdarsteller Michael Trevino dagegen kein Vampir, denn "Vampires are too pretty and soft".

Die Frage nach der besten Szene ist für Ian ganz klar die Vergangenheit rund um 1864, da er den Stil und die Kleidung der Zeit mag. Für Riley Voelkel war es der Moment, als ihr Serienbruder, der Urvampir Klaus, sie in der Spin-off Serie "The Originals" erstmals "sister" nannte.

Ian erzählt auch,dass er schon während "The Vampire Diaries" sagte, "The Originals should have their own show". Genau das passierte letztlich auch, so dass er und sein Freund Daniel Gillies weiter an diesem Projekt arbeiten konnten. Der rührendste Moment des Wochenendes ist die Fanfrage einer Rollstuhlfahrerin. Ian Somerhalder setzt sich zu ihr an den Bühnenrand, kümmert sich ganz reizend um die junge Frau.

Arrow

Ein spannendes Interview gibt Katie Cassidy, die in "Arrow" von der Anwältin Laurel Lance zur Superheldin Black Canary wird und später noch das böse Spiegelbild Black Siren spielt. Katie Cassidy, die inzwischen bei "Arrow" auch als Regisseurin hinter der Kamera steht, wird auch Teil der neuen Spin-off Serie "Green Arrow And The Canaries" sein, wie sie selbst bestätigt. 

Die Kampfszenen sind heftig, auch für die Stunt Doubles. Sie selbst trainiert viel und die Regisseure nutzen die Schauspieler in jeder Szene "as long as possible". Damit der Austausch zu den Stunt Doubles möglichst unbemerkt geschieht, müssen die nicht nur einen ähnlichen Körperbau haben, sondern die Doubles müssen sich antrainieren, "to walk and move like the actor". Das Stunt Double von Katie hat sich bei einer Explosion, bei der die Figur dann vom Dach springt, im Gesicht verletzt.

Wie viele Schauspieler spielt auch Katie Cassidy lieber die böse Rolle, weil es so viel mehr Spaß macht. Als Dämonin Ruby war sie in "Supernatural" dabei. Danach gefragt und nach den beiden Hauptdarstellern Jensen Ackles und Jared Padalecki sagt sie: "These boys are really troublemakers". Ihr bester Moment in "Arrow" war "the moment I put on the black jacket". 

True Blood

Kristen Bauer van Straten war Teil des legendären Casts der gefeierten Vampirserie "True Blood". Ihr Fazit: "best writers, best cast". Dabei ging es gar nicht gut los. Auf der US Comic Con wollte damals vor der TV-Veröffentlichung niemand mit den Stars sprechen. Nur ein Jahr später waren sie die gehypten Megastars und benötigten Security. 

Die häufig gestellte Frage nach Souvenirs, welche die Stars sich nach den Drehs sichern, ist eindeutig. Während der Produktion ist alles gesichert, auch wegen möglicher Nachdrehs. Hinterher kann man das eine oder andere "abgreifen". Die bekennende Veganerin Kristen Bauer ist hinsichtlich des Essens begeistert von Berlin. Für sie ist Berlin "one of the capital cities for vegan food".

Breaking Bad

Ein Kerl wie pures, verbales Dynamit ist Giancarlo Esposito. Der Star aus "Breaking Bad" hat so viel Energie in der Stimme, sein Panel ist hochspannend vom ersten bis zum letzten Moment. Zu seiner Rolle des Drogenhändlers sagt er: "Everybody knows Gus Fring, but almost no one my name". 

Das Prequel "Better Caul Saul", in dem die Vorgeschichte wesentlicher Hauptfiguren rund um den windigen Anwalt Saul Goodman erzählt wird, zeigt gleichzeitig auch den Weg von Gus Fring. Für Giancarlo Esposito ist es "very difficult to go back in 'Better Caul Saul'. In 'Breaking Bad' Gus is fully developed. On the way there Gus could be more sensitive and vulnerable, not so evil."  

Ausführlich beschreibt er seine Todesszene in "Breaking Bad" und die ganze Vorbereitung. Verantwortlich für die Umsetzung war damals Maskenbildner und Special Effekt Star Greg Nicotero, der seit 2010 das Set von "The Walking Dead" betreut. Für die Explosion, die Gus den halben Hinterschädel wegreißt, erstellten sie mehrere Kopfdummies, um den perfekten Kamerawinkel zu erproben. Dann haben sie einen digitalen Bewegungsabdruck seines Mundes genommen. Denn der Kiefer bewegt sich ja noch, während man am Ende durch den Schädel durchblicken kann.

Christopher Lloyd

Wer kennt ihn nicht, den legendären Doc Brown aus "Zurück in die Zukunft". Schauspiellegende Christopher Lloyd ist da und erzählt viele Geschichten rund um diese drei Kultfilme. Sein Lieblingsteil ist Teil 3. Er spielt im Wilden Westen, es gibt Cowboys und Pferde. Doc Brown hat sogar eine Romanze, eine Facette, die Christopher Lloyd als Schauspieler nur selten zeigen konnte.

Hätte er heute die Wahl, wohin er reisen würde, dann aber ganz klar in die Zukunft. Das geht in jedem Fall besser mit dem Delorian als mit dem ursprünglich erdachten Kühlschrank als Zeitmaschine. Der Dreh des ersten Films hatte zudem die Schwierigkeit, dass Michael J. Fox zunächst keine Zeit hatte. 

Nach sechs Wochen Produktion mit einem anderen Darsteller namens Eric Stoltz hatte Michael J. Fox plötzlich doch Zeit. Also wurden alle Szenen von Marty neu gedreht und die Beziehung der beiden Hauptdarsteller "klicked from the first moment".

Meat Loaf

Das letzte große Panel ist dem Schauspieler und Rockstar Meat Loaf vorbehalten. Der Sänger, der nach vier Rückenverletzungen kaum noch live auftreten kann, ist auf dem Panel pure Comedy. Er sitzt allein an der Bühnenkante, ohne Interviewer. Er erzählt und beantwortet Fragen, klingt aber stets wie ein alter, knurriger Haudegen.

Bloß keine Musik hören, um Stress abzubauen, verkündet er. Die Musik anderer Künstler hört er nur, wenn er ein neues Album produziert, um mitzukriegen, was sich so auf dem Musikmarkt tut. Seine eigenen Songs schaltet er immer ab, wenn er sie im Radio hört. Denn scheinbar spielen sie die Songs im Radio schneller und er hört sich selbst singen wie eine Figur aus "Alvin and the Chipmunks". 

Die Frage nach dem Cast von Fight Club liefert eindeutige Antworten: "Brad Pitt is like you and me, a rock-steady man. David Fincher is a genius. And Ed Norton (Pause) is Ed Norton". Die oft gestellte Frage nach den Souvenirs beantwortet Meat Loaf so: "Every actor tries to take stuff with. They make special shoes for you – walk out with them". Für solche Einblicke und Einsichten lohnt sich die German Comic Con.

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