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KISS (live in Iffezheim 2019) © Rudi Brand

Zurück von einem Neujahrskonzert in Dubai äußern die KISS-Kollegen Gene Simmons und Paul Stanley ihre Meinung zum Thema Rockmusik. Diese könnte unterschiedlicher nicht sein.

In einem Zoom-Interview mit Gulf News diskutieren KISS-Bandmitglieder Gene Simmons und Paul Stanley vergangene Woche über den aktuellen Status des Rock'n'Roll. Während Stanley felsenfest an die Musikrichtung glaubt, erklärt Simmons diese für tot. 

Stanley als Verfechter von Rockmusik 

Für Paul Stanley bleibt Rockmusik trotz Gegenwind unangefochten: "Nun, es ist sehr interessant, dass die einzige Musik, die beständig Konzerte in großem Umfang ausverkauft, Rock'n'Roll ist", so der Gitarrist.

Für ihn seien aktuelle Shows lediglich eine Nachahmung ihrer eigenen. "Die Kiss-DNA ist in jeder Unterhaltungsvenue, die es gibt. Wir haben das Buch der Präsentation geschrieben, und es gibt keine Band oder keinen Entertainer da draußen, den ich mir nicht ansehe und leise in mich hineinlachen muss, und das aus keinem anderen Grund außer, als dass ich realisiere, dass wir unsere Spuren hinterlassen haben."

Er setzt ganz klar auf eine Zukunft des Rock'n'Roll, alleine schon, weil "Led Zeppelin alles überdauern werden, was heute die Nummer eins ist." 

Simmons erklärt Rock für tot

Sein Bandkollege Gene Simmons hingegen sieht die Sache etwas kritischer: "Rock ist tot. Und das liegt daran, dass neue Bands sich nicht die Zeit genommen haben, Glamour, Aufregung und episches Zeug zu kreieren." Alle legendären Rockkünstler würden zu viele Jahre zurückliegen.

Das beginne bei den – für ihn grandiosen – Foo Fighters, die inzwischen 20 Jahre alt sind und man könne weitere 30 Jahre zurückgehen und dort Legenden wie Elvis, die Beatles, Jimi Hendrix und die Rolling Stones vorfinden. "In der Disko hatte man Madonna, und dann Hardrock, man hatte AC/DC, vielleicht uns, ein paar andere. Motown, all diese bedeutende Musik."

Doch niemand heute käme an diese Musik heran. Es gebe zwar zahlreiche Arten von populären Bands, keine davon seien jedoch ikonisch genug oder hinterließen ein andauerndes Vermächtnis. 

Fehlende Einzigartigkeit

Auf die Nachfrage, ob es denn innerhalb der nächsten 30 Jahre ikonische Acts geben würde, reagierte Simmons ebenfalls skeptisch. Ihm fehle die Einzigartigkeit.

Das selbstständige Schreiben, Arrangieren und Produzieren von Songs ganz ohne technischen Einfluss. Das könne er sich bei den Künstlern der neuen Generation, die so sehr von dieser Technik abhängen, nicht vorstellen.

Eilish und Gaga als Vorzeigekünstlerinnen

Als Gegenbeispiel nennt er u.a. Sängerin Billie Eilish. "Ich denke, Billie Eilish ist fantastisch. Sie ist interessant, weil sie und ihr Bruder tatsächlich das Material schreiben und einzigartig für sich sind." Auch Lady Gaga hat es dem KISS-Bassisten angetan. Sie würde ebenfalls ihre eigenen Songs schreiben und könne singen, wie keine Zweite. 

Am Ende des Tages sind alle Meinungen zum Thema für Simmons absolut okay – auch die der Musikfans von Pop-Divas, die ihre Lieder nicht selbst schreiben und kein Instrument spielen können. Es würde keine Rolle spielen. "Aber es sind eben nicht die Beatles." 

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