EINAR SCHLEEF – ICH HABE KEIN DEUTSCHLAND GEFUNDEN Deutschland 2026, Regie: Sandra Prechtel, Dok, 92 min.
„Es hat nur zwei Genies in Deutschland nach dem Krieg gegeben, im Westen Fassbinder und im Osten Schleef“, so Elfriede Jelinek. Als Einar Schleef 2001 mit nur 57 Jahren viel zu früh stirbt, ist er alleine, erst Tage später erfährt die Öffentlichkeit von seinem Tod. Wie kommt es, dass dieser Maler, Autor und Pionier des deutschen Regietheaters im Osten, später im Westen und schließlich im wiedervereinten Deutschland – gleichermaßen anerkannt und verkannt, gefeiert und verhindert, zielsicher und unverstanden – überall fremd blieb? Das elliptisch montierte Archivmaterial lässt vor allem Schleef selbst sprechen – sprunghaft, stotternd, schonungslos. Behutsam fügt Sandra Prechtel aus biographischen Schlaglichtern das Porträt eines so widerständigen wie verletzlichen Einzelgängers. Erzählt wird vom Theater, den Verdrängungsmechanismen der Nachkriegsgesellschaft und von deutsch-deutscher Wirklichkeit.
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