Moving History Spezial - VATERLAND

Festival
19:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Moving History Spezial - VATERLAND

Info

VATERLAND
Polen, Deutschland, Italien, Frankreich 2026, R: Paweł Pawlikowksi, Spiel, 82 min.

Im Jahr 1949 reist der emigrierte Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann erstmals wieder nach Deutschland zurück: es ist bereits eine geteilte Heimat, in der sich der Kalte Krieg abzuzeichnen beginnt. Anlass ist eine zweifache Preisverleihung: in der Paulskirche wird Thomas Mann der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main überreicht, wenig später erhält er im Deutschen Nationaltheater in Weimar den Goethe-Nationalpreis. Angesichts dieser doppelten Ehrung reflektiert der Film, wie sich in Westdeutschland und der Sowjetischen Besatzungszone die Erbauer der neuen Ordnungen in Ost wie West auf das Fundament der deutschen Kultur berufen – und zugleich deutsche Verbrechen und neues Unrecht verdrängen. Thomas Mann wurde bei seinen historischen Besuchen von seiner Frau Katja begleitet – der Film stellt ihm hingegen seine Tochter Erika an die Seite. Hierdurch konturiert Paweł Pawlikowski die divergierende Haltung von Vater und Tochter gegenüber der Last der Vergangenheit. Die gemeinsame Trauer von Vater und Tochter um Erikas Bruder Klaus Mann, der sich in diesen Tagen das Leben nimmt, mischt sich mit der Verzweiflung über deutsche Schuld und die Zweifel an einem Neubeginn.
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