Wer die letzte Tour von The Weeknd 2023 live gesehen hat, wird viele Elemente wiedererkennen. Dennoch zeigt The Weeknd eine deutliche Weiterentwicklung. So ist sein Konzert heute noch emotionaler und persönlicher als 2023.

Schon der Blick auf die lange Mittelbühne, die sich bis ganz nach hinten zur B-Stage zieht, ist optisch der Show von 2023 sehr ähnlich. Ebenso ist in der Mitte der Mittelbühne wieder ein Kreis, in dem eine riesige Statue steht. Nur diesmal ist der Körper in der Farbe Gold gehalten.

Neu sind die beiden seitlichen Stege, die vom Kreis der Mittelbühne weit in den Innenraum ragen. Dadurch kommt The Weeknd während dem Konzert viel näher an sein Publikum. Wieder dabei auf der Bühne sind die mit Masken und tuchartigen, roten Kostümen vollständig verhüllten Tänzer und Tänzerinnen. Sie verleihen der Show wie schon 2023 eine besondere Magie und Eleganz.

Neue Songs

Die verhüllten Tänzer und Tänzerinnen betreten die Bühne. Mit langsamen Schritten füllen sie von vorne und hinten den Mittelsteg. Manche halten eine schwarze Rauchfackel in die Luft. Um die goldene Figur im Mittelkreis schießen Flammen in die Luft.

Plötzlich ist The Weeknd einfach da. Er schlendert mit Gesichtsmaske um die goldene Figur, zelebriert lässig das Opening und lässt sich mit ausgebreiteten Armen abfeiern. Die fließende, dennoch mitreißende Energie des neuen Songs "Baptized In Fear" lässt das Publikum schon jetzt schreiend ausrasten.

Im fließenden Übergang wechselt The Weeknd in den ebenfalls neuen "Open Hearts" mit seinem groovenden Rhythmus. Das dunkel, mystische "Wake Me Up" mit seiner dramatischen Spannungsmelodie wird optisch untermalt durch die Tänzer und Tänzerinnen, die im Mittelkreis um die goldene Figur herum tanzen. Mit "After Hours" rundet er das Opening ab.

Der ganz große Chor

Langsam steigert The Weeknd die Stimmung zum nächsten Song hoch. Die Fans kennen jedes Wort. The Weeknd will das ganze Publikum im Stadion singen hören. Mit weiten Armen peitscht er seine Fans hoch. Dann explodiert das Publikum zu den mitreißenden Klängen des ersten Superhits "Starboy".

Am Ende des nächsten mitreißenden Powersongs "Heartless" nimmt The Weeknd unter frenetischem Jubel seine Gesichtsmaske ab. Mit großen Gesten schlägt er sich auf sein Herz, zelebriert wieder seine Verbundenheit zu seinen schreienden Fans.

Im Rhythmus der Musik pulsieren zu "Cry For Me" die Lichter der ausgeteilten Armbänder. Gleichzeitig schießen die Flammen an allen Bühnenteilen im Stadion hoch und untermalen optisch und emotional die Songzeile "burning up my home".

Mitten ins Publikum

Der nächste Ohrwurmhit "Take My Breath" reißt das Publikum ebenso gnadenlos mit wie das pulsierend energetische "How Do I Make You Love Me?". Der Höhepunkt dieses Hitfeuerwerks ist das explodierende "Can't Feel My Face". The Weeknd peitscht auf dem Mittelsteg das Publikum hoch. Die energetische Welle ist förmlich aus der Luft greifbar und in jedem Körper spürbar.

Mit "Lost In The Fire" kommt The Weeknd erstmals auf der B-Stage hinten im Stadion an. Unten bei den Fans nimmt er kurz Kontakt auf, geht aber zurück in die Mitte und mit "Often" betritt er den seitlichen, linken Steg. Im Gegensatz zu 2023 ist er so im ganzen Stadion viel präsenter und für viele Fans auch emotional näher.

Hier sieht man klar, dass The Weeknd das Grundkonzept seines Konzerts von 2023 beibehalten hat, es aber 2026 noch dichter am Publikum zelebriert und so auch emotional präsenter ist. 

Im Duett

Mit seinem Freund Playboi Carti, dem amerikanischen Rapper, der vorher mit seiner Support-Show schon für heiße Stimmung im Deutsche Bank Park gesorgt hatte, schalten sie mit "Timeless" und "Rather Lie" wieder in den Vollgasmodus. Die pulsierenden Lichter, die entfesselte Energie lässt auch The Weeknd sich vor Playboi Carti verneigen.  

Mit "Out Of Time" ist The Weeknd wieder nah beim Publikum. Er klatscht Hände ab, singt mit dem Publikum und macht kurz Selfies. Er läuft überall herum, will so viel Kontakt zu seinen Fans wie möglich. Zurück auf der B-Stage zelebriert er "I Feel It Coming".

Ein besonderer Moment entsteht bei "The Abyss", dem gemeinsamen Song mit Lana Del Rey. The Weeknd steht hinter seiner still stehenden Dance-Crew, während er diese Power-Ballade mit gewaltiger Kraft in den Himmel schmettert. 

Superhits

Schon bei den ersten Klängen von "Save Your Tears" singt das Publikum emotional aufgeladen mit. The Weeknd forciert das noch, pusht das Publikum dazu, noch lauter und energiegeladener mitzusingen. Auch "Less Than Zero" wird frenetisch abgefeiert. 

Vom seitlich rechten Steg heizt er wieder das Publikum an und zieht die Spannungskurve hoch für die emotionale Explosion von "Blinding Lights". Die Energiewelle und der lautstarke Gesang rollen mit Urgewalt durch das Stadion.

Die phasenweise an eine sakrale Messe erinnernde Show endet zunächst mit "Without A Warning", als sich schon optisch die Tore auf der Videowand langsam schließen und alles dunkel wird.

Erinnerung und Höllenfeuer

Aus traurigem Anlass nimmt The Weeknd "Odd Look" in seine Setlist mit auf. Der Song stammt von dem vor wenigen Tagen verstorbenen französischen Star-DJ Kavinsky. Beide waren wohl eng befreundet. 

Nach dieser Hommage fliegen zu "House Of Balloons" zahlreiche Bälle durch den Innenraum. Den heißen Schlusspunkt "Moth To A Flame" kann man wörtlich nehmen. Denn zum letzten Song setzt The Weeknd das Stadion optisch total in Brand.

Er zündet alles an Pyro und Feuerwerk, was die Technik hergibt und sorgt für ein würdiges Finale einer gigantischen Hitshow,. Eine Riesenshow.

Setlist:

Baptized In Fear / Open Hearts / Wake Me Up / After Hours / Starboy / Heartless / Faith / Cry For Me / Sao Paulo / Until We're Skin & Bones / Take My Breath / Sacrifice / How Do I Make You Love Me? / Can't Feel My Face / Lost In The Fire / Often / Given Up On Me / I Was Never There /  The Hills / Timeless / Rather Lie / Creepin' / Niagara Falls / On Of The Girls / Stargirl Interlude / Out Of Time / I Feel It Coming / Die For You / Is There Someone Else? / Wicked Games / Call Out My Name / The Abyss / Professional / Save Your Tears / Less Than Zero / Blinding Lights / Without A Warning // Odd Look / House Of Balloons / Moth To A Flame