Das Highfield 2025 startete mit einer Mischung aus Vorfreude und Fragezeichen. Der Brand des Riesenrads im letzten Jahr hängt immer noch wie ein Schatten über dem Festivalgelände. Doch sobald sich am Freitag die Tore öffneten, war klar: Hier geht es nicht um Vergangenes, hier geht es um drei Tage Ausnahmezustand.

Der Auftakt war gnadenlos heiß. Über 30 Grad, die Sonne brannte, und schon beim Opener Kasi lag ein Staubschleier über dem Infield, der das ganze Wochenende nicht mehr weichen sollte. Wacken hat Schlamm, das Highfield hat Staub – und der wurde zum ständigen Begleiter.

Freitag – die Staubhölle

Die Headliner des Tages – Deichkind, Nina Chuba und Blond – gaben den Takt vor. Blond, derzeit auf steilem Aufstieg, brachten gleich zum Start ein ungewöhnlich freizügiges, fast schon provokatives Festival-Feeling mit.

Ironisch oder ernst – explizite Themen waren an diesem Wochenende kaum zu übersehen. Deichkind verwandelten die Bühne in ein perfekt inszeniertes Theaterstück, während Nina Chuba deutlich lockerer wirkte als noch im Vorjahr.

Samstag – der große Abriss

Der Samstag brachte Abkühlung in der Luft, aber nicht auf den Bühnen. Electric Callboy rissen die Green Stage ab, Techno und Metal verschmolzen zu einer ekstatischen Party, Pyros und Konfetti verwandelten das Feld in ein tobendes Chaos. Es war der vielleicht wildeste Moment des Wochenendes.

Madsen lieferten als Gegenpol ihren erdigen Indierock, gewohnt souverän. Weniger reibungslos verlief der Auftritt von Royal Republic: Ein Stromausfall zwang die Band zur Pause – nicht die einzige Panne, schon am Freitag hatten die 257ers mit einem ähnlichen Problem zu kämpfen.

Bilderbuch enttäuschten dagegen. Zwischen Rock-Pose und Kunst-Performance blieb unklar, welche Rolle Sänger Maurice Ernst eigentlich spielen wollte – überzeugend war es nicht.

Sonntag – Emotionen und internationales Flair

Der dritte Tag gehörte dem Rock. Zebrahead, The Kooks, The Subways – und als Höhepunkt Frank Turner. Während Zebrahead mit einer Bar auf der Bühne für die wohl lässigste Aktion des Wochenendes sorgten, war es Turner, der das Festival emotional auf den Punkt brachte. Sein Auftritt war nicht nur der Abschluss seiner Tour, sondern auch einer dieser seltenen Festivalmomente, in denen alles passt: Energie, Leidenschaft, Euphorie.

Den Schlusspunkt setzten Clueso und K.I.Z., die das Highfield mit zwei sehr unterschiedlichen Stimmungen ausklingen ließen – der eine melancholisch, die anderen brachial.

Fazit – Staub bleibt

Drei Tage voller Hitze, Staub und Musik, die in Erinnerung bleibt. Ein starkes Highfield, wenn auch mit Kritikpunkten: Das neue Riesenrad sorgte kaum für Begeisterung, die langen Schlangen früherer Jahre blieben diesmal aus.

Für 2026 sind mit SDP und den Beatsteaks bereits zwei große Namen gesetzt. Alles deutet darauf hin, dass der Staub auch im nächsten Jahr wieder zum festen Bestandteil des Highfield gehört.