Dream Theater gelten seit den 1990ern als eine der prägenden Bands des Progressive Metal – ähnlich wie Genesis, Pink Floyd oder Yes für den Progressive Rock der 1970er.
Dabei spalten sie nach wie vor die Szene: Während die einen die musikalische Komplexität und Virtuosität feiern, kritisieren andere die ausgedehnten Instrumentalpassagen, den Gesang von James LaBrie (62) oder den Hang zur Theatralik. Unbestritten bleibt jedoch der Anspruch, mit dem sich die Band seit Jahrzehnten ihren Platz im Genre erarbeitet hat.
Portnoy wieder an Bord
Mit der Rückkehr von Gründungsmitglied Mike Portnoy (58) vor zwei Jahren ist das klassische Line-up der Band wieder komplett.
Neben Portnoy standen John Petrucci (Gitarre), John Myung (Bass), Jordan Rudess (Keyboard) und Sänger James LaBrie auf der Bühne. Das Publikum begrüßte insbesondere den Schlagzeuger mit großer Begeisterung.
Musikalische Präzision auf der Bühne
Die Show überzeugte durch hohe spielerische Präzision. Keyboarder Rudess und Gitarrist Petrucci agierten teils synchron und technisch auf höchstem Niveau. Myung spielte konzentriert und zurückhaltend, bildete aber gemeinsam mit Portnoy ein stabiles rhythmisches Fundament. Auch ein technischer Zwischenfall – ein Saitenriss an Myungs Bass – führte zu keinerlei Unterbrechung.
LaBrie präsentierte sich stimmlich stabil. Der Klang auf der Parkbühne war dabei für ein Open-Air-Konzert auffallend klar und differenziert.
Bekanntes und Neues auf der Setlist
Die Setlist ähnelte den Auftritten in Hamburg und Nürnberg. Gespielt wurden sowohl Klassiker wie "The Mirror", "Caught in a Web" und "Pull Me Under" als auch aktuelle Titel wie "Answering the Call" und "A View From the Top of the World". Das Programm spannte damit einen Bogen durch vier Jahrzehnte Bandgeschichte.
Zwei Stunden Musik – ohne Pause und ohne Vorband
Dream Theater spielten ein durchgehendes zwei Stunden langes Set – ohne Vorband und ohne Unterbrechung. Trotz einiger Titel mit einer Laufzeit von über 15 Minuten wirkte das Konzert abwechslungsreich und kurzweilig. Jeder Song war dramaturgisch durchdacht und in eine stimmige Gesamtshow eingebettet.
Nach etwas mehr als zwei Stunden verabschiedete sich die Band von der Bühne – mit einem Konzert, das bei vielen Fans sicher in Erinnerung bleiben dürfte.









