Bei der letzten Station ihrer Tour zeigen Nick Mason's Saucerful of Secrets, dass sie ihre Interpretation des Sounds und Stils der frühen Pink Floyd stetig verbessert und perfektioniert haben. Die Zuschauer danken es ihnen mit zahlreichen standing Ovations.

Als Nick Mason 2018 erstmals mit seinem Projekt Saucerful of Secrets auf Tour ging, war es eine Sensation die Musik der frühen Pink Floyd von einem Originalmitglied zu hören.

Nach einer ganzen Reihe von Tourneen hat sich das Gefühl der Sensation abgeschwächt, aber Routine ist keinesfalls eingekehrt, wie das Konzert in der gut gefüllten Jahrhunderthalle in Frankfurt zeigt.

Aus der New Romantics-Hölle gerettet

Bemerkenswert sind die leichten Variationen in der Setlist, wobei der Auftakt mit "Astronomy Domine" und den beiden frühen Singles "Arnold Layne" und "See Emily Play" sofort für große Begeisterung sorgt.

Das liegt auch daran, dass Gary Kemp und Guy Pratt die ursprünglich von Syd Barrett gesungenen Songs abwechselnd sehr ausdrucksstark und überzeugend performen.

Gary Kemp, der hauptsächliche Songwriter von Spandau Ballett, erweist sich auch mit seinem Sologesang als große Stärke der Band. "Wir haben ihn aus der New Romantics-Hölle gerettet", kommentiert Nick Mason trocken.

Würdigung von Syd

Bei "Remember Me", einem sehr frühen, rockigen Stück von Pink Floyd erklingt die Stimme von Syd Barrett vom Band und Nick Mason würdigt den Mann, ohne den es Pink Floyd nicht gegeben hätte – und der der Band dennoch nicht in die Höhen ihres Ruhmes folgen konnte.

Die großen Attraktionen des Abends sind natürlich die langen Stücke. "Atom Heart Mother" spielt die Band passend gekürzt (und natürlich ohne Orchester) und glättet damit die Unebenheiten des manchmal chaotischen Werks. 

Viel britischer Humor

Bei "Set The Controls For The Heart Of The Sun", das in keinem Konzert der Pink Floyd Frühzeit fehlen durfte, darf Nick Mason dann auch den Gong spielen, was ihm Roger Waters damals verwehrte.

Prompt meldet sich dieser auf Nick Masons Handy und beschwert sich ebenso laut meckernd wie unverständlich. Das ist natürlich ein Gag, zeigt aber den humorvollen, sehr britischen Unterton, der den gesamten Abend durchzieht.

Der unbestrittene Höhepunkt

Im zweiten Set folgt "Echoes", das seitenlange Stück von "Meddle", das die Band bei ihren ganz frühen Auftritten nicht performte, das aber inzwischen ein zentraler Bestandteil ihrer Konzerte ist. Das Auf- und Ab dieser epischen Komposition vor einer eindrucksvollen, psychedelischen Lichtshow nachzuerleben, ist ein unglaublicher Genuss. 

Das sowieso sehr dankbare und begeisterungsfähige Publikum hält es nicht mehr auf den Sitzen. Bei der Zugabe, darunter eine wunderbar mitreißende Interpretation von "One of These Days", steht der gesamte Saal und bejubelt Nick Mason und seine Band. 

Eine klaffende Lücke geschlossen

Standesgemäß verabschieden sich Nick Mason's Saucerful of Secrets mit dem Stück, das ihnen den Namen verliehen hat.

Danach treten die Bandmitglieder an den Bühnenrand, um im verdienten Applaus zu baden. Es ist wunderbar, dass das dritte noch lebende Originalmitglied von Pink Floyd die klaffende Lücke in den Live-Aufführungen der Musik dieser legendären Band geschlossen hat.

Setlist

Astronomy Domine / Arnold Layne / See Emily Play / Remember Me / Obscured by Clouds / When You're In / Remember a Day /  If->Atom Heart Mother->If / The Nile Song / Set the Controls for the Heart of the Sun / Fearless / Childhood's End / Lucifer Sam / Echoes // One of These Days / A Saucerful of Secrets