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Emeli Sandé (live in Frankfurt 2019) © Torsten Reitz

Emeli Sandé zeigt in der Frankfurter Jahrhunderthalle alle Facetten des modernen Souls: mal frisch und modern, mal retro und choral wie im Gospelchor. Das Konzert ist eine beeindruckende Mischung aus Balladen und Powersoul mit geschickten Tempowechseln.

Den Auftakt eines beeindruckenden Abends in Frankfurt bestreitet Singer/Songwriter Ben Monteith. Der Musiker mit den mächtigen Dreadlocks sitzt allein auf der Bühne und fixiert das Publikum nur mit seiner Akustikgitarre und seiner charismatisch intensiven Stimme.

Mit schnellen Tempowechseln variiert er geschickt und besonders die Ballade "Home", die am Ende richtig anzieht, erhält viel Applaus.

Die Gospelkirche 

Als Emeli Sandé die Bühne betritt und sich gleich ans Klavier setzt, ist die Spannung im Saal mit Händen zu greifen. Das Opening mit "Survivor" gibt die Richtung des Abends vor. Emeli Sandé erzeugt mit ihrer gewaltigen Soulstimme intensive, emotionale Töne, die in Verbindung mit je zwei Backchormusikern- und musikerinnen wie ein souliger Gospelchor klingen.

Der Kontrast zum Konzert in München 2017 ist bemerkenswert. Die Intensität baut sich diesmal nicht erst ab Konzertmitte auf, sondern ist von Anfang bis Ende voll da. Stilistisch bietet das Konzert deutlich mehr Gospel vor zwei Jahren in München. Gerade bei Songs wie "Sweet Architect" fühlt man sich wie in einer Gospelkirche in den amerikanischen Südstaaten – obwohl Emeli aus Schottland kommt.

Stilwechsel

Emeli Sandé begeistert mit ihrer vielseitigen Stimme: Sie beherrscht den dynamischen Power-Soul von "Heaven", der von mächtigen Hieben des Schlagzeugs angetrieben wird. Gleiches gilt für das von Spannungsbögen durchzogene "My Kind Of Love", bei dem sie eine derart emotionale Wucht entfaltet, dass es schon jetzt im Publikum erste Standing Ovations gibt.

Bei der wunderschönen Ballade "Beneath Your Beautiful" singt sie gemeinsam mit einem ihrer Sänger und beeindruckt einmal mehr, als sie mit der Kopfstimme ihre ganze soulige Kraft voll entfaltet. Selbst in den Songs schafft Emeli Sandé perfekt die Stilwechsel, als sie wie bei "Hurts" mit einer treibend, energetischen Power-Melodie beginnt, dann plötzlich abrupt ganz zart und leise wird, nur noch begleitet von der Akustikgitarre.

Mitten aus dem Leben

Viele der neuen Songs aus dem dritten Soloalbum "Real Life" erzählen Geschichten mitten aus dem Leben. Mit "Honest" appelliert sie daran, die kurze Lebenszeit zu nutzen und transportiert diese Botschaft mit einer langen Powerarie, die sich über die vom Piano begleitete ruhige Melodie legt.

Für "Human" setzt sie sich selbst wieder ans Klavier und singt über alle Facetten des menschlichen Lebens, um dann den Song mit einer treibenden Melodie explodieren zu lassen. So entfacht sie eine fesselnde Dynamik, die das ganze Publikum mitreißt. Derart angeheizt sieht man überall nur wippende Köpfe und Körper, als sie mit "Extraordinary Being" die nächste Welle entfacht und die Zuschauer den Rhythmus des Songs mitklatschen.  

Bester Soul

Es ist ein Genuss, Emeli Sandé live zu erleben, denn sie beherrscht alle Spielarten des Souls. Bei "Wonder" mischt sie ihre Stimme mit karbischen und afrikanischen Klängen, bevor sie für "Same Old Feeling" in einen emotionalen Retro-Soul mit ausladenden Stimmausbrüchen wechselt. Die Power-Ballade "Clown" mit Emeli Sandé am Klavier verkörpert die ganz große Emotion. 

Das absolute Highlight ist "Read All About It". Emeli Sandé dreht auf, singt wie eine der größten Soulstimmen. Nicht umsonst stehen am Ende alle Zuschauer im Saal auf und klatschen begeistert. Auch dem Rhythmus und Groove von "Next To Me" kann sich niemand entziehen, bevor Emeli Sandé ein tolles, emotionales Konzert mit der gefühlvollen Sehnsuchtsballade "You Are Not Alone" stilgerecht zu einem gefeierten Ende führt. 

Setlist

Survivor / Heaven / My Kind Of Love / Beneath Your Beautiful / Hurts / Honest / Sweet Architect / Human / Extraordinary Being / Wonder / Same Old Feeling / Clown / Highs & Lows / Shine / Read All About It / Next To Me // You Are Not Alone

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