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Revolverheld (live in Leipzig, 2019) © Christian Grube

Revolverheld sind wieder elektrisch unterwegs. Ein knappes Jahr nach der Veröffentlichung ihres aktuellen Albums "Zimmer mit Blick" folgte nun die zugehörige Livetour. Wir waren bei ihrem Konzert in der Arena Leipzig dabei.

Revolverheld zählen zur Generation des Deutschrocks, die Mitte der 2000er-Jahre ihre ersten Erfolge feierten. Neben Silbermond zählen sie zu den wenigen Acts der damaligen Zeit, die noch aktiv sind. Zuletzt veröffentlichten sie ihr fünftes Album "Zimmer mit Blick".

Arena mit Blick

Die Arena Leipzig ist gut gefüllt, als die sechs Musiker um Johannes Strate die Bühne betreten. Zuerst stehen sie noch hinter einem Vorhang – dann ein Knall, Funkenflug und Revolverheld sind da.

Das vornehmlich weibliche Publikum ist sofort in guter Stimmung. Viel buntes Licht, mehrere LED-Schirme und darauf projizierte Animationen bzw. Videos runden das Bühnenbild ab und sorgen für zusätzliche Unterhaltung.

Arena mit Spaß

Los geht es mit "So wie jetzt" gefolgt von "Das kann uns keiner nehmen", bei dem Supportsänger Joel Baker auf die Bühne kommt und den Rea Garvey-Part singt. Der erste Teil des Sets besteht vornehmlich aus bekannten Stücken wie "Immer in Bewegung"; "Freunde bleiben" oder "Ich werd die Welt verändern".

Nach "Bands deiner Jugend" wird die Bühne zu einem Theater umgestaltet. Es folgt ein Unplugged-Set, für das sogar 30 bis 40 Besucher auf die Bühne geholt werden, wo sie es sich auf Kissen gemütlich machen dürfen. Die Band präsentiert Stücke wie "Spinner" oder "Halt dich an mir Fest" in den bekannten MTV Unplugged-Arrangements.

Halbe Kraft vorraus

Wie viel vom Konzept der Unplugged-Tour noch übrig ist, zeigt sich darin, dass das Konzert wie damals aus drei Teilen besteht. Der dritte Teil beginnt mit dem aktuelle Radiohit "Immer noch fühlen", der mit seinem schnellen Tempo die Stimmung weiter anheizt.

Dann aber folgt ein kleiner Bruch. Das folgende Wir sind Helden-Cover "Denkmal" nimmt mit seinem sehr balladesken Arrangement ein wenig die Energie aus der Halle. Hier sollten Revolverheld vielleicht nochmal an der Setlist feilen.

Aus eins mach zwei

Für die aktuelle Tour wollten Revolverheld die Fans einbeziehen und haben per Instagram 40 Songs zur Abstimmung gestellt. Für Leipzig kamen "Keine Liebeslieder" und "Generation Rock" in die engere Wahl, aber das Publikum zeigte sich im Lautstärketest unentschlossen, obwohl im Online-Voting der erste Song deutlich vornelag. Revolverheld lösen dann das Problem, indem sie einfach beide Songs spielten.

Für "Ich lass für dich das Licht an" kommt der Chor "The Right Key" aus Saalfeld auf die Bühne. Gemeinsam spielen Revolverheld eine gelungene Version einer der schönsten Balladen, die die deutschsprachige Musik seit langem hervorgebracht hat. Das große Finale bilden dann "Lass uns gehen", "Zimmer mit Blick und "Mit dir chilln".

Positives und negatives

Insgesamt hinterlässt das Konzert ein etwas zwiespältiges Bild. Revolverheld haben mit "Immer in Bewegung" und "In Farbe" zwei wunderbare Deutschrockalben veröffentlicht, die auch im Konzert für die Höhepunkte sorgen.

"Zimmer mit Blick" kann trotz guter Momente nicht ganz dieses Niveau halten. Das merkt man auch an der Reaktion des Publikums, das die Stücke des aktuellen Albums nicht so frenetisch feiert. Vielleicht stören sich manche daran, dass die Band elektronischer klingt und die Rock-Elemente etwas in den Hintergrund treten. 

Gut unterhalten

Außerdem ist es nicht unproblematisch nach einer kompletten Unplugged-Tour dem akustischen Teil nochmals so großen Raum zu gewähren. Da die Songs auch in den gleichen Arrangements gespielt werden, wirkt das Konzept etwas vorhersehbar.

Revolverheld machen jedoch vieles wieder wett, indem sie sich gut gelaunt zeigen und das Publikum mit spaßigen Ansagen und Dialogen unterhalten. Das bisher größte Leipziger Konzert der Band war somit trotz kleiner Abstriche ein schönes Erlebnis.

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