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a-ha (live in Frankfurt, 2018) © Leonard Kötters

Mit der MTV Unplugged Tour geben a-ha ihren Songs die Chance, in neuem Glanz zu erstrahlen. Das gelingt bis auf einen Song perfekt. Mit großer stimmlicher Intensität und geballter Gefühlswucht begeistern a-ha ihr Publikum.

Als a-ha die Bühne der Festhalle Frankfurt betreten, brandet lauter Applaus auf. Zarte Streicher untermalen "This Is Our Home", während die Gitarren die Melodie akzentuieren. Wie großartig die Stimme von Sänger Morten Harket noch immer ist, zeigt er beim anschließenden Song "Lifelines". Er schraubt seine Kopfstimme nach oben und trifft auch in extremer Tonhöhe perfekt jeden Ton.

Obwohl das musikalische Set im Vergleich zu den üblichen Konzerten der Band deutlich reduziert ist, vermag diese es dennoch wie bei "I've Been Losing You" sehr rockig zu spielen. Das Schlagzeug gibt den Takt vor, während das Keyboard feine Akzente setzt. 

Verspielte Klänge

Wie vielfältig die Musik von a-ha umsetzbar ist, zeigt sich bei den nächsten Songs. Bei "Analogue (All I Want)" sticht plötzlich ein Saxophon aus der sehr verspielten Melodie heraus, während sich der Sound stetig zu einem Gewitter aus Streichern und Gitarren entwickelt, um am Ende der Stimme von Morten Harket ganz ohne Musik großen Raum zu geben.

Dem Hit "Forever Not Yours" verpassen die Norweger ein ganz neues akustisches Gewand mit der Benutzung einer alten Orgel, die bei näherer Betrachtung aussieht wie ein Cembalo oder Spinett. Magne spielt diese Orgel, während Morten Harket seine weiche Stimme an ihre Klänge anschmiegt.

Überhaupt entsteht mehrfach der Eindruck, dass die Band die ebenso gefühlvolle wie kraftvolle Stimme ihres Sängers in den Mittelpunkt rückt und die übrigen Instrumente um sie herum arrangiert. Exakt so klingt es bei "Manhattan Skyline", als Morten Harket sich stimmlich erneut auf maximale Tonhöhe hinauf schraubt. 

Kontraste

Trotz zahlreicher großartiger Interpretationen der alten Songs mit neuen Stilelementen, ist nicht jede Akustikversion ein Volltreffer. Streiten kann man sicher über die Version von "Foot Of The Mountain". Im Gegensatz zur eher langsamen und gefühlvollen Originalversion spielen a-ha den Song in diesem Set etwas schneller. Durch diese Dynamik verliert der Song aber seinen ursprünglichen Charakter und das dadurch transportierte Gefühl.

Wesentlich passender ist dagegen die Interpretation von "Stay On These Roads". Während Bilder einer einsamen Schneelandschaft auf der Leinwand zu sehen sind, entsteht durch den langsamen, gefühlsintensiven Gesang die zu den Bildern passende Atmosphäre. Die Musik vermittelt ein Gefühl innerer Ruhe und Kraft, die bei den Zuschauern durch den langgezogenen Gesang am Ende zu einer wahren Gefühlsexplosion führt, die sich in begeistertem Jubel äußert.

Sehr passend

Abseits der großen Hits haben sich die 80-Pop-Ikonen für diese Akustiktour mehrere Songs ausgesucht, die sie sonst eher selten bei ihren Konzerten spielen. Perfekte Songs zum Abtauchen und Entspannen sind das zart gehauchte "Memorial Beach" sowie das verspielte "Over The Treetops". Eine akustische Reise durch eine sagenhafte Märchenwelt ist "Living A Boy's Adventure Tale".

Wie gemacht für ein solches Akustikkonzert ist aber auch "Scoundrel Days". Mit großem Drama inszeniert, setzt Morten Harket erneut zu einem stimmlichen Highlight an, dessen Ende zahlreiche Zuschauer im Saal laut klatschen und pfeifen lässt. Auch das stimmgewaltige "Summer Moved On" fügt sich blendend ein.

Die Megahits

Gegen Ende setzen a-ha noch einen drauf. Sie feuern eine ganze Salve Megahits ab, beginnend mit dem stets gefühlvollen "Hunting High And Low". Mit den Tönen von "The Sun Always Shines on TV" entsteht eine Unruhe, die sich genau an der Stelle entlädt, an der sonst das Schlagzeug zu einem gewaltigen Solo ansetzt. Die aufgestaute Energie muss raus, die Zuschauer des Sitzplatzkonzerts springen auf. Endlich dürfen sie richtig mitgehen, tanzen, wippen und klatschen – eine begeisternde Atmosphäre.

Das setzt sich fort in der Zugabe mit dem Kultsong "Living Daylights". Es gehört seit Jahrzehnten zum Ritual eines Konzerts von a-ha, dass die Zuschauer den Refrain in schierer Endlosschleife mitsingen. Die Halle steht und wartet auf den letzten Song, den ulitmativen Hit "Take On Me". Ganz reduziert, nur die Original-Besetzung ohne die restliche Band, sitzt auf ihren Stühlen. Morten Harket stimmt an, die ganze Halle singt mit. Es ist das gefeierte Ende eines großen Konzertabends.

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