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Die Prinzen & Gewandhausorchester (live in Leipzig, 2017) © Christian Grube

Ein Konzert der Prinzen in Leipzig ist immer ein Erlebnis. Als Auftakt zu ihrer Orchestertour spielen sie mit dem Gewandhausorchester zwei ausverkaufte Shows in der Oper Leipzig.

"Wir sind mächtig aufgeregt." weiß Sebastian Krumbiegel auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Konzertes zu berichten, "und zwar nicht nur, weil wir das bei Konzerten in Leipzig immer sind. Dieses Mal sind auch unsere Familien dabei und wir spielen zusammen mit dem Gewandhausorchester."  Das ist schonmal ein Grund zur Aufregung.

Der Große Saal der Oper Leipzig ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Eine gewisse Spannung macht sich breit. Was werden Die Prinzen spielen? Was darf man vom Abend erwarten?

Wuchtig

Das Gewandhausorchester unter der Leitung des Intendanten Ulf Schirmer spielt eine Ouvertüre aus Themen der Prinzen und dann betritt das Ensemble die Bühne. Eröffnet wird der Abend mit der inoffiziellen Nationalhymne "Deutschland", deren Text nach wie vor ungeheuer aktuell ist. Weiter geht es mit "Unsre Besten Zeiten" und "Mein Fahrrad".

Das Publikum ist sofort dabei. Jeder Song wird frenetisch bejubelt. Erstaunlich wie textsicher viele sind. Egal ob jung oder alt – es wird jeder Song mitgesungen.

Intermezzo

Als Verschnaufpause für Die Prinzen gibt das Orchester insgesamt drei Zwischenspiele: Zuerst den "Ritt der Walküren" aus Wagners Ring der Nibelungen. Im Verlauf des Abends folgen zusätzlich der "Gefangenenchor" aus Nabucco von Ludwig van Beethoven sowie ein Medley aus Jurassic Park. Bei letzterem hat man das Gefühl, das Orchester wolle so schnell wie möglich fertig werden und galoppiert quasi durch das Stück.

Der erste Teil vor der Pause ist geprägt von eher emotionaleren Songs wie "Angst, dass du gehst". "Schwein sein" und "Ganz oben" ziehen dann die Stimmung wieder nach oben ins positive.

Jetzt gehts los

Nach der Pause wird es lockerer. Jens Sembner stellt fest: "Heute geht es ab". Tobias Künzel, dessen Eltern auf einer Empore über dem Saal das Konzert verfolgen, darf erstmals komplett ohne seine Kollegen ein Solo vortragen.

Ein weiteres Highlight ist der Auftritt der Sopranistin Sandra Janke. Sie singt mit den Prinzen die deutsche Version von "Love is the Key" mit dem Titel "Kannst du mich hörn", das Die Prinzen Mitte der Neunziger mit Montserrat Caballe aufnahmen.

Das große Finale

Zum Schluss wird das Hitfeuerwerk mit "Bombe" eröffnet und führt über "Millionär", "Küssen verboten" zu "Alles nur geklaut". Die Zugabe erzählt die Geschichte von "Gaby und Klaus" und dem "Mann im Mond". Das Publikum wird mit "Ich schenk dir die Welt" in den Abend entlassen.

Knapp 3 Stunden dauerte der außergewöhnliche Konzertabend, in deren Verlauf sich Die Prinzen in absoluter Höchstform präsentieren. Sicherlich merkt man den fünf Sängern an, dass sie langsam aber sicher älter werden und nicht mehr so schwungvoll über die Bühne tanzen. Aber die Musik wird überzeugend dargeboten, was auch an den gelungenen Arrangements von Wolfgang Lenk liegt.

Insgesamt ist das Konzert ein Beweis der musikalischen Qualität der Prinzen. Wer die Chance hat, sollte eines der Konzerte im Frühjahr besuchen. Es lohnt sich!

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