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Dua Lipa (live in Hamburg, 2017) © Falk Simon

Eigentlich hat Dua Lipa alle Qualitäten eines kommenden Popstars. Sie sieht toll aus, bewegt sich sexy über die Bühne, kann richtig gut singen und hat erstklassiges Songmaterial. Aber wenn der Sound nicht stimmt, nützen alle diese Qualitäten nichts.

Das Konzert von Dua Lipa entwickelt sich bereits am Anfang zu einer echten Enttäuschung. Das liegt weder an der Batschkapp, die erstklassig zu beschallen ist, noch an den Qualitäten von Dua Lipa, die bereits bei vorherigen Auftritten wie beim SWR3 New Pop Festival 2016 ihre Klasse bewiesen hat. Die ganze Halle dröhnt, wabert und vibriert. Der Sound klingt verzerrt und die Lautstärke ist sowohl bei den Instrumenten wie am Gesangsmikro viel zu laut eingestellt.

So dröhnen die Beats zu den Klängen von "Hotter Than Hell" über den Gesang. Die sechs folgenden Songs sind derart verzerrt, dass man kaum von Hörgenuss oder gutem Partygefühl sprechen kann. Der negative Höhepunkt ist der Beginn der Akustikballade "Thinking 'Bout You". Allerdings scheinen dadurch die Techniker endlich zu merken, dass der Sound nicht stimmt, denn mitten im Song reduzieren sie die Lautstärke. Am Ende klingt es tatsächlich gut.

Es geht ja doch

Die zweite Akustikballade "New Love" liefert den Beweis, das Dua Lipa eben doch singen kann, wenn die Technik stimmt. Die Klänge harmonieren perfekt mit ihrer klaren und gefühlvollen Gesangsstimme. Ebenso funktioniert jetzt der beatlastige Partysound. Zu "Genesis" klatscht der Innenraum den Rhythmus mit. Die treibenden Beats gehen richtig ins Blut, es wird geklatscht und getanzt.

Die Tanzhymne "Scared To be Lonely" ist der Startschuss für einen eindrucksvollen Endspurt. Während Dua Lipa singt, drücken hinter ihr der Gitarrist und der Schlagzeuger aufs Gas. Bei "Begging" legt die Sängerin eine sexy Tanzeinlage hin, deren Hüftschwünge schon fast an Shakira erinnern. Die Stimmung ist jetzt richtig gut und der Saal ist bereit für die Zugabe.

Partytime

Die letzten beiden Songs sind echte Kracher und zeigen, was an diesem Abend möglich gewesen wäre, hätte das Team rund um Dua Lipa dieses Niveau von Anfang bis Ende halten können. Die Tanzrhythmen von "Be The One" sind so intensiv, dass kaum jemand still stehen kann Alle Körper tanzen und wippen mit zu dem energetischen Rhythmus. Dua Lipa treibt das Publikum schließlich an, den ganzen Refrain mitzusingen.

Die energetischen Klänge von "New Rules" setzen den großen Schlusspunkt, der damit endet, dass alle Zuschauer absinken, um auf Kommando hochzuspringen und mit der Musik zu explodieren. Die Stimmung ist jetzt so, wie sie bei besserem Sound das ganze Konzert hätte sein können. So bleibt es am Ende bei 75 Minuten, die fast zur Hälfte dem Niveau eines echten Popstars nicht genügen. Um das nächste Level zu erreichen, muss Dua Lipa mit ihrer Crew an der Qualität ihrer Show arbeiten.

Setlist

Hotter Than Hell / (Dreams/No Lie) / Lost In Your Light / Garden / Last Dance / Blow Your Mind (Mwah) / Thinking 'Bout You / New Love / Genesis / No Goodbyes / IDGAF / Scared To Be Lonely / Begging // Homesick / Be The One / New Rules

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