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Blink-182 (live in Frankfurt 2017) © Leonard Kötters

Ein gutes Jahr für Punkfans: Blink-182 sind mit ihrem neuen Album "California" zurück und beweisen in der Festhalle Frankfurt, dass sie auch ohne Mastermind Tom DeLonge eine feucht-fröhliche Punkrockparty schmeissen können. What's my age again? Punk kennt kein Alter!

Es war die Schockmeldung für die Blink-182-Gemeinde: Gründungsmitglied Tom DeLonge, der sich bereits u.A. mit Angels & Airwaves ein zweites Standbein aufgebaut hat, verlässt aufgrund diverser Unstimmigkeiten im Januar 2015 die Band – und alle Welt fragt sich: Ist das das Ende von Blink-182? Die Antwort kam im Juli 2016 und nennt sich "California", die erste Platte ohne DeLonge, dafür mit Alkaline-Trio-Frontmann Matt Skiba. Blink-182 sind wieder startklar!

Härter als Andrea Berg

Bevor sich Skiba vor der pogenden Meute in der Festhalle beweisen darf, gibt es von Lower Than Atlantis gepflegten Hard-Rock im Stile von Theory of a Deadman oder Young Guns auf die Ohren, der live deutlich druckvoller als auf Platte rüberkommt. Bei Stampfern wie "Work for it" und "Had Enough" klatscht und springt sich die Menge warm, dann entern ein paar alte Bekannte die Bühne.

Das A steht für Abriss

Mit zentnerschweren Breakdowns und ihrem Mix aus Post-Hardcore und Pop-Punk bringen A Day To Remember, die wir vor ein paar Monaten in der Jahrhunderthalle unter die Lupe genommen haben (zum Konzertbericht), die Halle zum Brodeln.

"All I Want", "Bullfight" oder "The Downfall Of Us All" lassen reihenweise Moshpits entstehen, Bierbecher und Klorollen fliegen durch die Luft und auch das doppelte Crowdsurfen darf bei einem ADTR-Konzert nicht fehlen. Auch die Ladies kommen mit "If It Means A Lot To You"auf ihre Kosten. Ein optimaler Aufheizer für den Hauptact!

F-U-C-K

"It's a long way back from seventeen", singen Blink-182 in ihrer neuen Ohrwurm-Single "Bored To Death". Noch nie war es einfacher als an diesem Abend. Das Trio brettert einen Hit nach dem anderen raus und gibt ihren Fans kaum eine Verschnaufspause – wie auch, bei diesem Tempo!

Nummern wie der Opener "Feeling This", "The Rock Show", "Anthem Part Two" und allen voran der Alltime-Klassiker "All The Small Things" lassen das Gefühl einer ganzen Generation neu aufleben. Da fragen sich einige im Saal bestimmt tatsächlich: "What's my age again?!" So ist das brennende FUCK, welches zu Beginn über den Köpfen der Truppe prangt, als Statement zu verstehen. Stock aus dem Hintern, jetzt ist Party!

Feuer und Flamme

Showtechnisch ziehen Blink-182 alle Register. Die Lichtkegel schiessen bei diesem Hochgeschwindigkeit-Schrammelpunk nur so umher. Schlagzeuger-Maschine Travis Barker trommelt schneller als sein Schatten und lässt nach "Always" mit einer beeindruckenden Soloeinlage reihenweise Münder offen stehen, während um ihn herum Flammenfontänen und Luftsäulen aufsteigen. Wer kann, der kann!

Aber auch Mark Hoppus und Neuzugang Skiba wissen zu überzeugen, wechseln sich in Gesangsparts ab und springen auf der Bühne rum als wären sie siebzehn. Okay, ein wenig Backvoice kommt daher vom Band. "It's important that you have more fun with us than with A Day To Remember!", witzelt Hoppus. Vom Applaus zu urteilen ganz sicher.

Mit dem bereits erwähnten "All The Small Things" als Zugabe endet die wilde Pop-Punk-Party von blink-182. Allen Fans kann nur gesagt werden: Tom DeLonge ist ein genialer Songschreiber und hat den Sound dieser Truppe geprägt, aber es funktioniert auch ohne ihn. Überzeugt euch selbst.

Setliste

Feeling This / The Rock Show / Cynical / Anthem Part Two / What's My Age Again? / First Date / Bored to Death / Built This Pool / Down / I Miss You / Dumpweed / Reckless Abandon / She's Out of Her Mind / Always / Violence / Sober / Happy Holidays, You Bastard / Dysentery Gary / Los Angeles // All the Small Things / Brohemian Rhapsody / Dammit

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