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A Day To Remember (live in Hamburg, 2017) © Philipp Karadensky

Mit schweren Riffs und einer ordentlichen Portion Pop-Punk machen die Post-Hardcore Heroen von A Day To Remember mit ihrer "The Bad Vibes"-Welttournee halt in der Stadthalle Offenbach. An was wir uns sonst noch erinnern können, lest ihr jetzt.

Seit 2003 balancieren A Day To Remember zwischen zentnerschweren Hardcorepassagen und eingängigen Pop-Punk-Refrains.

Auch auf ihrer etwas düstererer gehaltenen, neuen Platte "Bad Vibrations" sind sie dieser explosiven Mischung treu geblieben, was sich auch in der Liveshow widerspiegelt. "I am your breaking point", heißt es in der neuen Single "Paranoia". 

Schrammelpunk von Neck Deep

Davor dürfen die fünf Briten von Neck Deep mit flottem Schrammelpunk der Menge einheizen. Ziemlich tief unter geht dabei vor allem Frontmann Ben Barlow, der gegen die Gitarrenwände kaum eine Chance hat. Auch der Sound lässt zu wünschen übrig, wird allerdings besser, so dass Neck Deep mit ihren Nummern "Serpents" oder "December" dennoch überzeugen können.

Der Kreis wird größer

Schon die vereinzelten Moshpits während der Umbauphase lassen erahnen, was A Day To Remember bereits mit ihrem kompromisslosen Weckruf "Mr. Highway's Thinking About the End" lostreten: der Bereich vor der Bühne wird zum brodelnden Hexenkessel.

Viele flüchten vor dem raufenden Mob und den umherspritzenden Bierfontänen an die Seite oder in den hinteren Bereich der Halle. Dort kann man sich auch besser auf die Musik konzentrieren...

Ein wilder Ritt

In ihrem Set präsentieren A Day To Remember einen Querschnitt aus nahezu all ihren sechs Alben und dürften somit alte wie neue Fans zufrieden gestellt haben. Ein paar mehr "For Those Who Have Heart"-Tracks wären dennoch schick gewesen. Passend zum brachialen Sound wird das Konzert von einer aggressiven Lichtshow untermalt. Bemerkenswert dabei sind die bunten Farben, die den Kontrast innerhalb der Musik verstärken.

Auf der Bühne selbst sind zwei große LED-Leinwände installiert, über die Videos, diverse Animationen, Songzeilen oder die Band live zu sehen sind. Zur Untermalung der Breakdowns steigen immer wieder mal Luftsäulen auf und Konfetti wird verschossen.

A Day To Remember selbst geben sich wortkarg. Viel mehr als ein "Isch liebe Deuschland" ist von Frontmann McKinnon nicht zu hören. Für den Fanservice werden Handtücher und Shirts in die Menge gefeuert. Und wer kein Klopapier mehr zu Hause hat, sollte jetzt auch wieder ausreichend damit ausgestattet sein.

Zwei Seiten

Es ist schon eine interessante Mischung, die A Day To Remember von der Bühne brettern, wenn die Jungs auch weder das Punk-, noch das Hardcore-Rad ansatzweise neu erfinden. Rund geht es trotzdem, wenn Dampfhammer wie das grimmige "Exposed", "Paranoia" oder "The Plot to Bomb the Panhandle" sich mit Punkrockparty-Hymnen wie "We Got This", "Naivety" oder "All Signs Point to Lauderdale" abwechseln.

Der Genrespagat kommt auch gerne mal in einem einzigen Song vor, der dann meistens durch Breakdowns gnadenlos runtergebrochen wird. Immer dann, wenn diese Härte auf eingängige, poppige Refrains trifft, spielen A Day To Remember ihre Stärken aus – und nur dann funktioniert das Konzept auch. Das Problem an diesen Breakdown-Passagen ist, dass sie sich zu oft angewendet recht schnell abnutzen, was sich auch live bemerkbar macht.

An Evening To Remember?

Zeit zum Rumpogen und Crowdsurfen geben A Day To Remember mehr als genug. Da bleibt kein Shirt trocken. Auch die Ladies kommen mit den Powerballaden "Have Faith in Me"  und der emotionalen Akustik-Zugabe "If It Means A Lot To You" voll auf  ihre Kosten, ehe der Abend mit "The Downfall Of Us", weiteren Nebelsäulen und der letzten Konfettifontäne endet.

Ein Abend, der den Fans der Band sicherlich noch einige Zeit in Erinnerung bleiben wird. Alle anderen dürften die Show jedoch bald wieder vergessen haben.

Setlist

Mr. Highway's Thinking About the End / Paranoia / 2nd Sucks / Right Back at It Again / I'm Made of Wax, Larry, What Are You Made Of? / It's Complicated / Fast Forward to 2012 / We Got This / Bad Vibrations / Exposed / Have Faith in Me / Justified / Homesick / Naivety / All I Want / The Plot to Bomb the Panhandle // If It Means a Lot to You / All Signs Point to Lauderdale / The Downfall of Us All

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