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Milow (live in Mannheim, 2017) © Akis Konstantinidis

Wie man bei einem Club-Konzert perfekte Sommerstimmung erzeugen kann, zeigt Milow bei seinem Konzert im Capitol Mannheim. Die Show ist eine fröhliche Party mit emotionalen Einlagen und einer sensationellen Überraschung bei der Zugabe.

Den Anfang dieses extrem lässigen Konzertabends im Capitol Mannheim machen die American Authors. Die Indie-Rockband aus New York begeistert die Zuschauer unter anderem mit ihren Akustikeinlagen. Mit mächtigen Trommelschlägen läuten sie das Intro von "I'm Born To Run" ein. Das Publikum klatscht den Rhythmus mit und lässt sich von den energetischen Sprungeinlagen auf der Bühne mitreißen.

Der Innenraum hüpft und schreit auch beim bekanntesten Song "Best Day Of My Life". Die Zuschauer singen den Refrain laut mit – und das bei der Vorband! Bestens eingestimmt auf den Abend wartet das Publikum auf den Hauptact.

Akustiksolo zum Auftakt

Im Gegensatz zu den meisten Konzerten kommt diesmal nicht die Band zuerst auf die Bühne. Ganz alleine betritt Milow samt Gitarre die Stage. Er begrüßt seine Fans und beginnt das Konzert mit einer Solo-Akustik-Version von "She Might She Might". Die Zuschauer lauschen andächtig und applaudieren am Ende frenetisch.

Anschließend erscheint die Band – und jetzt geht es richtig los. Das Publikum klatscht zum Spiel der Gitarren. Milow hüpft auf der Bühne bei "Just Smile", der Innenraum und die Empore tanzen mit. Sommerstimmung ist bei "Summer Days" schon am Anfang erreicht. Die Gute-Laune-Party lässt manchen weiblichen Fan derart dahin schmelzen, dass sie nur noch ekstatische Schreie von sich gibt. Stilistisch variiert Milow zwischen dem eher countryartigen Songwriterstil bei "Against The Tide" und dem sehr rockigen "Northern Lights".

Hitvariation

Die eigenen Hits in neue Variationen zu packen, kann inspirierend sein, geht aber manchmal auch schief. Milow verpasst seinem Hit "Ayo Technology" eine sehr coole Note. Die Bühne im blauen Licht wirkt noch dunkel, als Milow zu singen anfängt. Das Publikum singt den erst ruhigen, gewohnten Part mit, dann jedoch wechseln Milow und seine zwei Gitarristen die Gangart. Sie spielen verschiedene Gitarrensamples und heizen mit dem instrumentalen Rockteil in der Songmitte dem Publikum richtig ein. Das Ergebnis ist eine tolle Liveversion, die vom Publikum frenetisch gefeiert wird.

Die folgenden zwei Songs bieten ebenfalls interessante Interpretationen. "Way Up High" vom aktuellen Album "Modern Heart" erklingt in einer Akustikversion, nur unterstützt von der Melodie des Keyboarders. Dazu singt Milow mit seiner kraftvollen, gefühlsintensiven Stimme. Bei dem ebenfalls akustischen "Don't Turn Around", geschrieben von Albert Hammond und Diane Warren, begleiten ihn Gitarre und Sängerin. Die bekannteste Version dieses mehrfach gecoverten Songs stammt von Ace of Base aus dem Jahr 1994. Das Publikum lauscht erst still, um dann erneut begeistert loszuklatschen.

Songs zum Mitsingen

Es folgen mehrere Hits, die das textsichere Publikum komplett mitsingt. Die wippenden Körper bei "You And Me" vermitteln ebenso dieses Gefühl der Leichtigkeit wie "Little In The Middle". Die Band treibt das Publikum immer weiter an und so versinken sie emotional zu den karibischen Klängen von "Tourist". Bei "You Don't Know" spielt Milow an der Akustikgitarre die Grundmelodie und lässt seinen Gitarristen Tom darüber mit rockigen Riffs glänzen.

Die Partystimmung steigt immer weiter an. Bei "Howling At The Moon" klatscht und singt der ganze Saal. Auch auf der Galerie stehen fast alle Zuschauer und machen mit, als Milow den Saal zum kollektiven Hüpfen animiert. Aus diesem Song heraus soll die Zugabe kommen. Während Milow samt Band verschwindet, singt die Halle statt Zugabenrufen den Refrain einfach weiter.

Auf Tuchfühlung

Besondere Locations bieten einzigartige Gelegenheiten. Milow nutzt das aus und überrascht das Publikum mit einer besonderen Zugabe. Er rennt mit seinen fünf Musikern von der Bühne durchs Publikum hoch auf die Empore. In zwei Dreiergruppen geteilt sind sie unmittelbar unter den Fans, während sich unten der Innenraum zusammenschart, um alles oben sehen zu können.

Er beginnt mit "I Was A Famous Singer", seinem selbstironischen Klassiker über das Popgeschäft und dem Leben als Musikstar. Extrem unterhaltsam ist das Wechselspiel zwischen beiden Gruppen links und rechts auf der Galerie. So spielen sie sich gegenseitig die Vorlagen zu und Milow beklagt augenzwinkernd den Niedergang seines Ruhms mit den Worten: "I was famous until Mannheim gave up on me". Ein Riesenbrüller für die Zuschauer, die natürlich laut aufschreien.

Der Sommer kann kommen

Der nächste Song "Learning How To Disappear" ist eine weitere Akustikversion, die vom Publikum intensiv mitgesungen wird. Ganz speziell ist aber die Version von "Falling In Love With You", dem großen Klassiker von Elvis Presley. Die Musik ist ganz leise und das Publikum summt ebenso leise die Melodie oder singt mit – einfach nur wunderschön emotional.

Zum Abschluss lassen Milow und Band das Sommergefühl nochmals aufleben. Sie spielen den brandaktuellen Hit "Summer Days" ein weiteres Mal. Mit den Worten "Schönen Sommer" verabschiedet sich Milow unter tosendem Applaus nach einem grandiosen Live-Konzert von der Bühne. Nach dieser positiven Einstimmung kann der Sommer kommen.

Setlist

She Might She Might / Just Smile / Summer Days / No, No, No / Against The Tide / Northern Lights / Ayo Technology / Way Up High / Don't Turn Around / You And Me / Little In The Middle / Tourist / You Don't Know / Howling At The Moon / / I Was A Famous Singer / Falling In Love With You / Learning How To Disappear / Summer Days

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