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Katie Melua (2016) © Jason Lock

Beim Auftritt im Mannheimer Rosengarten zeigt Katie Melua, dass sie viele Musikstile interpretieren kann. So sind die Highlights des Konzerts nicht die großen eigenen Hits, sondern die Songs, bei denen sie völlig frei ihre Lieblingssongs interpretiert.

Zum Auftakt erscheint Katie Melua in einem langen, weißen Kleid, das einen Hauch Hochzeitstouch vermittelt. Gemeinsam mit Maria-Christina, die an der Harfe sitzt und spielt, singt Katie Melua an der Akustikgitarre als Opening "I Cried For You". Es ist ein leiser, fast zart gehauchter Song. Nach dem ersten Applaus sagt Katie zum nächsten Song: "All starts with this".

Es folgt "The Closest Thing To Crazy", einer der großen Hits von Katie Melua. Dazu kommen als erste Verstärkung der Band der Keyboarder und der Bassist, der zunächst Kontrabass spielt, auf die Bühne. Jetzt steht die Stimme von Katie Melua ganz klar im Mittelpunkt, obwohl die Band den Song mit kleinen Akzenten untermalt und umspielt. Das Publikum lauscht zuerst und klatscht dann begeistert.

Nightclub-Sound

Als zur Vervollständigung der Band der Schlagzeuger auf die Bühne kommt, bekommt die Show direkt mehr Power. Zu "Thank You, Stars" feuert er ordentlich Schläge von hinten ab, während Katie vorne die Sterne besingt, als ob sie gen Himmel abheben wolle. Richtig stark wird sie dann aber bei "A Moment Of Madness". Ihre Stimme bekommt einen sehr verruchten Touch wie der einer Nightclub-Sängerin. Diese Mischung aus Swing und Blues lässt das Publikum erstmals richtig ausrasten und zeigt eine ganz neue Facette von Katie Melua. So verspielt und gelöst würde man sie gerne öfter sehen.

Auch der nächste Song "Nothing I Can Do", eine schneller Up-Tempo Song mit deutlichen Country-Elementen, gehört zu den Highlights des Konzerts. Der stampfende Sound der Drums bei "The Flood", der in deutlichem Kontrast steht zu Katies hellem, dynamischem Gesang, nimmt an Tempo immer mehr zu und auch hier gibt es am Ende den verdienten Applaus.

Back to Jazz and Blues

Jetzt wird die Show richtig rockig. Mit "No Fear Of Heights" gibt es eine schnelle, rockige Nummer, bei der Katie mit Gitarre über die Bühne läuft. Dann gibt sie eine neue Richtung vor. "Back to Jazz and Blues" haucht sie ins Mikro und sofort haut der Keyboarder zu "My Aphrodisiac Is You" in die Tasten. Von diesem Jazzclub-Sound geht es direkt weiter mit dem Bluessound von "Crawling Up A Hill", einem Klassiker von John Mayall aus den 1960er Jahren. Es ist der erste große Coversong des Abends, dem später weitere folgen werden. Katie liebt diesen Song offensichtlich sehr. Sie wirkt aufgedreht, wie von Fesseln befreit, als ob sie sich abseits ihres Erfolgssounds mal richtig austoben kann. Das Publikum rastet berechtigt aus.

Auch einen relativ neuen Song präsentiert sie in Mannheim. Der Song "Planets Are Melting" von 2015 ist ein schneller, rhythmischer Titel, der dazu anregt, mit den Fingern den Takt mitzuschnippen. Für einen kleinen Lacher sorgt die Verwirrung vor "Nine Million Bicycles", als ihr Gitarrenassistent ihr bei den dauernden Wechseln der Instrumente zunächst die falsche Gitarre bringt. Mit der dann richtigen Gitarre interpretiert sie den Song auf eine ganz neue Weise, ein wenig schneller und mit interessanten Einspielungen der Band. Dem Publikum gefällt diese Interpretation.

Katies Lieblingssongs

Neben den eigenen Hits stellt Katie Melua bei dieser Tour ihre eigenen Lieblingssongs vor. Den Anfang macht "Piece Of My Heart". Ursprünglich von Erma Franklin, wurde der Song später bekannt durch Janis Joplin. Während der Keyboarder den rockigen Sound antreibt, röhrt Katie vorne mit ihrer Stimme und spielt mit der E-Gitarre oben am Kopf. Zu "As Long As I Live" klatscht sie den Rhythmus an, das Publikum klatscht mit und Katie tanzt ungewohnt extrovertiert über die Bühne zu diesem schnellen Up-Tempo Rocksound. Als sie am Ende kurz die Bühne verlässt, powert die Band einfach weiter.

Die Zugabe beginnt mit "Stardust", der durch Nat 'King' Cole bekannt wurde. Katie singt den Song als sanfte Ballade mit dem Highlight, als sie mitten im Song ihre Kopfstimme voll entfaltet und so wieder einmal brilliert. Den Abschluss des Konzerts bildet dann nach Katies Meinung: "The best song ever written". Es ist "What A Wonderful World" von Louis Armstrong. Es ist der krönende Abschluss eines Konzerts, bei dem Katie Melua mal wieder ihre Vielseitigkeit gezeigt hat. Stimmlich großartig, musikalisch variabel, einfach eine tolle Künstlerin.

Setlist

I Cried For You / The Closest Thing To Crazy / Thank You, Stars / A Moment Of Madness / Nothing I Can Do / Learnin' The Blues / Belfast / The Flood / No Fear Of Heights / My Aphrodisiac Is You / Crawling Up A Hill / The Cry Of The Lone Wolf / Call Of The Search / Planets Are Melting / Nine Million Bicycles / God On Drums, Devil On The Bass / Spooky / Piece Of My Heart / As Long As I Live // Stardust / What A Wonderful World

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