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Die Prinzen (live in Leipzig, 2016) © Christian Grube

Wenn eine Band in ihrer Heimatstadt ein Konzert spielt, ist das immer ein besonderes Ereignis. Bei den Prinzen ist es nicht anders. Leipzig ist ihre Hochburg, hier hat vor 25 Jahren ihre Karriere begonnen. Natürlich legt ihre "25 Jahre auf Bewährung"-Tour einen obligatorischen Halt ein. Die 3000 Besucher in der annähernd ausverkauften Arena Leipzig können sich über einige Überraschungen freuen.

Anfang der 1990er-Jahre gelangen den Prinzen einige Riesenhits. Mit Songs wie "Küssen verboten", "Millionär" oder "Alles nur geklaut" machten sie A capella-Musik salonfähig und beeinflussten Bands wie die Wise Guys maßgeblich.

Kein Lagerkoller

Da überrascht es nicht, dass die Band auch gern an ihre Erfolgszeit erinnert. Mit schrillen Perücken bewaffnet, betreten sie die Bühne und beginnen ihr Konzert mit der Geschichte von Gaby und Klaus. Unterstützt werden sie von ihrem langjährigen Instrumentalisten Ali Zieme (Drums) und Mathias Dietrich (Bass).

Das Publikum ist sofort auf der Seite der Band und singt jeden Song voller Inbrunst mit. Auch die Spielfreude ist bestechend. Da wird sich geneckt, gelacht, gescherzt. Von Lagerkoller nach 25 Jahren keine Spur. Das war Ende der Neunziger schon mal anders.

"…dann werd ich lieber Popstar"

Fast wirkt es als seien die Prinzen in den letzten Jahren wieder entdeckt worden. Nicht zuletzt sorgte auch der Auftritt von Tobias Künzel und Sebastian Krumbiegel in der VOX-Show "Sing meinen Song" für eine gewisse Renaissance der Leipziger. 

Gleichzeitig veröffentlichten sie 2015 ihre erste Platte seit sieben Jahren, das "Familienalbum". Die Songs bewiesen, dass die fünf Vokalisten es immer noch können – mal witzig, mal tiefsinnig und immer eingängig. So verwundert es nicht, dass das Album gleich mal in die Top-Ten der deutschen Charts einstieg. Live können die neuen Stücke allesamt überzeugen.

Gastauftritte von Cro und Stürmer

Frenetischer Jubel brandete auf, als der Stuttgarter Rapper Cro die Bühne betritt. Genau wie bei seinem Unplugged-Konzert im Mai 2015 singen Die Prinzen und Cro gemeinsam "Millionär" und "Einmal um die Welt".

Das ist aber nicht der einzige Gastauftritt des Abends. Aus Österreich reiste die schwangere Sängerin Christina Stürmer an, um gemeinsam mit den Prinzen „Alles nur geklaut“ zu singen. Sie hatte das Stück für Sing meinen Song interpretiert und revanchiert sich damit für den Auftritt von Tobias Künzel bei Stürmers Leipzig-Konzert im Februar. Für das Publikum gibt es spätestens an dieser Stelle kein Halten mehr.

Super-Klang, Super-Show

Auch wenn Krumbiegel und Künzel so etwas wie die Rampensäue der Band sind, stehen nicht nur sie im Fokus. Jedes Mitglied erhält Gelegenheit sich auszuzeichnen und übernimmt auch mal den Leadpart – wie Jens Sembdner bei "Heute geht es ab". Alles in Allem beweisen die Prinzen, dass sie nach 25 Jahren immer noch zu den Topstars der deutschen Popszene gehören.

Besonders hervorzuheben ist der glasklare Sound in der Arena. Einen solchen druckvollen, aber differenzierten Klang wünscht man sich bei jedem Konzert. Den Prinzen merkt man ihre Spielfreude an, denn auch die Show ist liebevoll gestaltet und schlichtweg wunderbar. Die Bandmitglieder drapieren sich um ein Klavier, das auf die Bühne gefahren wird. An anderer Stelle ziehen sie mit Spiegeln ausgestattete Jacken an, die die ganze Halle beleuchten. Das macht einfach Spaß.

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