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José González (live in Heidelberg, 2015) © Saron Duchardt

Ein regendurchtränkter Herbsttag in Heidelberg, was passt da besser als die sanften Klänge von José González? Nach seinem gefeierten Auftritt auf dem Maifeld Derby im Frühjahr ließ es sich der Schwede nicht nehmen, noch ein zweites Mal in der Rhein-Neckar-Region ein Gastspiel zu geben. Sehr zur Freude des Publikums in der halle02 Heidelberg, die das Spektakel in gebannter Stille verfolgten.

Schon der Support Cristobal And The Sea legen die Messlatte zu Beginn des Abends hoch. Leider sind die Londoner Folk-Rocker ziemlich leise und haben einen ähnlichen Sound wie José González. Das Publikum in der halle02 nimmt den Auftritt wahr, lässt sich aber nicht wirklich mitreißen.

Dann steht der Hauptact plötzlich auf der Bühne, allein im Scheinwerferlicht und verzaubert das Publikum mit "Crosses". Glasklar kommt der 37-jährige über die Boxen, die Musikanlage in der halle02 unterstreicht das ruhige Spiel von González. Für das restliche Set stößt seine Band dazu, bespickt mit allem, was man für gefühlvolle Musik so braucht.

Gegenprogramm zum Herbst

Im Hintergrund leuchten dieselben Berge, Sterne und Planeten wie schon beim Auftritt auf dem Maifeld Derby im Frühling. Eingetaucht in tiefblaues Licht zaubert José González ein wohlig warmes Gefühl in die halle02, das Gegenprogramm zum nasskalten Herbst draußen vor der Tür.

Natürlich hat er Songs aus seinem aktuellen Album "Vestiges and Claws" dabei, aber González' Set ist vielmehr ein gut durchdachtes Best Of. Neben seinen eigenen Solotiteln geht auch Material von Junip und einige Cover über die Bühne. Und das durch Fernsehwerbung berühmt gewordene Cover von The Knifes "Heartbeats" darf natürlich auch nicht fehlen.

Begeisterte Totenstille

Das Publikum lauscht der Musik aufmerksam: Während der Songs herrscht fast Totenstille, man könnte Stecknadeln fallen hören. Ist die letzte Note aber durch die Boxen gezogen, wogt eine Welle der Begeisterung durch die Reihen und frenetischer Applaus folgt.

Da muss man auch keine großen Reden zwischen den Songs halten. José González begnügt sich mit kurzen Sätzen und zieht lieber seine Songs durch. Die Zuhörer danken es mit Aufmerksamkeit bis zum Ende. Der kalte nasse Herbst bleibt allen danach zwar erhalten, aber mit dem Rüstzeug dieses Abends ist er besser zu ertragen.

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