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Impressionen (Rock im Park 2015) © Joy Dana Görig

Die 20. Ausgabe von Rock im Park bot drei Tage beste Livemusik und fast durchgehend bestes Sommerwetter. Eitel Sonnenschein war aber bei weitem nicht alles. Wir waren selbstverständlich mit dabei und haben Highlights und Tiefpunkte zusammengestellt.

Einen ausführlichen Bericht von Rock am Ring gibt es schon. Da aber auch das Zwillingsfestival Rock im Park in Nürnberg mit 3 Tagen Dauerhitze und nächtlicher Evakuierung von sich reden machte, hier ein paar Highlights und Tiefpunkte des 20. Jubiläums.

Die Highlights

Die größten Highlights bei Rock im Park 2015 waren selbstverständlich musikalischer Natur. Dass Hozier krankheitsbedingt fernbleiben musste, war für viele eine große Enttäuschung.

Frank Turner von der Park- auf die Zeppelinstage zu verlegen, war aber genau die richtige Entscheidung. Der Mann ist ein echtes Livephänomen und wurde der großen Bühne, die er zum ausgiebigen Tanzen nutzte, mehr als gerecht. Das Publikum war begeistert.

Große Fische, kleine Fische

Bands wie die Foo Fighters, Rise Against oder die Beatsteaks sorgten wie zu erwarten für richtig Stimmung und Konzerterlebnisse vom Feinsten. Auch Marilyn Mansons Sturz von der Bühne, den er lässig mit den Worten "I think I just broke my leg for you guys. It was totally worth it" kommentierte, dürfte noch lange für Gesprächsstoff sorgen.

Aber auch kleinere Acts wussten zu überzeugen. Die Mighty Oaks zogen ein überraschend großes Publikum an, das sie auch von Anfang bis Ende mit einer überzeugenden Performance bei Laune hielten. Einige Stunden zuvor hatten bereits MS MR die Parkstage gerockt, deren Frontfrau wie ein Wirbelwind mit feuerroten Haaren über die Bühne fegte und tapfer gegen die Soundprobleme ankämpfte.

Den krönenden Abschluss boten Kraftklub, zwar nicht die letzte Band des Sonntagabends, aber sicherlich die mitreissendste. Die Jungs aus "Karl Marx Stadt" zogen so ziemlich alle Register und boten neben Konfettiregen, unzähligen Circlepits und kollektivem Entkleiden auch eine Reise ins Publikum mit anschließendem Crowdsurfing-Wettrennen. Sänger Felix hat übrigens gewonnen.

Grüner Himmel

Zum Abschluss noch ein eher unauffälliges Highlight, das nur die wenigsten genießen konnten: Das Greencamping. Auf den separierten Zeltplätzen gab es ausreichend Platz, wenig Müll und vor allem eine Sperrstunde!

Wer trotz Festivalstimmung gerne auf drei Tage Leben im Müll und nächtliche Dauerbeschallung verzichten möchte und so dreist ist, sogar von ein paar Stündchen Schlaf zu träumen, dem sei das Greencamping wärmstens empfohlen. Kostet auch keinen Aufpreis.

Im zweiten Teil: die Tiefpunkte

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Trotz wolkenlosem Himmel und Temperaturen von bis zu 35 Grad, war bei Rock im Park 2015 nicht alles eitel Sonnenschein.

Wenig Wasser, viele Menschen und noch mehr Sonne

Viele, die die enormen Besucherzahlen von Rock am Ring abschrecken, weichen auf das Zwillingsfestival aus, mit der Folge, dass der Park in diesem Jahr überfüllt wirkte. Bereits am Donnerstagnachmittag waren die Kapazitäten der Location erschöpft. Die Möglichkeit, so wie in Mendig kurzfristig ein bisschen Rasenfläche zu mähen, gab es nahe der Nürnberger Innenstadt leider nicht. Abschrecken ließ sich natürlich niemand und so wurde kurzerhand im Gebüsch geparkt und am Straßenrand gezeltet. Die Sicherheitsleute waren leider auch keine große Hilfe und wirkten häufig planlos und überfordert.

Die Sonne brannte drei Tage lang beinahe ununterbrochen auf das Zeppelinfeld, entsprechend hoch war der Wasserbedarf. Vor den wenigen Wasserstellen auf dem Festivalgelände war das Gedränge meist größer als direkt vor den Bühnen.

Die Sache mit der Parkstage

Auch die Parkstage sorgte aus verschiedenen Gründen für reichlich Unmut. Weshalb ein Headliner wie Slipknot dort spielt und nicht auf der Hauptbühne, ist absolut unverständlich und sorgte für ordentlich Chaos.

Schon etwa 20 Minuten vor Konzertbeginn wurde die Parkstage wegen Überfüllung geschlossen, Fans kamen nicht rein und alle, die nach den Foo Fighters zu ihren Zelten zurück wollten, nicht raus. Auf Parolen wie "die Mauer muss weg" ließ der wütende Mob zum Glück keine Taten folgen, sondern verzog sich stattdessen ins Gebüsch, um wenigstens einen Blick auf die Maskenmänner zu erhaschen.

Auch der Sound auf der Parkstage ließ zu wünschen übrig, die Bass Boxen waren nämlich direkt vor dem Publikum angebracht. Vom Gesang und den übrigen Instrumenten kam selbst in den hinteren Reihen nicht viel an, dafür hat der Boden ordentlich vibriert.

Nächtliche Evakuierung

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ertönten plötzlich Lautsprecherdurchsagen, die zur Evakuierung des gesamten Geländes aufriefen. In Anbetracht des Unwetters bei Rock am Ring war diese zwar nachvollziehbar, aber dennoch wenig durchdacht.

Während die Securities auf einigen Campingplätzen jeden einzelnen Besucher aus seinem Zelt holten, wurden andere Bereiche völlig vergessen und nicht evakuiert. Zehntausende Besucher wurden im Messeparkhaus, im Stadium sowie im Collosseum untergebracht, wo sie dicht gedrängt ausharren mussten. Von einem Sturm wie am Ring blieb Nürnberg aber glücklicherweise verschont.

Gerrockt wurde trotzdem

Auch wenn die Organisation des Festivals an vielen Stellen noch ausbaufähig ist, ließen sich die ca. 75.000 Besucher nicht die Stimmung verderben. Rock im Park sorgte auch 2015 für unvergessliche Konzerte, Bombenstimmung und die altbekannte "Post-Festival-Depression" – die sich übrigens nur durch den Erwerb neuer Festivaltickets zuverlässig heilen lässt.

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