Status Quo (live in Hamburg, 2011)

Status Quo (live in Hamburg, 2011) © Falk Simon

Die Rock'n'Roll-Veteranen Status Quo überzeugen in der Sparkassen Arena Kiel mit einem kraftvollen, engagierten Auftritt.

Dem Nachwuchs auch mal eine Chance geben – das dachten sich Status Quo und engagierten Lou Gramm für das Vorprogramm. Dieser hatte mit Foreigner seine ersten Hits, als der erste Frühling für Status Quo grade zu Ende ging. Mit einer Stunde wurde dem Bekanntheitsgrad entsprechend gehuldigt.

80er Pompösrock

Lou Gramm drehte mit Achtziger-Jahre-Pompösrock nochmal voll auf. Als das Licht anging, musste man leider wieder sehen, dass die Halle nur zur Hälfte gefüllt war und davon noch die Mehrheit auf den Rängen sitzend Platz genommen hatte.

Um Punkt 21:30 Uhr ging das Licht aus, und ein Schattenriss von Rick Parfitt wurde auf dem von hinten beleuchteten Vorhang sichtbar. Der daraufhin folgende Jubel wurde von einem brachialen Gitarrenintro begleitet und los ging es ganz traditionell mit "Caroline", das in "Paper Plane" und einen weiteren Klassiker, "Little Lady", übergeleitet wurde.

Extended Versions

Nach diesem Intro bergrüßten Status Quo die Zuschauer mit der Ansage, man freue sich wieder auf Tour zu sein. Da es sich erst um das zweite Konzert handelte, wirkten die Musiker frisch und aktiv auf der Bühne. Beim folgenden "Rain" wurden dann auch diverse Gitarrensoli von Rossi und Parfitt eingestreut, die so im Original nicht zu hören sind.

Der Sound wurden erst mit dem modernen "Hold You Back" besser, vielleicht hatte der Mischer mit einer volleren Halle gerechnet. Und beim neuen Klassiker "Beginning Of The End" vom selbstironisch betitelten Album "In Search Of The Fourth Chord" warf sich der Keyboarder Rhyno Edwards einen Gitarrengurt über, so dass vier Seiteninstrumente auf der Bühne gemeinsam schaukeln konnten. Mit seiner Silberlocke und dem weißen Hemd ähnelte er aber leider eher Ricky King als einem Jeansrocker.

Die neue Härte

Experimentierfreudig kam dann "Oh Baby" rüber, eben als echter Dampfhammerblues mit viel Basswums. Hier zeigte sich die Qualität des neuen Schlagzeugers Leon Cave, der sehr straight und gleichzeitig druckvoll spielte. Als Schmankerl wurde dann noch von Judas Priest das Guitarriff von "Breaking The Law" eingeworfen. Heute sollte gezeigt werden, dass auch Status Quo hart kann.

Und schnell kam der nächste Bruch mit dem "Just Proposin Medley" der Anfangszeit, das Perlen wie "Down The Dustpipe", das fast vergessene "Honky Tonk Angels", "Railroad", "Fat Mama" oder "Say You Need Me" enthielt. Als dann "The Oriental", ein sehr grooviges Stück, gespielt wurde, schien das Publikum durch die Stilvielfalt eher verwirrt zu sein. Es spendete höflichen Applaus, aber ohne echte Überzeugung. Dann folgte mit "Creepin Up On You" nochmal ein Blues wie "Oh Baby", diesmal wieder mit vier Gitarren. Interessant wird es sein, wie Status Quo das Set im Laufe der Tour umstellen oder ob dies schon die endgültige Version ist.

Die Stimmung zieht an

Bei "Blue Eyed Lady" wurden dann alle Amps auf zehn gedreht, Drummer Leon Cave half zusätzlich beim Gesang aus, und es wurde klassisch nur nach vorne gespielt. Das langsam aus der Reserve kommende Publikum bestritt bei "In the Army now" sämtliche Refrains, und endlich bei "Roll Over Lay Down" tanzten auch alle mit.

Der nächste 70er Jahre Kracher kam mit "Down Down", welches in einer fetten Live-Version weit über die Originallänge ausgespielt wurde. Also ob das noch nicht gereicht hätte, folgte dann bei "Whatever You Want" der Gitarrentanz von Parfitt und Rossi, bevor das offizielle Set mit "Rockin All Over The World" und heiseren Chören beendet wurde.

90 Minuten müssen reichen

Nach einer kurzen Pause kam die Band mit "Burning Bridges" zurück, das wieder sehr straight und druckvoll gespielt wurde. Und dann ging es schon ab zum klassischen Schluss mit "Bye Bye Johnny". Trotz des beseelten Applauses des nun völlig zufrieden gestellten Publikums ließ sich die Band, wie sonst auch, nicht erweichen.

Stattdessen ging sie nach 90 Minuten, die wie eine Stunde gewirkt hatten, von der Bühne. Das größtenteils ältere Publikum, verstärkt durch einige mitgebrachte Kinder in den Zwanzigern, wusste es zu danken. Kein Grund, warum eine akustische Tour nicht auch erfolgreich sein könnte.

Setlist

Caroline | Paper Plane | Rain | Little Lady | Most of the Time | Hold You Back | Beginning of the End | Oh Baby | What You're Proposing-Medley | Big Fat Mama | The Oriental | Creepin' Up on You | In the Army Now | Blue Eyed Lady | Drum Solo | Roll Over Lay Down | Down Down | Whatever You Want | Rockin' All Over the World || Burning Bridges (On and Off and on Again) | Bye Bye Johnny

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