Kid Simius (Pressebild, 2014)

Kid Simius (Pressebild, 2014) © Melt! Booking

Lautstarke Bands, tanzbare Beats und Gute-Laune-Musik erwartete die Besucher des ersten Elektrik Pony Cups am 2. Oktober 2014 in der alten Feuerwache. Das neue Festival am Mannheimer Firmament hatte mit We Have Band, Kid Simius u.a. einiges zu bieten.

Timo Kumpf hat Mannheims Festival-Szene schon mit dem Maifeld Derby und der Sehbühnenregatta ordentlich aufgemischt, jetzt hat er noch eins oben drauf gesetzt. Nach dem Motto "Aller guten Dinge sind drei" rief er den Elektrik Pony Cup ins Leben, der mit guter Musik die Besucher auf das lange Wochenende einstimmte.

Abwechselnd in der Halle und in der café I bar spielten acht Bands auf der Bühne, brachten das Publikum zum Tanzen, oder einfach nur zum gemütlichen Zusammensitzen und Genießen.

Aller Anfang ist schwer

Erste Band des Abends in der Halle waren Hot Sushi Club aus Heidelberg, die eine energiegeladene Show ablieferten, und das obwohl die Halle zu dem Zeitpunkt erst mäßig gefüllt war. Ihre Indie-Musik hebt sich zwar nicht gerade von der unendlichen Masse an Indie-Bands ab, aber die drei Jungs hatten Spaß auf der Bühne, und mit ein paar markanteren Songs können sie sich bestimmt demnächst einen Namen machen. Für die Besucher, die ihren Weg so früh zu dem Festival gefunden hatten, war es auf jeden Fall ein gelungener Auftakt, auch wenn die Performance manchmal etwas zu gewollt wirkte. 

Weiter ging es mit Inah aus Mannheim in der café I bar. Sie überraschte die Zuschauer mit kraftvoller Stimme und gefühlvollen Songs und gab sich mit ihrer symphatischen Art ganz ihrem Dasein als Singer-Songwriter hin. Noch ein Hinweis an alle Musiker unter euch: Inah sucht noch Leute, die mit ihr Musik machen wollen, also nichts wie ran!

Gute-Laune-Export aus Polen

In der Halle ging es dann weiter mit Paula & Karol aus Warschau. Die sechsköpfige Band um die Sänger Paula und Karol schafften es, das Publikum zum Tanzen zu bringen, und machten mit ihrer Folk-Musik unglaublich gute Laune. Mitklatschen und Mitsingen war da selbstverständlich.

Nach dem kurzen Wanderweg zurück zur anderen Bühne ging es dann gemütlich weiter. Aus der Schweiz angereist stand Yellow Teeth auf der Bühne, der mit seiner dylanesquen Musik für eine Verschnaufpause nach dem vielen Getanze sorgte. Mit Gitarre und Mundharmonika (oder Zahnspange, wie er es nannte) bewaffnet präsentierte er seine Folkmusik, die perfekt ins Ambiente der café I bar passte.

Energiegeladen und tanzbar

In der Halle ging es dann lautstark weiter, denn We Have Band machten die Bühne unsicher, und bei der Londoner Band bleibt ja bekanntlich nie ein Tanzbein ruhig. Mit gewaltigen Beats und einer unglaublich energiegeladenen Performance von Darren Bancroft am Keyboard brachten sie das Publikum zum euphorischen Tanzen. Was sie schon ein paar Tage zuvor im Berliner Lido gezeigt hatten, bestätigten sie auch hier wieder: Die Band ist live eine Wucht.

Wieder ruhiger wurde es bei Patrick Bishop. Mit seinem aller Wahrscheinlichkeit neu erstandenen Paula & Karol-T-Shirt und Strickjacke stand der Frontmann mit Band in der inzwischen ordentlich aufgeheizten café I bar auf der Bühne und gab seine Popmusik zum Besten. Durchaus ganz nett das Ganze, aber die Anzahl an eingängigen Songs reichte dann doch nicht ganz aus, um zwischen We Have Band und Nachfolger Kid Simius lange im Gedächtnis zu bleiben. Zu vieles plätscherte nur dahin. Aber eine schöne Ruhepause zwischendurch war es allemal.

Vollkommen abgedreht

Dann endlich kam er auf die Bühne: Kid Simius heizte der Meute mit seinen harten Beats und fetten Sounds ordentlich ein. Ganze anderthalb Stunden spielte er und gab alles: Spätestens als er "Jalapeños Horror" anstimmte rastete die Menge vollkommen aus. Zum Schluss auch noch mit gesanglicher Verstärkung sorgte er für ordentliche Partystimmung, Grund genug hatter er ja, denn mit seinem Auftritt feierte er in seinen Geburtstag rein. Und da die Menge dem Musiker auch noch zwei mal ein Geburtstagsständchen brachte, gab es auch zwei lautstarke Zugaben, abgedrehtes Abdancen auf und vor der Bühne inklusive.

Den Abend ausklingen ließ dann Denis Jones in der café I bar. Noch vollkommen geflasht von Kid Simius stolperte man zu seinem Auftritt, bei dem er mit seinen etwas ruhigeren, aber nicht minder überzeugenden Beats für einen schönen Abschluss sorgte.

Also merken fürs nächste Mal: Wenn der Elektrik Pony Cup wieder startet, unbedingt hingehen! Wer weiß, vielleicht sind es dann ja sogar zwei Tage. Zelten könnte man doch in der Halle.

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