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Depeche Mode (Foto vom 24. März 2013, MuseumsQuartier Wien, Album Launch Event "Delta Machine") © Markus Nass

Der Auftritt von Depeche Mode in Frankfurt am 5. Juni 2013 geriet zu einem wahren Triumphzug für die Band. Ein begeisterungsfähiges und singfreudiges Publikum sorgte von Beginn für Euphorie auf den Rängen und auf der Bühne, wo Dave Gahan sich wieder einmal als meisterhafter Frontmann zeigte. Misstöne gab es hingegen nur wenige.

Die Geschichte eines Depeche Mode-Konzerts ist auch stets die Geschichte der Fans und ihrer sagenhaften Begeisterungsfähigkeit. Das zeigt sich in der Commerzbank-Arena bereits beim dritten Lied Walking In My Shoes, das in fast jedem ihrer Konzerte seinen Platz hat. Sofort erhebt sich das Publikum auf den Rängen, um mitzusingen und mitzutanzen.

Die Begeisterung steigert sich noch mit den folgenden exzellenten Versionen des düster brodelnden Black Celebration und von Policy Of Truth. Dave Gahan hat sichlich Freude an der Partyatmosphäre, lächelt ins Publikum, tanzt über die Bühne, wackelt lasziv mit dem Hintern, worauf (vornehmlich) die weiblichen Besucher mit lauten Jubel reagieren.

Enorme Bühnenpräsenz

Es ist sicher nicht ganz korrekt, Depeche Mode als "Frauenband" zu bezeichnen, aber der Frauen-Anteil  ist weitaus höher als bei anderen Konzerten derselben Größenordnung. Das liegt zum Gutteil an David Gahan, der immer noch eine Ausstrahlung besitzt, die problemlos die hinterste Ecke des Stadions erreicht.

Während das "dritte Bandmitglied", Keyboarder Andrew Fletcher während des Konzerts so gut wie unsichtbar bleibt, erhält Martin Gore die Gelegenheit drei Lieder zu singen. Das Publikum gibt sich zwar alle Mühe, seine Songs mit warmherzigen Applaus zu bedecken, aber für ein Stadion sind seine Lieder zwar nicht unbedingt zu schlecht, aber zu ruhig und vor allem zu lang. Nach Higher Love und When The Body Speaks hat sich die anfängliche Euphorie wieder ein wenig gelegt.

Nicht nur die Megahits

Eine Band kann ein Stadion mit mehreren zehntausend Zuschauern nur dann für sich gewinnen, indem sie die Hits spielt, die jeder kennt. Und so folgen natürlich die Lieder, auf die jeder wartet: Enjoy The Silence gerät zur erwarteten Mitsing-Orgie, während Personal Jesus extrem langsam beginnt, um dann regelrecht zu explodieren.

Die Setlist besteht aber keineswegs nur aus den Megahits: People Are People bleibt ebenso außen vor wie Everything Counts. Stattdessen performt die Band zahlreiche Songs ihres aktuellen Albums Delta Machine. Das Problem besteht darin, dass die meisten nicht mehr als durchschnittlich sind, jedenfalls nicht die Güte besitzen um ein Stadion zum Toben zu bringen.

Der Tiefpunkt des ganzen Abends ist die Performance von Soothe My Soul, das die Band unbegreiflicherweise als zweite Single ausgewählt hat. Die alternierenden Vocals zwischen Gahan und Gore funktionieren im dröhenden Live-Sound gar nicht und sowohl Text als auch Beats wirken flach und unoriginell.

Das große Finale

Aber vielleicht musste das Publikum auch nur Kraft tanken für das große Finale: die Zugabe mit einer epischen Interpretation von Just Can't Get Enough, überhaupt so etwas wie das heimliche Motto der zweieinhalbstündigen Show.

Inzwischen tanzen alle Zuschauer bis in die obersten Reihen, der Jubel kennt keine Grenzen mehr. Mit I Feel You und Never Let Me Down Again gibt es dann noch zwei Klassiker, die das Publikum vollends zum Ausrasten bringen. Um eine solche Stimmung in der Arena nochmals zu erleben, muss man wohl warten, bis die Eintracht Meister wird. Oder bis zum nächsten Depeche Mode-Konzert.

Setlist

Welcome to My World | Angel | Walking In My Shoes | Precious | Black Celebration | Policy Of Truth | Should Be Higher | Barrel of a Gun | Higher Love | When the Body Speaks | Heaven | Soothe My Soul | A Pain That I'm Used To | Secret to the End | Enjoy the Silence | Personal Jesus | Goodbye

Zugabe: But Not Tonight | Halo | Just Can't Get Enough | I Feel You | Never Let Me Down Again

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