Die letzten beiden Alben "Boxer" und "Alligator" wurden schon mit großer Begeisterung aufgenommen, nun veröffentlichen The National ihr neues Album "High Violet". Mit zwei ausverkauften Konzerten stellten sie in Berlin vor.

Im ausverkauften Astra Kulturhaus begeisterten The National mit einem unglaublich komplexen, dichten, dunklen und melancholischen Indiesound, der an diesem Abend nicht nur vom Schlagzeug, Gitarren, einem Bass und einem Keyboard, sondern auch von einer Trompete und Posaune durch den Saal getragen wurde. Dazu gesellte sich Matt Berningers markante und tiefe Baritonstimme. Es entstand schnell eine einnehmende und warme Atmosphäre, die Zuschauer zog es in den Bann der Band aus New York.

Der eine Weste tragende Sänger schien von seiner eigenen Stimme manchmal selbst wie gebannt und besessen zu sein: Auf seine Schenkel klopfend tanzte er über die Bühne und schrie bei markanten Stellen mit Leibeskräften ins Mikrofon, das er fest mit beiden Händen umklammerte. Das führte soweit, dass er einmal sogar kurz seine Stimme verlor und – als hätte er Schmerzen – sich bücken, tief Luft holen und erst einmal ein Schluck trinken musste, um dann mit seiner gewohnt tiefen Stimme weitersingen zu können. Dabei spürte man deutlich, dass er alles aus seiner Stimme herausholen und das Publikum damit fürs Kommen belohnen wollte. Das zeigte sich auch im späteren Verlauf des Konzerts, als die Band nicht nur mehrere Zugaben spielte, sondern Berninger sich einmal sogar auch von der Bühne begab und eine große Runde inmitten des dicht gedrängten Publikums drehte.

Musikalisch zeigten The National einen bunten Mix aus ihren bisher fünf veröffentlichten Alben. Dabei performten sie nicht nur die neuen Songs wie Runaway, sondern spielten auch viele ihrer Klassiker wie Fake Empire. Eins hatten die Songs alle gemeinsam: Sie erzeugten eine Atmosphäre, die für Gänsehaut sorgte und das gesamte Konzert von The National zu einem stimmungsvollen Ereignis werden ließ. Dazu tru auch bei, dass die Band durchweg sehr publikumsnah wirkte.

Die zwei Konzerte in Berlin sollten nicht die letzten ihrer Art gewesen sein. Vielmehr darf man sich die Frage stellen: Wie viele Konzerte werden sie das nächste Mal in Berlin spielen müssen, um das gesamte begeisterte und bestimmt wiederkehrende Publikum zu befriedigen? Es könnten nach diesem Konzert auf jeden Fall wieder einige werden.