The Rolling Stones (2017)

The Rolling Stones (2017) © Claude Gassian

Während die Rockwelt gespannt auf die Eröffnungsshow der 2017er "No Filter" Europatournee der Rolling Stones in Hamburg am 9. September blickt, ging für 10 Fans ein Traum in Erfüllung: Sie durften exklusiv und völlig überraschend der Generalprobe der legendären Band in London beiwohnen.

Zu jeder Tour der Rolling Stones finden in den Wochen vor dem ersten Konzert Bandproben statt. Der Ort, an dem diese Proben stattfinden, wird zwar nicht öffentlich bekannt gegeben, aber Hardcore-Fans bekommen in der Regel schnell Wind davon und berichten dann in Fanforen auch eifrig über alles, was sie vor Ort herausgefunden haben bzw. die geprobten Songs, die sie vielleicht auch belauschen konnten.

Eine sensationelle Gelegenheit

In diesem August haben sich die Stones in den LH2 Studios in London eingemietet um für die "No Filter"-Tour zu proben. Die Art des Aufbaus des Gebäudekomplexes ließ ein Mitlauschen nicht zu, auch persönliche Kontakte bei Ankunft oder Verlassen der Musiker ergaben sich nicht. Umso größer war dann die Überraschung von zehn trotzdem tapfer vor dem Gebäudekomplex ausharrenden, als sie am vergangenen Freitag unvermutet eingeladen wurden, den Stones bei ihrer Generalprobe zuzuhören.

Zwei Songs spielten Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Ron Wood und ihre Mitmusiker für die perplexen Überraschungsgäste: "Jumpin' Jack Flash" und "Gimme Shelter" – zwei Klassiker, die in den letzten Jahrzehnten auf keiner Setlist fehlen durften, aber auch in so ziemlich jeder Top-10-Liste der besten Stonessongs auftauchen.

Positive Nachrichten

Die Band habe hervorragend geklungen, berichteten die Glückspilze anschließend, was durchaus beruhigende Nachrichten sind. Im Vorfeld der Tour gab es große Sorgen um den Gesundheitszustand von Gitarrist Ron Wood (70), dem im Frühjahr nach einer Krebsdiagnose ein Teil der Lunge operativ entfernt wurde. Angeblich soll er sich gut von dem Eingriff erholt haben und Dankbarkeit empfinden, dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen zu sein.

Seitdem die Stones in Folge ihres 50-jährigen Bandjubiläums 2012 keine längeren Tourpausen mehr eingelegt hatten und jedes Jahr einen anderen Teil der Welt mit – im Vergleich zu früheren Konzertreisen relativ kurzen Tourneen – beehrten, hatte sich der mittlerweile trockene Wood wieder zu einer wichtigen Stütze im Bandsound entiwckelt.

Unverwüstlich

Keith Richards (73) macht dagegen einen wie eh und je unverwüstlichen Eindruck, obwohl die wilden Jahre ihren Tribut gefordert und seine Finger nicht ihre ursprüngliche Beweglichkeit haben, spielt er noch immer seine unnachahmlichen Riffs und Licks und gibt den fröhlichen alten Piraten auf der Bühne.

Mick Jagger (74) trotzt nach wie vor allen biologischen Alterserscheinungen und tänzelt immer noch mit frecher Leichtigkeit über die Bühnen. Seine Präsenz als Zeremonienmeister ermöglicht es der Band Zuschauerkulissen von 80.000 Besuchern, wie jetzt in Hamburg, zu ziehen und allen eine unvergessliche Party zu bescheren.

Charlie Watts (76) wird diesen speziellen Swing im Schlagzeug spielen, der Garant dafür ist, dass die Band niemals zu den "Rocking Stones" wird, sondern die Bedeutung des zweiten Wortes in "Rock & Roll" unterstreicht – jetzt schon im 55. Jahr!

Wahlmöglichkeiten & Geheimkonzerte

Über die Rolling Stones App können Fans derweil einen von vier Songs für die Hamburger Show auswählen. Die Tracks, die zur Auswahl stehen, sind allesamt Leckerbissen, nämlich "Under My Thumb", "Emotional Rescue", "All Down The Line" und "She's So Cold".

Heiß diskutiert wurde unter Fans auch über mögliche Geheimkonzerte vor dem offiziellen Tourneebeginn. Während diese in den letzten Jahrzehnten durchaus üblich waren, lässt ein Blick auf den Kalender das jedoch eher unwahrscheinlich erachten. Am 5. September ist die Band mit ihrer Boeing 767 in Hamburg gelandet und hat ihr Quartier im Park Hyatt Hotel bezogen. Es kann aber nicht schaden, Augen und Ohren offenzuhalten, vielleicht überraschen die Stones ihre Fans erneut.

Support & Wetter

Als Support für Hamburg, München und Spielberg (Österreich) wurde die ursprünglich aus Island stammende, aber jetzt in Texas beheimatete Band Kaleo ausgewählt. Der Support für die Stones ist erfahrungsgemäß ein eher undankbarer Job, aber die Fans sollten bei den Blues-Rockern ein Ohr riskieren. In Düsseldorf sind Rival Sons Support – auch das eine gute, nachvollziehbare Wahl.

Der Wetterbericht für Hamburg-Konzert sieht übrigens nicht allzu gut aus. Die Zuschauer sollten sich auf Regen einstellen, wobei es möglich ist, dass der Regen beim eigentlichen Konzert vorüber ist. Warm wird es allerdings keinesfalls. Möglicherweise kommt das Lieblings-Stones-T-Shirt daher nicht zu seinem Auftritt, aber es sind ja auch Stones-Baseballkappen, Stones-Regenschirme, Stones-Kaputzenpullis und so weiter erhältlich. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung – wir sehen uns im Stadtpark!

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