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Impressionen vom Freitag bei Rock am Ring, 2017 © Peter H. Bauer

Nachdem sich die Verdachtsmomente einer terroristischen Gefährdung auf dem Festivalgelände seitens der Behörden nicht bestätigt haben, wird Rock am Ring 2017 am Samstag fortgesetzt.

Das ist die erhoffte Nachricht, auf die alle Rock am Ring-Fans sehnsüchtig gewartet haben: Es geht weiter. Wie das Festival soeben auf seiner Facebook-Seite bekanntgab, haben sich die Verdachtsmomente nicht bestätigt. Die polizeilichen Untersuchungen auf dem Gelände waren ergebnislos.

Somit steht einer Wiederaufnahme des beliebten Festivals am heutigen Tage nichts mehr im Wege, denn die Behörden haben bereits die Genehmigung zur Fortsetzung des Großevents am Nürburgring erteilt. Um 13:30 Uhr sollen die Tore des Festivalgeländes wieder geöffnet werden. Die Veranstalter zeigten sich zuversichtlich, pünktlich mit dem für Samstag angesetzten Musikprogramm beginnen zu können.

Potenzielle Gefährder aus dem Dunstkreis des islamistischen Terrorismus

In einer kurzfristig im Pressecenter des Nürburgrings angesetzten Pressekonferenz erläuterten Vertreter der Polizei die Hintergründe zur gestrigen Unterbrechung. Es habe sich im Präsidium Koblenz am Freitagvormittag herausgestellt, dass mindestens eine Person nicht-deutscher Herkunft mit polizeilichen Erkenntnissen im Bereich des Terrorismus Zugang zum inneren Festivalgelände gehabt und der Name dieser Person auf dem Backstage-Pass nicht mit ihrem tatsächlichen Namen übereingestimmt habe.

Laut Aussagen der Polizei hätten sich die Ermittlungen schließlich auf zwei Personen aus Hessen konzentriert, von denen mindestens eine einen Hintergrund im islamisch geprägten Terrorismus besitze. Bei den folgenden Wohnungsdurchsuchungen seien auch echte Bändchen, die einen Zugang zu sicherheitsrelevanten Bereichen auf dem Festivalgelände ermöglichten, gefunden worden. Letzten Endes habe sich im Laufe der Nacht aber ergeben, dass keine konkrete Gefahr bestehe. Die Verdächtigen seien deshalb wieder auf freiem Fuß.

"Sicherheit geht vor"

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz zeigte sich erleichtert, dass Rock am Ring fortgesetzt werden kann. Ausdrücklich lobte der SPD-Politiker dabei die knapp 90.000 anwesenden Fans für die disziplinierte und geordnete Räumung des Geländes und die allem Anschein nach gut ausgearbeiteten Notfallpläne der Veranstalter für solche Fälle.

Aufgrund der hohen abstrakten Gefährdung sei aber am gestrigen Abend ein "nicht mehr vertretbares Risiko" entstanden, das Handeln bedürft habe. "Sicherheit geht vor", erklärte sich Lewentz in der Pressenkonferenz. "Die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher steht im Vordergrund. Das ist die oberste Maxime."

Respekt an die Fans

Rock am Ring-Chefarchitekt Marek Lieberberg zollte noch einmal dem "einmaligen" Verhalten des Publikums seinen größten Respekt: "So viel Disziplin kann man kaum voraussetzen, wie man sie hier erlebt hat." Dabei berief er sich im Speziellen auf die reibungslose Räumung des Geländes, die völlig friedfertig und ohne jegliche Zwischenfälle binnen einer Viertelstunde vonstattengegangen sei.

Er sei dafür außerordentlich dankbar und betrachtete es als ein gemeinsames "Zeichen für unsere Kultur, für unsere Zivilisation", das die vielen anwesenden Rockfans dabei setzten, und lobte trotz seines emotionalen Auftritts am vergangenen Abend neben den Ordnern und Helfern auch die Polizei. Ob die ausgefallenen Shows von Bands wie dem für Freitag geplanten Headliner Rammstein nachgeholt werden, ließ Lieberberg vorerst noch offen. Man diskutiere verschiedene Szenarien, beispielsweise auch eine Ausdehnung des Musikprogramms bis in die späte Nacht.

Update: Zwei wichtige Entscheidungen sind gefallen. Broilers werden ihren gestern abgebrochenen Gig zu Ende spielen, und zwar um 19:20 Uhr auf der Volcano Stage. Hingegen werden Rammstein nicht am Samstag auftreten. Den aktualisierten Spielplan findet ihr hier

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