mit traurigkeit und humor
William Fitzsimmons: Konzertbericht und Livefotos aus Heidelberg
Review/Bericht vom 15.12.2011 | Autor: Daniel Nagel
Review/Bericht vom 15.12.2011 | Autor: Daniel Nagel
William Fitzsimmons verzauberte mit seinen traurigen und doch tröstlichen Liedern das vornehmlich junge Publikum im ausverkauften Heidelberger Karlstorbahnhof.
William Fitzsimmons hat mit "Gold In The Shadows" sein mittlerweile fünftes Studioalbum veröffentlicht. Damit tourt er aktuell durch Deutschland.William Fitzsimmons benötigt eigentlich keine Band, seine Bühnenpräsenz erlaubt ihm mühelos, eine ausverkaufte Halle wie den Heidelberger Karlstorbahnhof in seinen Bann zu ziehen. Seine intensive, sanfte Stimme, die manchmal kaum über ein flüsterndes Singen hinausgeht, besitzt offenkundig eine beruhigende, ja tröstende Wirkung. Dieses Paradox setzt sich in seinen Liedern fort, die stilistisch sehr ähnlich sind, aber gleichzeitig nie austauschbar oder langweilig wirken. Es ist faszinierend zu erleben, wie diese sehr ruhige, sehr langsame Musik, die nur gelegentliche Steigerungen erlebt, eine so durchdringende Wirkung entfaltet.
Seine Band, Slow Runner, die auch das nur gelegentlich überzeugende Vorprogramm bestreitet, spielt im Verlauf des Konzerts nur eine Nebenrolle. Die Aufmerksamkeit konzentriert sich wie von selbst ganz auf den Sänger, während die Band die Lieder nur ausschmückt, nicht substantiell bereichert.
Er hat eine so enorme Bühnenpräsenz, dass seine Band "Slow Runner" im Verlauf des Abends eine untergeordnete Rolle spielt. Das Heidelberger Publikum wurde von dem Musiker und seinen Liedern regelrecht in den Bann gezogen.Auf keinen Fall darf man sich das Konzert als kollektive Therapiesitzung vorstellen. William Fitzsimmons ist kein selbstmitleidiger Trauerkloß, sondern unterhält sein Publikum zwischen den Songs mit seinem beißend-ironischen Humor. So erzählt er, nach Zählung seines Tourmanagers seien nicht weniger als siebenundzwanzig Mädchen auf dieser Tour während seiner Konzerte zusammengeklappt. Er wollte nur sichergehen, dass es allen gut gehe. Im nächsten Augenblick fügt er hinzu, er bitte darum, über weitere Ohnmachtsanfälle unterrichtet zu werden, denn die Liste müsse ja korrekt weitergeführt werden. Sein Ziel sei es, bis zum Ende der Tour die Zahl fünfzig zu erreichen. Die Halle tobt vor Lachen – es ist nicht das einzige Mal.
Kurz gesagt: Es war ein wunderbarer Abend, voller eigenwilliger Kontraste und durchdrungen von einer intensiven, tröstlichen Schönheit. Bevor er sich verabschiedet, verspricht Fitzsimmons, dass er zurückkommen wird in die Stadt am Neckar, in der er so viele Fans hat. Beim nächsten Mal dann vermutlich in der Stadthalle.
Kontakt | Über regioactive.de | Jobs | Backstage | Partner | Mediadaten | Presse