ernste themen im soulgewand
Nneka live beim Enjoy Jazz im Karlstorbahnhof Heidelberg
Review/Bericht vom 30.10.2011 | Autor: Andreas Margara
Tags: Nneka Enjoy Jazz
Review/Bericht vom 30.10.2011 | Autor: Andreas Margara
Tags: Nneka Enjoy Jazz
Sechs Jahre ist es her, dass Nneka ihr Debütalbum "Victim of Truth" über das Hamburger Label Yo Mama veröffentlichte. Mittlerweile zählt die Nigerianerin zu den musikalischen Aushängeschildern Afrikas. Die Souldiva zu mimen liegt ihr jedoch fern. Stattdessen kämpft sie für ihr politisches Anliegen – mal mit erhobenem Zeigefinger, mal mit geballter Faust. Am eindringlichsten jedoch immer noch mit ihrer außergewöhnlichen Soulstimme – wie sie bei ihrem Auftritt auf dem Enjoy Jazz Festival in Heidelberg demonstrierte.
Die Nigerianerin Nneka zählt zu den musikalischen Aushängeschildern Afrikas. Die Souldiva zu mimen liegt ihr jedoch fern. Stattdessen kämpft sie für ihr politisches Anliegen – mal mit erhobenem Zeigefinger, mal mit geballter Faust.
Nneka: Auf der Bühne wirkt sie sehr verschlossen und fokussiert. Zu einem Flirt mit dem Publikum kam es deshalb nicht, alle ihre Songs trug sie jedoch mit ungebrochener Leidenschaft vor.Come With Me, lud Nneka ihre Fans ein, sie auf eine musikalische Reise zu begleiten. Und da der Saal des Karlstorbahnhofs komplett überfüllt war, tanzten die Leute sogar im Vorraum zufrieden zu den afrikanischen Highlife-Rhythmen. Natürlich präsentierte Nneka auch ihren neuen Hit Soul Is Heavy, auf dem sie Soulgesang mit Rap auf einen organischen HipHop-Beat in Einklang bringt. Den Song hat sie für ihr Heimatland Nigeria geschrieben und nimmt darin Bezug auf nigerianische Bürgerrechtler und Freiheitskämpfer wie Ken Saro-Wiwa, Isaac Adaka Boro und Jaja of Opobo. Westliche Einflüsse verarbeitete Nneka anschließend in einem kleinen Mash-up aus Annie Lennox und den White Stripes, bevor sie mit ihrem Welthit Heartbeat den Höhepunkt des Abends setzte. Musikalisch beendete die damit einen exzellenten Auftritt. Menschlich überzeugte Nneka durch beeindruckende Authentizität, verließ die Bühne jedoch nicht ohne die anfängliche Befremdlichkeit ganz aus dem Raum gespielt zu haben.
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