Das bahnbrechende, seit bald 50 Jahren vergriffene Werk des jüdischen Lyrikers, Denkers und Historikers H. G. Adler über die Deportation der Juden aus Deutschland ist nun wieder im Buchhandel lieferbar – versehen mit einer ausführlichen Einleitung des Historikers Götz Aly zur langjährigen Entstehungsgeschichte dieses wenig bekannten, bis heute unübertroffenen Buches.
Nach mehr als vierjähriger Haft in verschiedenen Konzentrationslagern wurde H. G. Adler 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit. Danach widmete er sich der Aufgabe, die Voraussetzung des massenhaften Mordens umfassend darzustellen: Das Wirken der vielgliedrigen deutschen Bürokratie vom Reichssicherheitshauptamt bis hinab zum Dorfbürgermeister und das weit überwiegend „laue und feige“ Verhalten der Deutschen, die sich „an dem Genuss der durch die ‚Lösung‘ und ‚Endlösung‘ freiwerdenden Werte in oft unersättlicher Weise“ beteiligten. In die Zukunft blickend warnte Adler davor, Menschen nur noch „als Sache“, nur noch „als statistisch auswertbarer Faktor“ zu behandeln – Menschen nicht mehr zu regieren, sondern nur noch zu verwalten.
Prof. Dr. Götz Aly beschrieb 2025 mit Wie konnte das geschehen? detailliert die Herrschaftsmethoden der Nationalsozialisten. An diesem Abend spricht er, ausgehend von Adlers Buch, im Besonderen über die Deportation der Heidelberger Juden.
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