Info
Von der NS-Zeit zur Demokratie | Ausstellung zur Nutzungsgeschichte der einstigen McGraw-Kaserne, 1935-1992
Die in München stationierte U.S. Army schuf zu Beginn des Kalten Krieges weitläufige Wohngebiete, die als Family Housing Areas Angehörigen der US-Streitkräfte Familienwohnungen zur Verfügung stellten.
Zwischen 1950 und 1957 wurden so mehr als 2.000 amerikanische Wohnungen geschaffen, die in ihrem Zuschnitt und ihrer Ausstattung beispiellos für Münchner Verhältnisse waren. Auf diese Weise konnten auch die restlichen noch beschlagnahmten zivilen Wohnungen wieder freigegeben werden und so dringend benötigter Wohnraum den Münchnerinnen und Münchnern wieder zur Verfügung gestellt werden. Die typisierten Wohngebäude, die eigens für Münchner Verhältnisse durch lokale Architekten angepasst wurden, dienten auch dem Ziel, nach dem Ende der Stationierung hochwertigen Wohnraum innerhalb der Landeshauptstadt München zur Verfügung zu stellen.
Heute bilden vor allem die beiden größten ehemaligen Family Housing Areas in München, die Amerikanische Siedlung im Perlacher Forst sowie die Bundeseigene Wohnanlage München Nord (Mortonstr./Neuherbergstr./Morsering/ Rockefellerstr.), identitätsstiftende Stadtquartiere, die sowohl mit ihrer städtebaulichen Gestaltung als auch mit aufwendigen Architekturdetails, wie zeittypische Wandmalereien, aufwarten können. Symbolhaft stehen sie einerseits für den Beginn einer langfristigen Stationierung von NATO- Truppen während des Kalten Krieges, andererseits jedoch auch für den demokratischen Aufbruch der (teil-)souveränen Bundesrepublik Deutschland nach 1955.
Die Wahrnehmung der US-Streitkräfte und ihrer baulichen Artefakte veränderte sich in dieser Zeit deshalb erheblich: Statt als „Besatzungsmacht“, wie zur Bauzeit noch häufig publiziert, wurden die Liegenschaften nun als Gebäude von NATO-Verbündeten gesehen. Der Nutzungsübergang der Wohnanlage Nord an den Bund 1968 oder die Installation des Bundeswehrkrankenhauses 1973 im
...Mehr anzeigen ehemaligen U.S. Army Hospital in der Cincinattistraße belegen dies eindrücklich. Mit dem Eintreten Deutschlands in internationale Staatenbündnisse begann auch der Weg zur heutigen Europäischen Union, verbunden mit dem Wunsch „nie wieder Krieg“. Ablesbar ist dies z.B. auch an der Bezeichnung „Amerikanische Siedlung“, die bereits in zeitgenössischen Stadtplänen so bezeichnet wurde. Sie lässt nicht vermuten, dass es sich hier um militärische Bauprojekte handelt, die von zivilen deutschen Stellen gebaut und bis 1991 von NATO-Streitkräften genutzt wurden. Vielmehr stellen sie stadtbildprägende Wohngebiete innerhalb der Landeshauptstadt dar, deren Symbolcharakter einer vertieften Würdigung bedarf. Die kürzlich erfolgte Unterschutzstellung der Amerikanischen Siedlung im Perlacher Forst als städtebauliches Denkmalensemble bestätigt diesen Eindruck.
Der Vortrag beleuchtet die unterschiedlichen Bauprogramme in München und setzt einen Schwerpunkt auf die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Family Housing Areas.
Bilder: Schillinger (1974) Fasangarten, Siedlung am Perlacher Forst (https://de.wikipedia.org..._am_Perlacher_Forst.jpg) | Elvira Auer
Ausstellung | Von der NS-Zeit zur Demokratie | Nutzungsgeschichte der einstigen McGraw-Kaserne, 1935-1992
Vor 80 Jahren, am 8. Dezember 1946, trat die Bayerische Verfassung in Kraft – sie war der wichtigste Baustein des von der US-amerikanischen Besatzungsmacht angestoßenen und eng begleiteten demokratischen Neubeginns nach dem Zweiten Weltkrieg. Da die Militärregierung für Bayern ab November 1945 an der Tegernseer Landstraße residierte, ist der demokratische Neubeginn Bayerns eng mit Giesing und Harlaching verbunden. Vor diesem Hintergrund zeigen die Historikerin Karin Pohl und die Geografin Elvira Auer im Oktober 2026 eine spezielle Auswahl aus ihrer Geschichts- und Fotodokumentation zur US-Präsenz im Münchner Süden, die 2025 in Erinnerung an 80 Jahre Kriegsende unter dem Titel „Amis in der McGraw-Kaserne“ auf dem ehemaligen Kasernengelände zu sehen war.
Eintritt zur Ausstellung kostenfrei | keine Anmeldung erforderlich
Montag–Freitag: 11:00–16:00 Uhr und nach Vereinbarung an Wochenenden und Feiertagen
Führungen:
Freitag 02.10.2026 | 16:00 Uhr | Elvira Auer Führung durch die Fotoausstellung im ersten Stock
Sonntag 11.10.2026 | 13:00 Uhr | Dr. Karin Pohl
Zutritt über den Südpavillon (rechter Gebäudeteil, Büro des Kulturzentrums). Die Ausstellung befindet sich teilweise im 1. Stock (ohne Aufzug).
Bitte beachtet, dass einzelne Räume zeitweise durch Vermietungen belegt sein können. Wir empfehlen DRINGEND: Wer alle Ausstellungsteile auf einmal besuchen möchte, informiert sich am besten vorab telefonisch 089 693 879 30.
Begleitprogramm im Kulturzentrum Giesinger Bahnhof
Das Begleitprogramms ist kostenfrei. Wir bitten zur Planbarkeit um eine Anmeldung.
Sonntag 11. Oktober 2026 | 11.00 Uhr | Gepäckhalle
Die Dachauer Prozesse. Die Aufarbeitung von deutschen Kriegsverbrechen durch die US-Armee (1945-1948) | Vortrag
Percy Herrmann M.A. | Fritz Bauer Institut
Eintritt frei | Spenden erwünscht | Anmeldung erwünscht
Freitag 16. Oktober 2026 | 19.00 Uhr | Gepäckhalle
Die amerikanischen Bauprogramme in der Landeshauptstadt München (1950 – 1957)
Vortrag | Gero Suhner
Eintritt frei | Spenden erwünscht | Anmeldung erwünscht
Samstag 31. Oktober 2026 | 19.00 Uhr | Kurt Mahler Saal
Fräulein Zeisig und der frühe Tod
Lesung | Kerstin Cantz | Krimi- und Drehbuchautorin
Eintritt frei | Spenden erwünscht | Anmeldung erwünscht
Im Oktober gibt es in Giesing Angebote zum 80. Jubiläums der Bayerischen Verfassung des DGB-Bildungswerk und Polizeipräsidium München an Originalschauplätzen:
Buchung erforderlich https://www.bildungswerk...ern.de/muenchenprogramm
Im Inneren der McGraw-Kaserne. Digitale Bildpräsentation im Sitzungssaal der ehemaligen McGraw-Kaserne
Seminar-Nr: C258-26/2; Termin: 15.10.2026, 17.45-19.30 Uhr
Treffpunkt: Polizeidienststelle, Tegernseer Landstr. 210, Haupteingang
Referentin: Elvira Auer
Kosten: 9,00 €
Tegernseer Landstraße 210: Seit Ende des Zweiten Weltkriegs ein wichtiger Ort der Demokratie in Bayern
Seminar-Nr: A022a-26/2; Termin: 09.10.2026, 15.00-17.00 Uhr
Seminar-Nr: A022b-26/2; Termin: 16.10.2026, 15.00-17.00 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz vor dem Gebäude St.-Quirin-Platz 1
Referentin: Dr. Karin Pohl
Kurs jeweils: 9,00 €
„Little America“ am Perlacher Forst. Spaziergang durch die ehemalige Housing Area der US-Armee am Perlacher Forst
Seminar-Nr: A023-26/2; Termin: 25.10.2026, 10.30-13.00
Treffpunkt: Lincolnstr./Ecke Cincinnatistr. (Nähe Bushaltestelle Lincolnstr.)
Referentin: Dr. Karin Pohl
Kurs: 12,00 €
Anmeldung unter: https://pretix.eu/giesinger-bahnhof.de/McGraw/
Eintritt
Frei
Die Räumlichkeiten der Veranstaltung sind barrierefrei zugänglichWeniger anzeigen