Prof. Dr. Konrad Küster, ausgewiesener Kenner der protestantischen Musikkultur des 17. Jahrhunderts, beleuchtet in seiner Einführung, was es bedeutet, Schütz vom Instrument her zu denken: welche Aufführungspraktiken seine Zeit kannte, wie Vokalwerke für die Orgel übertragen wurden und was der besondere Klangcharakter einer Renaissance-Orgel mit mitteltöniger Stimmung über die Hörgewohnheiten einer vergangenen Epoche verrät.
Prof. Dr. Konrad Küster zählt zu den vielseitigsten Musikhistorikern seiner Generation. Er studierte Musikwissenschaft und Geschichte in Tübingen, wo er 1989 promoviert wurde, und habilitierte sich 1993 an der Universität Freiburg, an der er seit 1995 als Professor lehrt. Vor seiner akademischen Laufbahn war er als Übersetzer von Musikerbiografien und Mitarbeiter an Ausstellungsprojekten tätig – eine Erfahrung, die seinen Blick für die Vermittlung musikhistorischer Zusammenhänge geschärft hat. Küsters Forschungsinteressen spannen einen weiten Bogen: von der italienischen Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts über das protestantische Musikleben im europäischen Kontext – mit Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach als zentralen Figuren – bis hin zur Wiener Klassik und der deutschen Sinfonik des 19. und 20. Jahrhunderts. Dass er seit 1994 dem Beirat der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft angehört, unterstreicht seine besondere Verbundenheit mit jenem Repertoire, um das es in diesem Konzert geht. Eintritt frei Dauer: ca. 30 Minuten
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