Annette Prosinger: Alfred Landecker. Ein deutsch-jüdisches Leben 1884-1942

Vortrag
18:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Annette Prosinger: Alfred Landecker. Ein deutsch-jüdisches Leben 1884-1942

Info

Alfred Landecker war kein berühmter Mann, kein Gelehrter und auch keine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Seine Geschichte interessiert und berührt uns, gerade weil er so unauffällig war. Wie er und seine Familie in Angst und Schrecken versetzt und er schließlich in den Tod getrieben wurde, das ist so oder so ähnlich der Mehrheit der in Deutschland lebenden jüdischen Menschen widerfahren.

Aufgewachsen in einer kinderreichen jüdischen Familie im beschaulichen Dorf Nordenburg in Ostpreußen, zieht es Alfred Landecker hinaus in die boomenden Industriemetropolen. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs lässt er sich in der pulsierenden Quadratestadt nieder. Er dient als Soldat an der Westfront und gründet nach seiner Rückkehr in Mannheim eine Familie. Drei Kinder werden ihm und seiner katholischen Frau Maria geschenkt, beruflich arbeitet er erfolgreich als Prokurist. Aber nach dem frühen Tod von Maria (1928) wendet sich das Schicksal. Er und seine „halbjüdischen“ Kinder erfahren nach 1933 wachsende Ausgrenzung und Entrechtung. Er selbst wird schließlich 1942 nach Izbica deportiert und ermordet.

Die Journalistin Annette Prosinger zeichnet in ihrem Buch sehr einfühlsam das Leben einer ganz normalen bürgerlichen Familie in Mannheim nach, der die Normalität nach und nach genommen wird, und die am Ende nichts tun kann, um das Leben des Familienoberhaupts zu retten. Die Autorin liest ausgewählte Passagen aus ihrem Buch, anschließend führt der ehemalige MARCHIVUM-Leiter Ulrich Nieß mit ihr ein Gespräch.

Alfred Landecker wird zusammen mit Ernest W. Michel künftig auch Teil der multimedialen Dauerausstellung des MARCHIVUM „Was hat das mit mir zu tun?“ sein. Anhand ihrer Biografien werden Aspekte jüdischen Lebens in Mannheim wie auch der Verfolgungsgeschichte beleuchtet. Diese Neuerungen in der Ausstellung werden von Karen Strobel vorgestellt.

Das Projekt wird von der Alfred Landecker Foundation ermöglicht.
Mit Annette Prosinger, Prof. Dr. Ulrich Nieß, Karen ...Mehr anzeigen StrobelWeniger anzeigen
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