Veranstalter: Stadt Markkleeberg, Rathausplatz 1, 04416 Markkleeberg, Deutschland
Info
Chronisten beschreiben die Landschaft Ostpreußens als die „eigenartigste“ Europas. Wenn dies schon vor mehr als hundert Jahren aufgefallen ist, um wie viel mehr heute, nach 50 Jahren hermetischen Abgeriegeltseins durch die Sowjetunion unter dem Namen „Kaliningradskaja Oblast“. Aber mehr noch: nach 700 Jahren deutscher Geschichte, Flucht und Vertreibung 1944.
Seit der Öffnung zum Westen hin besteht nun die Gefahr erneuter Isolation durch den Beitritt der Anrainerstaaten zur EU. Dieser Reisevortrag bedient nicht zwingend die ostpreußischen Heimweh-Bedürfnisse. Vielmehr will er einen persönlichen Blick auf eine vergessene und im mehrfachen Wortsinn verlorene Gegend werfen, die – global betrachtet – unmittelbar vor unserer Haustür liegt. Morbider Charme trifft auf kühne Zukunftsvisionen, in den Urzustand zurückgefallene Landschaften treffen auf Kirchen, die noch vor kurzem Turnhallen oder Schweineställe waren. Russen, die Ostpreußen als ihre Heimat begreifen, treffen allmählich auf die geschichtlichen Wurzeln ihres Landes, die weit vor der Zeit ihrer Geburt liegen.
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