Wer häufig zu Festivals fährt, sollte nicht nur improvisiertes und billiges Equipment nutzen.

Wer häufig zu Festivals fährt, sollte nicht nur improvisiertes und billiges Equipment nutzen. © chartphoto via Adobe Stock

Festivals bedeuten wegen ihrer spaßigen und leicht anarchistischen Natur immer ein bisschen Improvisation. Wer allerdings regelmäßig solche musikalischen Massenspektakel genießt, fährt wesentlich besser damit, einige ganz grundlegende und dauerhafte Ausrüstungsstücke dafür zu besitzen.

Jedes Jahr, wenn die Festivalsaison losgeht, beginnen viele, ihr Musikwochenende zu planen, die Campingausrüstung zu kontrollieren und zu überlegen, wie man sich diese besonderen Tage noch etwas schöner oder komfortabler gestalten könnte. Auf den Packlisten landen häufig auch zweckentfremdete Mittel, um ein Festival besser zu machen – und wenn man sich dazu bei Regen umgewidmete Müllbeutel überstreift.

Solche Tipps mögen für absolute Neulinge oder nur sporadische Festivalgänger natürlich durchaus ihre Berechtigung haben, weil sie schlicht sehr günstig sind. Doch es gibt zwischen Wacken und Rock im Park zahllose Festivals, die auch sehr viele Routiniers anziehen; dazu auch viele Festivalfans, die pro Saison gleich mehrere Veranstaltungen mitnehmen.

Würde man als leidenschaftlicher Normalo-Camper jeden Sommer nur auf Improvisation setzen? Sicher nicht. Warum also als regelmäßiger Festivalgänger nicht ähnlich stringent vorgehen und sich Sachen anschaffen, die wirklich festivaltauglich sind und vor allem nicht vor jedem Spektakel neu erworben werden müssen? Der folgende Artikel zeigt, was man haben sollte.

1. Das Fahrzeug

Festivalcamping bedeutet vor allem, dass man in der Lage sein muss, von der Behausung über Bekleidung bis zur Ernährung eine ganze Menge Ausrüstung für mehrere Tage, oft über hunderte Autobahnkilometer, auf ein Festivalgelände zu transportieren, damit man weitgehend autark leben kann.

Doch wer auch nur ein einziges Festival miterlebt hat, kennt in der Regel auch die endlosen Fahrzeugkarawanen. Merkmale:

  • Fahrzeuggröße meist im Bereich der Polo- und Golf-Klasse.
  • Bis unters Dach mit Menschen und Material beladen – oftmals wird dem Thema Ladungssicherung dabei nur wenig Beachtung geschenkt.
  • Wegen der auslegungsüberschreitend schweren Beladung so tiefliegend, dass Auspuff und Co. dem Boden von Camping- und Parkplatz bedenklich nahekommen.
  • Häufig Frontantrieb, der durch die hinten liegende Beladung entlastet wird und somit selbst bei moderaten Untergrundbedingungen beträchtlich an Bodenhaftung einbüßt.

All das ist im höchsten Maße unvorteilhaft, teils sogar unsicher und gefährlich. Kommt am An- oder Abreisetag noch Regen hinzu, verdienen sich manche Geländewagen- und Traktorbesitzer vor Ort ein paar Euro dazu, indem sie steckengebliebene Festival-PKW auf sicheren Untergrund ziehen. Dass man ein derart zweckentfremdetes Alltagsvehikel hinterher auch komplett entladen und häufig grundreinigen muss, um es wieder normal einzusetzen, kommt noch dazu.

Schon wenn man nur vergleichsweise selten auf Festivals fährt und erst recht, wenn es ein regelmäßiges Hobby ist, ist eine derartige Nutzung seines normalen PKW die falsche Vorgehensweise. Warum also nicht "Nägel mit Köpfen" machen und sich ein festivaltaugliches Gefährt zulegen?

Ein VW-Bus mit Vierradantrieb, ein Geländewagen mit langem Radstand, ein wohnlich umgebauter Transport-Van (zumindest mit Heckantrieb, damit schwere Beladung die Traktion der Antriebsachse fördert, statt verschlechtert) – was genau man wählt, ist eine Detailfrage. Auch muss ein solches – jenseits der Festivalsaison vielleicht seltener genutztes – Fahrzeug kein finanzieller Klotz am Bein sein. Im Gegenteil, schon beim Kredit für den Kauf lässt sich durch geschicktes Vorgehen einiges einsparen. Statt einer Finanzierung über den Händler kann etwa mit einem Darlehen eines externen Anbieters häufig noch von einem Barzahler-Rabatt profitiert werden.

Meldet man das Fahrzeug dann noch per Saisonkennzeichen an, zahlt man Steuer und Versicherung nur für den angemeldeten Zeitraum – und der kann bei diesem Kennzeichen flexibel von zwei bis elf Monaten im Jahr gewählt werden.

Dafür bekommt man ein Fahrzeug, das sowohl vom Rauminhalt wie Fahrwerk und Leistung vollkommen darauf ausgelegt ist, voluminöse und schwere Lasten zu bewegen. Ein Fahrzeug, in dem die Festival-Basics auch danach verstaut bleiben können – dass man im Zweifelsfall bei typischem "Festivalwetter", bei Sturm, Blitz und Donner damit auch ein Zelt bestens ersetzen kann, kommt natürlich noch hinzu. Und bei Veranstaltungen, auf denen die Fahrzeuge nicht fernab des Zeltgeländes geparkt werden müssen, kann man sogar komplett darin leben.

2. Das Zelt

Wer jemals nach einem Festival über das Campinggelände wanderte, wird vielleicht kopfschüttelnd die ganzen zurückgelassenen Zelte gesehen haben. Kein Wunder: Viele Festivalgänger kaufen einfache und günstige Iglu-Zelte, die von cleveren Discounter-Betreibern während der Outdoor-Saison für wenige Euro offeriert werden.

Dabei sind die Teile in aller Regel so minderwertig, dass sie oft schon vor harmlosen Regenschauern kapitulieren, erst recht natürlich bei Wolkenbrüchen. Wo man vielleicht nur 20, 30 Euro bezahlt hat, ist das Gewissen, wenn die letzte Band gespielt hat, schnell dazu geneigt, zu sagen: "Ach, den Abbau können wir uns sparen".

Auf diese Weise gibt es selbst routinierte Festivalgänger, die seit Jahren viele hundert Euro in Billigzelte gesteckt haben und dennoch nie so gut nächtigten, wie es unter einem Stoffdach eigentlich möglich wäre.

Man muss kein Luxus-Zelt für vierstellige Summen anschaffen – dazu ist auf Festivals einfach das Risiko, dass jemand mit zu vielen Promille darauf stolpert, zu hoch. Dennoch sollte man sich einmal Zeit nehmen und sich einen Überblick über die Möglichkeiten schaffen. Gerade für Festivals eignen sich bestimmte Zeltformen besser als andere, etwa, ein echtes Campingzelt – kein Trekkingzelt, bei dem viele Kompromisse zugunsten leichter Tragbarkeit eingegangen werden:

  • Es ist ein Kuppelzelt oder noch besser ein Geodätzelt. Letzteres wiegt zwar recht viel, das macht aber durch den Autotransport nichts und bringt die größte Stabilität aller Bauformen bei den Zelten. Zudem können diese Modelle notfalls auch ohne stolpergefährliche Leinen stehen.
  • Es ist hoch genug, sodass man darin zumindest mit aufrechtem Rücken knien kann.
  • Es ist für mindestens eine Person mehr als die tatsächliche Zahl seiner Bewohner ausgelegt. Die offiziellen Einteilungen sind meist etwas "eng geschnitten". Ein etwas größeres Zelt hat einen ziemlichen Platzvorteil.
  • Es handelt sich um eine doppelwandige Konstruktion mit Innenzelt. Weniger Probleme mit Kondenswasser, bessere Wärmedämmung, Sicherheitsreserve bei Leckagen.
  • Es gibt ein möglichst geräumiges Vorzelt, gerne mit eigenem Boden. Darin lässt sich nicht nur bei Regenwetter kochen, auch die Ausrüstung kann hier gelagert werden und blockiert somit nicht den Schlafbereich.

Auch sollte man ein solches Zelt unbedingt bei einem Outdoorsport- oder Campingausrüster erwerben. Dann muss man zwar mindestens 200 Euro anpeilen. Das macht aber nichts, denn man bekommt ein Markenzelt, das dieses Geld buchstäblich wert ist, weil es viele Festivals klaglos mitmacht und auch so konstruiert wurde, dass es leicht abzubauen und zu verstauen ist.

3. Das Feldbett

Es gibt kein mieseres Gefühl, als den ganzen Tag heftig Bands abzufeiern, das eine oder andere Getränk zu genießen und dann am nächsten Morgen mit höllischen Muskelschmerzen zu erwachen, weil die Luftmatratze über Nacht ihren Inhalt verlor und man ohne Dämmung auf dem kalten, harten Ackerboden lag.

Auch Luftmatratzen gehören zu jenen Ausrüstungsgegenständen, die nach Festivals zu tausenden weggeworfen oder zurückgelassen werden. Oft zwar wegen mangelhafter Qualität, gern aber auch, weil es bloß einen vor dem Einschlafen vergessenen Schlüsselbund braucht, um sie zu perforieren. Tatsächlich ist das ein Problem, das sowohl günstige Modelle wie hochwertige gleichermaßen betrifft. Anders formuliert: Die Luftmatratze als solche ist für den rauen Festivalbetrieb eigentlich nicht geeignet.

Nun könnte man dort, wo Fahrzeuge auf dem Campinggelände parken dürfen, natürlich einfach in seinem Festival-Fahrzeug nächtigen – die sicherlich ungestörteste und bequemste Lösung. Gleich danach kommt jedoch das Feldbett – es bietet eine ganze Reihe Vorteile:

  1. Es ist wesentlich robuster und langlebiger als eine Luftmatratze.
  2. Kein Aufpumpen, kein Luft-Ablassen. Lediglich aufklappen und aufstellen.
  3. Gleichbleibend hoher Liegekomfort, unabhängig von äußeren Faktoren.
  4. Wegen der Höhe auch als Sitzfläche zu gebrauchen und mit Stauraum darunter versehen – es raubt nicht derart viel Staufläche im Zelt wie eine auf dem Boden liegende Matratze.
  5. Erhöhtes Liegen, dadurch Entkoppelung vom kalten Boden.

Das sind gleich fünf Argumente, die für ein Feldbett sprechen. Allerdings sollte man es unbedingt zusammen mit dem Zelt kaufen, damit gewährleistet ist, dass beides in Sachen Abmessungen zueinander passt; manche Zelte stellen wegen flacher Dachneigungswinkel nur in der Mitte die vollen Innenraum-Abmessungen zur Verfügung.

4. Die Camping-Kochplatte

Sicher hat jeder schon einmal eine auf einem kleinen, wackligen Campingkocher positionierte Dose Ravioli oder Ähnliches aus Versehen umgestoßen und/oder sich daran ziemlich die Fingerspitzen verbrannt. Auch was das Kochen anbelangt ist die Nutzung eines Gaskartuschen-Kochers und Dosen-Food eine gute Lösung für Einsteiger und Gelegenheits-Festivalgänger – für mehr aber auch nicht.

Wenn man häufiger unterwegs ist, kommt einem selbst die große Dosen-Vielfalt irgendwann langweilig vor. Dass die Kartuschen-Kocher, auf die Menge des brennbaren Inhalts bezogen, sich preislich ähnlich verhalten wie Kapsel- zu Pulverkaffee, kommt noch hinzu.

Langfristig günstiger, stabiler und in Sachen Speiseplan vielfältiger ist ein zwei- oder gar vierflammiger Gaskocher. Der wird an eine "richtige" Gasflasche angeschlossen. Die gibt’s sowohl in einer Kauf- wie Mietausführung und ist gerade bei letzterem eine Einmal-Anschaffung für viele Jahre, deren günstiger, aber großvolumiger Inhalt mitunter die gesamte Festivalsaison locker ausreicht.

Auf diese Weise spart man nicht nur langfristig viel Geld. Man entkoppelt sich auch von Tüten-Nudeln und Dosennahrung. Vielleicht könnte man sogar damit beginnen, auch in Sachen Kulinarik beim Camping neue Rezepte auszuprobieren. Nur weil es ein Festival ist, muss man sich dabei nicht ernähren wie in einer Überlebenssituation.

5. Richtige Klappstühle

Neues Kapitel, neues typisches Festival-Wegwerfprodukt: Die Klappstühle mit Sitzflächen, Rücken- und Armlehnen aus Nylonstoff mit den Getränkehaltern aus Netzmaterial. Millionenfach hergestellt, millionenfach gekauft – und kaum seltener auf jedem Festival-Campingplatz ein wiederkehrender Anlass für lautes Fluchen, albernes Gelächter der Mitcampenden (wenn das Sitzmöbel sich zerlegt und samt Sitzendem umkippt) und danach verzweifelte Versuche, das demolierte Stück mithilfe unzähliger Meter Faserklebeband in einen zumindest wieder halbwegs benutzbaren Zustand zu bringen.

Prinzipiell ist diese Form des Klappstuhls keine Fehlkonstruktion. Allerdings sollte klar sein, dass man bei Modellen in der so beliebten Billig-Ausführung nun mal Abstriche bei Qualität und Stabilität machen muss. Sie halten dementsprechend oft nicht mal den ersten Festivaltag durch. Wer mehr will, hat zwei Optionen:

  1. Soll es dennoch diese Klapp-Konstruktion mit hohem Stoff-Anteil sein, sollte man sie bei einem Angelsport- oder Jagdausrüster erwerben. Da gibt es ähnlich konstruierte Modelle, bei denen aber sowohl Rohrrahmen wie Stoff robuster und langlebiger gefertigt werden – natürlich zu einem deutlich höheren Preis.
  2. Man nutzt die größere Transportkapazität seines Festival-Vehikels, um einen "richtigen" Outdoorsessel aus Kunststoff-Vollmaterial mit dicken Polstern mitzubringen. Der ist zwar nicht so kompakt klappbar, hält aber ebenfalls einiges mehr aus und ist langfristig auch bequemer – schon wegen der neigbaren Rückenlehne.

Dazu noch ein Tipp: Beide Formen sollte man, wenn man aufs eigentliche Festivalgelände marschiert, rasch ins (Vor-)Zelt stecken. Nicht nur als Diebstahl-, sondern vor allem Witterungsschutz – alle Kunstmaterialien eint, dass sie UV-Strahlung langfristig nicht gut vertragen.

6. Wirklich festivaltaugliche Kleidung

Vieles wurde in zahlreichen Ratgebern schon über die passende Kleidung für Festivals geschrieben. Das meiste ist jedoch im höchsten Maße subjektiv, vieles abermals nur für Einsteiger verfasst – in der Ansicht, dass die Routiniers schon selbst durch Versuch und Irrtum lernen würden. Wir haben versucht, die ewige Diskussion ein für alle Mal zu beenden – und schlagen deshalb folgende Bekleidung vor:

  1. Ein Paar hohe, geschnürte Militär- oder spezielle Outdoorstiefel. Sind wasserdicht wie Gummistiefel, bleiben im Gegensatz zu denen aber am Fuß, wenn man im Matsch versinkt – außerdem sind sie atmungsaktiver, lassen sich leichter an- und ausziehen, besser für festivaltypisch weite Fußmärsche geeignet und steif, sodass es nicht zu schlimm ist, wenn jemand im Gedränge draufsteigt.
  2. Ein Paar Flip-Flops/Badelatschen für den Zeltplatz.
  3. Ein anständiger Regenponcho vom Outdoor-Ausrüster. Der besteht nicht aus Plastikfolie, sondern aus Zeltstoff und sollte dementsprechend jedes Jahr zu Beginn der Saison mit einem zum Material passenden Mittel frisch imprägniert werden.
  4. Ein dicker Kuschel-Trainingsanzug, der ebenfalls im Zelt bleibt und in den man schlüpfen kann, wenn die normalen Sachen durchgeschwitzt, durchgeregnet oder einfach dreckig sind.
  5. Ein Boonie-Hut oder andere leichte Kopfbedeckungen aus Stoff. Wichtig ist, dass eine Krempe den Kopf rundum schützt und dass Hut oder Mütze bei Bedarf in die Hosentasche geknüllt werden können.
  6. Eine Badehose/Bikini/Einteiler – bei Festivals in Wassernähe aus naheliegenden Gründen, ansonsten fürs Duschen.
  7. Ein wasserdichter Kanusack, in den man alle sauberen Kleidungsstücke steckt. Darin könnte man sie sogar in einen See werfen und sie blieben dennoch trocken – feuchte Witterung ist deshalb gar kein Problem.
  8. Je eine Cargohose und Cargoshorts. Große Beintaschen sind auf dem Festivalgelände besonders praktisch.

Zudem ist es keine schlechte Idee, sich im Internet ein gebrauchtes Exemplar des Bundeswehr-Parkas zu besorgen, unbedingt mit Innenfutter. Auch der ist für viele Jahre gemacht und gleichzeitig dankbare Oberfläche für diverse Festival- und Bandaufnäher. Anhand dieser Leitlinien kann man seine restliche Kleidung zusammenstellen, ohne dass dadurch witterungsbedingte Nachteile entstehen könnten.

7. Die Campingdusche

Es soll Menschen geben, die über sämtliche Tage eines Festivals gerade einmal die Zahnbürste anrühren – von anderen Hygienemaßnahmen eher zu schweigen. Doch selbst weniger "Schmutzresistente" müssen sich dann dennoch mit den meist überfüllten und demensprechend alles andere als angenehm sauberen Festivalduschen begnügen; definitiv nichts für Keim-Phobiker.

Wer es cleverer macht, nutzt seine mitgebrachten Badesachen in Verbindung mit zwei weiteren Ausrüstungsstücken:

  1. Eine Campingdusche: Ein schwarzer, aufhängbarer Wassersack, daran entweder ein Brausekopf oder ein Schlauch mit Brause befestigt.
  2. Eine günstige Kunststoffplane (die darf aus dem Discounter stammen), um eine simple Duschkabine anzufertigen.

Dann ist nur noch ein Baum, hoher Strauch, im Zweifelsfall auch eine kreativ gespannte Schnur notwendig – fertig ist die persönliche Duschkabine. Selbst bei Bewölkung hat die Sonne noch genug Kraft, das Wasser im schwarzen Sack über mehrere Stunden auf angenehme Duschtemperaturen zu bringen.

8. Der Deckenschlafsack

Wir wagen uns für das finale Kapitel an ein heißdiskutiertes Thema: Den Schlafsack. Nicht wenige sind der Ansicht, dass nur der klassische Mumienschlafsack festivaltauglich wäre. Unserer Meinung nach ist dieser Glaube aber nur deshalb so verbreitet, weil diese Form diejenige ist, die primär im Billigsegment offeriert wird.

Nach durchfeiertem Tag in der Enge des Zeltes in einen solchen Schlafsack zu kriechen ist häufig alles andere als einfach – und wenn die Temperaturen tatsächlich mal campingfreundlich sind, wird es einem darin auch schnell ziemlich warm. Allerdings hat man dann durch den zentralen, nicht bis ganz nach unten gehenden Reißverschluss und die nach unten schmaler werdende Form kaum eine Möglichkeit, das Teil alternativ zu verwenden.

Das bringt uns zu einer anderen Schlafsack-Form, dem rechteckigen Deckenschlafsack. Vor allem läuft der Reißverschluss am Rand rundherum. Heißt, man kann darin wie in einem normalen Schlafsack nächtigen, ihn aber zur Wärmekontrolle auch seitlich öffnen. Alternativ lässt er sich wie eine Decke umlegen, wenn der Reißverschluss ganz geöffnet ist oder man kann nur Arme und Schultern unbedeckt lassen, ohne dass es irgendwo spannt. Zudem ist darin mehr Platz. Man kann sich drehen, ohne den ganzen Sack mitdrehen zu müssen – wichtig nicht nur für diejenigen, die nicht die ganze Nacht auf dem Rücken liegen können.

Auch hier gilt: Einmal richtig Geld in die Hand nehmen und beim Profi-Ausrüster Markenqualität kaufen. Klappt man den Sack dann nach dem Aufstehen immer sorgsam zum Auslüften auf, wird man viele Jahre und noch mehr Festivals daran Freude haben – so wie an allen anderen Dingen dieses Artikels.

Fazit

Es gibt jedoch gewisse Dinge, die sich trotz noch so guter Vorbereitung einfach nicht vermeiden lassen. Aber: Wer zumindest semi-regelmäßig auf Festivals fährt, profitiert wirklich davon, nicht nur in die untersten Regale der Ausrüstung zu greifen. Direkt sorgt das jedes Mal für ein besseres Festival-Feeling. Aber es spart mittelfristig auch den einen oder anderen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren