Politik der Algorithmen / Kunst, Leben, KI / Festival

Politik der Algorithmen / Kunst, Leben, KI / Festival

Juni
11
2019
Dienstag, 11. Juni 2019, 14:00 Uhr
bis Sonntag, 16. Juni 2019, 23:59 Uhr
Münchner Kammerspiele, Falckenbergstr. 2, 80539 Müchen

POLITIK DER ALGORITHMEN – KUNST, LEBEN, KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
FESTIVAL / 11. BIS 16. JUNI 2019

Programm und Infos: https://www.muenchner-kammerspiele.de/politik-der-algorithmen

Mit der Digitalisierung und der Algorithmisierung sämtlicher Bereiche der Zivilisation erlebt die Menschheit einen Umbruch von mindestens gleicher Tragweite „wie die Einführung des Buchdrucks, davor die Einführung der Schrift und davor die Einführung der Sprache“. So formuliert es Dirk Baecker in seinem aktuellen Buch „4.0, oder Die Lücke die der Rechner lässt“. Der prominente Soziologe, einer der bedeutendsten Nachfolger des Systemtheoretikers Niklas Luhmann, wird das Festival „Politik der Algorithmen – Kunst, Leben, Künstliche Intelligenz“ mit einer Keynote eröffnen. Der Themenschwerpunkt setzt sich nicht so sehr mit der vieldiskutierten, aber wenig realistischen Spekulation auseinander, ob es der Menschheit eines fernen Tages gelingen wird, die Gesamtheit ihrer kognitiven Fähigkeiten – erinnern, denken, fühlen, entscheiden, dichten, komponieren – auf Maschinen und Roboter zu übertragen, auf eine Superintelligenz, die den Homo Sapiens abhängt und unterwirft. Denn schon die Gegenwart, in der wir leben, das Zeitalter des „Deep Learning“, birgt genügend Stoff zum Nachdenken: Vollenden Computer, Netzwerke und Algorithmen, als Werkzeuge einer selbstbestimmten Menschheit, die Moderne? Versprechen sie noch immer Freiheit, Transparenz und Teilhabe? Oder sind wir gefangen in den undurchschaubaren Netzen eines digitalen Kapitalismus, in dem Menschen nicht mehr als besondere Spezies vorkommen, sondern als datenbasierte Elemente von Netzwerken? Insbesondere die Vorurteilsstrukturen der elektronischen Informationsverarbeitung, etwa bei der Vorhersage von zukünftigem Verhalten, stehen unter dem Verdacht, Ungleichheit und Diskriminierung zu automatisieren und zu verstärken. Welche politischen und künstlerischen Strategien gibt es im Umgang mit dieser sogenannten „Algorithmic Bias“?

Während Digitalität und Künstliche Intelligenz die Massenkultur, vor allem die Welt des Pop, grundlegend transformiert haben, hält sich das Theater irrtümlicherweise für eines der letzten Residuen einer genuin analogen Kultur. Ist das der Grund, warum damit zusammenhängende Themen und Stoffe, jenseits wohlfeiler Gamingformate, in der Darstellenden Kunst bislang kaum angekommen sind? Sechs Tage lang stellen die Münchner Kammerspiele eine Reihe von künstlerischen Ansätzen vor, die sich auf die Herausforderungen ihrer Zeit einlassen. Vorträge und Panels beleuchten den Stand der Diskussion nicht nur im Hinblick auf gesellschaftspolitische Fragestellungen. Genauso zentral wird die Rolle der Welt der Algorithmen und der Robotik für die Entwicklung der Künste sein. Das vollständige Diskursprogramm ist ab Mitte Mai hier abrufbar.

In Zusammenarbeit mit Z common ground und der Studiobühne TWM
Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes
Präsentiert von Zündfunk und Spex - Magazin für Popkultur

Visual: Markus Selg, Algorithmic Rituals (Prototyp), 2019

Veranstaltungsinformation, Text und Bild von Münchner Kammerspiele

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