Seit zwanzig Jahren herrscht Krieg – und niemand denkt ans Aufhören. Die Männer diskutieren, kämpfen, senden Talkshows. Die Frauen greifen daher zu ihren effektivsten Waffen: ihren Körpern. Unter der Leitung der klugen, radikalen Lysistrata rufen sie den Sexstreik aus. Wer weiter Krieg führt, muss verzichten, wer Frieden will, bekommt wieder Zärtlichkeit. Gleichzeitig übernehmen sie die Kontrolle über den Staatssender und damit über die öffentliche Meinung. Es beginnt ein grell-satirischer Schlagabtausch zwischen Verweigerung und Verführung, zwischen Körperpolitik und Medieninszenierung.
Rebekka Kricheldorf versetzt die antike Komödie von Aristophanes (411 v. Chr.) in eine medienüberhitzte Gegenwart, in der politische Schlagkraft durch Sendezeit ersetzt wird – und Widerstand durch performative Grenzüberschreitung. Das Überraschende: Es braucht wenig, um die antike Welt in unsere Zeit zu holen: Die Strukturen sind geblieben, die Machtverhältnisse vertraut, die Mechanismen kaum verändert. Dass ein 2400 Jahre alter Stoff unsere Gegenwart so unmittelbar spiegelt, lädt geradezu zu einer humoristischen Auseinandersetzung ein.
Erhalte Updates zu deinen Favoriten: neue Termine für Künstler bzw. Locations und Erinnerungen vor Events. Du kannst die Benachrichtigungseinstellungen in deiner Favoriten-Liste jederzeit ändern.