Abdruckkörper - Theater von Yatri Niehaus

Theater
4 Termine von 16. Sept. 2026
bis 19. Sept. 2026
20:00 Uhr
Abdruckkörper - Theater von Yatri Niehaus

Info

von Yatri Niehaus

(in Deutsch mit englischen ÜT)

– Bitte beachten Sie, dass während der Vorstellungen Stroboskoplicht verwendet wird!

Weil ich hier aufgewachsen bin, träume ich. Wessen Traum?

Nur weil man in dieser Ordnung aufgewachsen ist, heißt es ja nicht, dass man sich in ihr wohlfühlt, dass man sie mitträgt. Oder? Nur weil man die Gesellschaft im eigenen Körper hat, heißt es ja nicht, dass man dieselben Träume träumt. Oder?

Der afrodeutsche Protagonist von Abdruckkörper ...Mehr anzeigen navigiert seinen Körper mit und gegen die vorgegebene Richtung. Denn die Richtung ist markiert. Die deutsche Gesellschaft ist ein Labyrinth: Wände produzieren Sichtbarkeit und Ausschlüsse, von Anderen ausgetretene Wege bilden Beziehungsnetze und Kapitalklumpen. Whiteness ist der gesellschaftlichen Anlage eingeschrieben. Der Protagonist, das Ich, schlingert.

Der eigene Körper ist der Einsatz auf der Bahn nach oben. Es geht nach oben, oder? Er wird auf der Bahn bewegt, nicht freiwillig, nicht immer bewusst; er verfolgt die Bahn und spürt gleichzeitig die Fliehkräfte, das Risiko des Ausbrechens. Der eigene Körper ist der Einsatz, schließlich ist er formbar, von innen, von außen. Und die Gesellschaft, ist sie formbar? Mit welchem Einsatz?

Abdruckkörper ist das Theaterdebüt des Filmregisseurs Yatri Niehaus. Die dramatische Textvorlage entstand im Rahmen der Schreibwerkstatt Unconventional Signs am Ballhaus Naunynstraße in der Spielzeit 2020/21. Die Uraufführung dieses Textes markiert eine einzigartige Kontinuität: Nach Schwarz Tragen (Elizabeth Blonzen, 2013), Mais in Deutschland und anderen Galaxien (Olivia Wenzel, 2015), Jung, giftig und Schwarz (Amina Eisner und Thandi Sebe, 2015), Walking Large (Toks Körner, 2017), Call me Queen (Thandi Sebe, 2017), Aesthetics of Color (Toks Körner, 2019), Courageux! Furchtlos! (Amina Eisner und Atif Mohammed Nor Hussein, 2021) ist es das achte im Haus entstandene und zur Aufführung gebrachte afrodeutsche Drama.

Foto: Yoel Diaz
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