Lou Barlow

Lou Barlow © Lou Barlow

Lou Barlow kennt man vor allem als Mitglied von Independent-Bands wie Dinosaur Jr., Sebadoh und The Folk Implosion. Nun ist er mit einer kleinen Band solo unterwegs und besuchte am Montag dabei auch den Festsaal Kreuzberg in Berlin.

{image}Dort gaben sich Lou Barlow und seine beiden Mitstreiter gut gelaunt und sehr redselig. Vor allem der Gitarrist wollte viel mitteilen, wenn er erklärte, dass er Gaffer-Tape benutzen würde, um seine Brille an seinen Schläfen festzukleben. Oder wenn er sich immer wieder beim Busfahrer bedankte, der sie auf der gesamten Tour bis zur heutigen letzten Station durch alle möglichen Städte gefahren hatte, während sie geschlafen hätten und wenn er auch sonst ständig Sprachfetzen in den Raum rief oder an Lou Barlow richtete. Dieser wurde, umso länger das Konzert dauerte, wiederum ebenfalls immer gesprächiger, machte kleine Späßchen und lachte zum Beispiel darüber, dass er die Bassklänge mit einem Pedal auf dem Boden bedienen konnte.

Musikalisch lieferten Lou Barlow und seine Band trotz des vielen Redens dennoch eine gute Leistung ab und spielten technisch einwandfrei. Lou Barlow legte jedoch viel Wert darauf, dass vor allem seine eigenen Songs und keine Cover gespielt wurden. Trotz dessen wurde dann in der Zugabe noch eine beträchtliche Anzahl von Wunschsongs einzelner Zuschauer gespielt, ungeachtet ob Cover oder nicht. In der zehn Songs umfassenden Zugabe erfüllt er dann zwar viele Wünsche, doch an manche Texte einzelner Songs konnte er sich nicht mehr erinnern. Man sah an, dass er sich darüber am meisten ärgerte. Folgerichtig entschuldigte er sich wenig später dafür bei den Zuschauern. Einzelne boten ihm daraufhin an, die Texte einfach selbst zu singen oder gar zu pfeifen, was sie dann auch bewiesen.

Mit Legendary wollte Lou Barlow schließlich dann doch noch einmal einen Song, wo er den Text bis zum Ende singen konnte, performen. Doch das misslang und er verließ schnurstracks – sich dafür noch einmal entschuldigend und sich wütend das Mikrofon an den Kopf schlagend – die Bühne. Man hatte es im Verlauf des Konzerts schon geahnt. Lou Barlow und seine Band hatten am letzten Tag ihrer Tour scheinbar sichtlich zu viel Alkohol konsumiert. Anscheinend vor allem Jack Daniels, den der Gitarrist ihm während des Konzerts einmal zum Trinken gab.  Dass sie dennoch ein sehr unterhaltsames und fast zweistündiges Konzert ablieferten, dafür muss man ihnen Respekt zollen.

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