UFO (Batschkapp Frankfurt, 2007)
Fotos: Rudi Brand

UFO (Batschkapp Frankfurt, 2007) Fotos: Rudi Brand © regioactive.de

Classic Rock par excellene: Die Altrocker U.F.O zeigten in der Rockfabrik Ludwigsburg, wie man die Steine auf klassische Art und Weise ins Rollen bringt. Unterstützung bei diesem fast schon historisch anmutenden Ereignis fanden die Briten durch die Hard-Rocker Pump.

{image}Letzten Sonntag zeigten fünf Herren aus England, was es heißt, eine Rockband vom alten Schlag zu sein. Altersbedingte Schwäche, auszehrender Rock'n'Roll-Lifestyle? Von wegen. Wenn man fast zwei Stunden mit solch einem Elan und Enthusiasmus in die Saiten greift, das Mikro anschreit und auf die Drums einprügelt, kann man unbedeutende Äußerlichkeiten mit gutem Gewissen ausblenden. Doch bevor Phil Mogg und Co. zeigten, wie man Steine zum Rollen bringt, durften die aus deutschen Landen stammenden Hard-Rocker Pump das anfänglich spärliche Publikum unterhalten. Dieses Unterfangen stellte sich jedoch als recht schwierig heraus, es musste ordentlich Motivationsarbeit geleistet werden. Unter Einsatz eines unverkennbaren schwäbischen Akzents, vollem Körpereinsatz, wobei dem Bassisten schon mal ins Gesicht gespuckt wurde, in Kombination mit einer an 80er-Jahre Powermetal erinnernde Stimmgewalt, konnte auch diese Hürde überwunden werden.

{image}Nach einem fast dreiviertelstündigem Auftritt von Pump und einer kurzen Umbauphase standen die fünf älteren Herren von U.F.O. auf der Bühne des umfunktionierten Großraum-Rockclubs. Ein erster spontaner Gedanke an unabgeschlossene Altersheime war schnell verflogen. Nach kurzen Frotzeleien von Sänger Phil Mogg legten die "Jungs" eine Performance an den Tag, wie man sie als U.F.O. Novize niemals erwartet hätte. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Titel wie When Daylight Goes to Town, Mother Mary und Hell Driver wurden heruntergespielt, als ob es kein Morgen gäbe – und mit ihm die Zuhörerschaft.

Sänger Mogg tänzelte über die Bühne, wenn er nicht gerade von seiner messerscharfen Stimme gebrauch machte oder aus seinem Tourtagebuch "Halt die Fresse" zitierte. Gitarren-Held Vinnie Moore begleitete das Spektakel mit unzählbaren Soli, die von Präzision, Tempo und Leidenschaft nur so trotzten. Bassist Pete Way, der wegen seiner Omnipräsenz an vorderster Front schon fast als heimlicher Frontmann durchgehen könnte, holte das Letzte aus seinem Instrument raus. Auch der hinter Trommelbergen versteckte Andy Parker war zwar kaum zu sehen, dafür aber umso besser zu hören, der Double Bass sei Dank. Die psychedelische Nuance dieses Abends übernahm eindeutig Paul Rayman, der im fliegenden Wechsel zwischen Keyboard und Rhythmusgitarre rotierte.

{image}Egal welcher der fünf gerade am Zug war, jedes Instrument kam hier voll auf seine Kosten und spielte eine eigene, durch nichts zu ersetzende Rolle. Selbst wenn sich die Gitarrenmänner dazu hinreißen ließen, den halben Song Mystery Train mit hinter den Kopf gehaltenen Gitarren zu spielen. Die Titelauswahl war recht gut gelungen und bot einen vernünftigen Überblick über die dreißigjährigen Machenschaften dieser Band. Leider fanden neben Stücken wie dem durchgehend lautstark geforderten Boogie und Prince Kajuku neben Rock Bottom und Doctor Doctor keinen Platz in der Zugabe.

U.F.O. gehören, ja müssen einfach auf die Bühne. Das haben sie in Ludwigsburg wieder einmal bewiesen.

Alles zum Thema:

u.f.o.

Das könnte Sie auch interessieren