FM4 Frequency 2009

FM4 Frequency 2009

Nachdem das Frequency Festival bislang immer am Salzburgring stattgefunden hatte, wurde es 2009 erstmals im österreichischen St.Pölten ausgetragen. 120.000 feierten dort, bei Sonne und Regen, Bands wie Radiohead, The Prodigy und Bloc Party.

{image}Ein Frequency Festival ohne Regen, ob es das noch einmal geben wird? Dieses Jahr hatten Organisatoren und Festivalbesucher dazu berechtigte Hoffnung, als sich das Wetter in den ersten beiden Tagen mit heißen Temperaturen, blauem Himmel und stetigem Sonnenschein nur von seiner besten Seite zeigte. Doch dann machte sich mit einer zuerst angekündigten, aber dann doch nicht eintreffenden Gewitterwarnung sowie dem folgenden Regen am Samstag wieder einmal Ernüchterung breit. Die Festivalbesucher ließen sich davon allerdings nur wenig beeindrucken und verbrachten ihre Zeit tagsüber dann eben entweder an der ansonsten eher dürftig besuchten, aber überdachten "Weekender UK Stage" und "Open Stage", oder aber sie packten sich dick in Ponchos ein. Und das war gut begründet, denn was das Frequency 2009 seinen Zuschauern auf den sage und schreibe sieben Bühnen und aufgeteilt in einen Day-und Nightpark bot, war zumindest musikalisch oftmals ein Leckerbissen.

{image}Am Donnerstag waren das zunächst vor allem Jet mit ihrem klassischen Bluesrock, das Electropop-Duo The Tings Tings mit einer großen Portion Charme, Eagles-Of-Death-Metal-Sänger Jesse Hughes mit einem mächtigen Schub Testosteron und Energie, die guten, aber etwas müde wirkenden und kürzlich durch eine Schweinegrippe-Erkrankung durch den Schlagzeilen-Wolf gedrehten Engländer von Kasabian sowie der mit einem seltsamen Wechsel des Musikstils vollzogene Auftritt von Peter Fox auf der Race Stage, während es mit Acts wie Vollbeat, Enter Shakira, Anti-Flag und Rise Against auf der Green Stage zur gleichen Zeit etwas härter zuging. Im Nightpark sorgten in der Nacht dann vor allem die 2ManyDJs sowie der scheinbar etwas betrunkene, ehemalige Libertines-Sänger Carl Barat mit einem DJ-Set und einer Reihe von Free Drinks für Stimmung.

{image}Den zweiten Tag bestimmte dann vor allem eine Band. Die amerikanische Kultband Radiohead um Thom Yorke, die erstmals in Österreich spielte und dabei mit einer sagenhaften Light-und Visual-Show sowie mit dazu gespielten Hits wie Pyramid Song, Karma Police und Street Spirit für eine atemberaubende und fesselnde Atmosphäre sorgte. Zuvor hatten schon der ehemalige Pulp-Sänger Jarvis Cocker mit engagiertem Tanz und kabarettistischem Witz, aber leider etwas desinteressiertem und aufgrund wahrscheinlich des wenig später auftretenden Animateurs Farin Urlaub  sehr jungen Publikums sowie die Briten von Bloc Party mit großer Tanzstimmung für Aufsehen gesorgt. Und der Sänger der letztgenannten Band, Kele Okereke, verwandelte mit seinem DJ-Set im Club NME Floor wenig später auch den Nightpark zu einer "wahren" Hüpfburg.

{image}Und am Samstag kämpften schließlich zunächst die aus Alaska stammenden Port O’Brien mit warmer Lagerfeuer-Atmosphäre gegen den einsetzenden Regen an, The Sounds zeigten viel Sexappeal, The Subways schrien sich mit Disco-Ohrwürmern wie Rock’N’Roll Queen die Seele aus dem Leib, während die mal wieder sehr an eine Mischung aus Joy Division und Interpol erinnernden Editors nicht ganz solch eine pathetische Musik zelebrierten, wie man es von ihnen normalerweise kennt. Die deutschen MIA förderten mit ihrer Musik daraufhin einmal mehr den Zwiespalt (die einen hassen sie, die anderen lieben diese Band), während Mando Diao wiederum für etwas zu viel Routine und Abgeklärtheit sorgten. Highlight des Tages: The Prodigy mit einer unglaublichen, kraftraubenden, beat-und basslastigen Show, bevor schlussendlich Auftritte von Crystal Castles, MSTKRFT und ein DJ-Set vom Ex-The-Smiths-Bassist Andy Rourke das Bühnenprogramm des Frequency Festivals 2009 beendeten.

Abgesehen vom glänzenden Line-Up gibt es auch manches zu kritisieren: Die unverschämten, überteuerten Getränke-und Essenspreise sowie das unorganisierte Security-Personal. So grenzt es schon fast an Profitgier, auf einem Festival mit jungen Menschen (der Alterdurschnitt lag sehr niedrig!) – die sowieso schon 105 Euro für ein Festivalticket bezahlt haben – auch noch für die Getränke und Essen gesalzene Preise zu verlangen (Bier kostete mit Pfand 5 Euro, ein Döner ebenfalls 5 Euro). Und das Security-Personal sollte auf dem Festival-und Campinggelände eigentlich eher aufpassen, anstatt mit den Festivalbesuchern Alkohol zu trinken oder Joints zu rauchen. Der Autor erhofft sich also für das Frequency Festival 2010: Niedrigere Getränke-und Essenspreise, ein verantwortungsbewussteres Security-Personal und hoffentlich wieder ein genauso spannendes und abwechslungsreiches Line-Up wie dieses Jahr.

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