Emiliana Torrini (live im Tollhaus Karlsruhe 2009)
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Emiliana Torrini (live im Tollhaus Karlsruhe 2009) Fotos: Hannes Mezger © regioactive.de

Seit dem Finale von "Germany's Next Topmodel" ist "Jungle Drum" in aller Munde. Es hat wohl kaum jemand damit gerechnet, dass der Song derart durch die Decke gehen sollte. Hunderttausende klickten Torrinis Video bei YouTube an und kauften den Song auf die Nr. 1 der iTunes-Charts. Die Dinge nahmen ihren Lauf: Die Radiostationen spielten "Jungle Drum" und der Titel erklomm die Airplay- und Verkaufs-Charts. Kein Wunder also, dass auch ihre Konzerte sehr gut besucht sind - so auch vor kurzem im Karlsruher Tollhaus.

{image}"Und letzten Monat ist dann der Hammer passiert", verrät der Moderator und lässt die Spannung weiter ansteigen. "Letzten Monat ging Jungle Drum auf 1". Die Menge jubelt und klatscht. Wenige Sekunden später steht Emilíana Torrini, die Isländerin mit italienischen Wurzeln, in der Mitte der Bühne. Sichtlich gut gelaunt und mit einem Bier in der Hand greift sie Richtung Mikrofonständer. "Danke, danke. Vielen Dank" kommt es ihr zurückhaltend über die Lippen. Ja, Emilíana Torrini spricht Deutsch! Was ein Großteil des Publikums nicht wusste ist, dass sie einige Jahre im hessischen Mörfelden-Walldorf lebte. In einem altmodischen Blumenmädchenkleid legt sie auch gleich los. Ein Großteil der Lieder die sie spielt, entstammt dem Album Me and Armini. Es ist ein fröhliches Wechselspiel aus sanften, seichten Tönen, wie Big Jumps, und treibenden Nummern.

Zwischen den Liedern schafft sie es, mit kurzen charmanten Ansagen das Publikum weiter in ihren Bann zu ziehen. Es ist eine Mischung aus Schlagfertigkeit und Zartheit. Als eine männliche Stimme aus dem Publikum etwas unverständliches in Richtung Bühne schreit, lächelt sie kurz und kontert: "I got a microphone and you haven't" – die Menge lacht und just in diesem Moment setzt die nächste Nummer ein. Am Ende des Liedes, das Publikum ist noch mit Klatschen beschäftigt, nippt Emilíana kurz an ihrem Bier und beginnt: "Das nächste Lied habe ich für meinen Freund geschrieben." Es wird still. "Sein Bruder ist gestorben." Das ausverkaufte Zelt hängt an ihren Lippen. Sie lächelt, als wollte sie sagen "Ich helfe Dir". Sie sagt dies aber mit weicher Stimme und hat auch keine Scheu, die eigene Unsicherheit zu zeigen. Vielleicht ist es das, was sie so anders macht: Zum Einen diese Zartheit, zum anderen ihre humorvolle, schlagfertige Seite.

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Gegen Ende des Konzertes, es ist unglaublich heiß im Zelt, kommt wieder ein solcher Moment – sie trinkt ihr mittlerweile zweites Bier und schwitzt wie der Rest der Leute, hat ihnen aber eines voraus: Um Schweißflecken im Achselhöhlenbereich vorzubeugen, hat sie sich angeblich Watte mit Gaffa-Band angeklebt! Alles lacht.

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Nach knapp zwei Stunden und zwei Zugaben, diesmal ausschließlich alte Stücke, ist es vorbei. Da helfen auch kein wildes Auf-den-Boden-Gestampfe und nicht enden wollendes Klatschen. Eine abwechslungsreiche Auswahl an Stücken und eine sehr professionelle Band, mit einer authentischen Performance und Emilíanas großartigen Ansagen!

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